Mit 87 Jahren der älteste aktive Schiedsrichter in Bayern

„Einfach aufhören geht nicht“ - Franz Schwarz ist seit 57 Jahren Schiedsrichter 

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Aktiv mit 87 Jahren: Franz Schwarz vom SV Wielenbach hat heuer 50 Partien im Jugendund Erwachsenenbereich geleitet.

Er zählt auf den Fußballplätzen der Region zu den bekanntesten Gesichtern, ist aber weder Spieler noch Trainer: Franz Schwarz ist seit 57 Jahren Schiedsrichter.

Wielenbach –  Franz Schwarz ist als Schiedsrichter aktiv – und das seit mittlerweile 57 Jahren. Vor einigen Tagen hat Schwarz, der für den SV Wielenbach pfeift, seinen 87. Geburtstag gefeiert; er ist damit einer der ältesten noch aktiven Schiedsrichter in Bayern. Heuer leitete er 50 Partien. „Wir wünschen ihm – neben Gesundheit – noch viele Spiele als Schiedsrichter“, so SVW-Abteilungsleiter Christoph Wiedemann. Im Interview mit dem BFV äußert sich der Wielenbacher zu seinem Hobby.

Herr Schwarz, seit 1961 sind sie aktiver Schiedsrichter. Warum haben Sie damals den Schiedsrichterschein gemacht?

Das war eigentlich ein ganz banaler Grund. Mein Bruder war Schiedsrichter und hat mich dazu bewegt, auch den Schein zu machen. Damals war ich noch selbst als aktiver Spieler unterwegs.

Was bewegt sie dazu, auch im hohen Alter beinahe jedes Wochenende eine Partie zu leiten?

Ach, ich bin es einfach seit vielen Jahren gewohnt, auf dem Platz zu stehen. Einfach aufhören geht da nicht. Dann würde mir am Sonntag etwas fehlen. Außerdem tut mir die Bewegung gut. Ich fühle mich noch fit und habe eigentlich keine körperlichen Beschwerden. Und auch die Vereine sind nach wie vor mit mir zufrieden.

Verraten Sie uns Ihr Geheimnis, wie Sie auch mit 87 Jahren noch auf dem Platz stehen können?

Ich denke, man muss schon auch etwas für das Schiedsrichterwesen leben. Man muss jede Partie mit der gleichen Motivation angehen und immer die beste Leistung abrufen. Ich trinke zum Beispiel grundsätzlich am Tag vor einem Spiel keinen Alkohol. Und ich mache nebenbei auch noch viel Sport, damit ich in Form bleibe. Ich spiele jede Woche zweimal Tennis und leite die ,Fußballsenioren B‘ beim SV Wielenbach. Da bin ich in jedem Training dabei, sonst würde es die Abteilung schon lange nicht mehr geben. Früher habe ich im Winter auch Eishockey gespielt, um fit zu bleiben.

Stimmt es, dass Sie noch nie eine Partie abgesagt haben?

Das ist richtig. Egal ob ich krank oder verletzt war, ich bin zu jedem Spiel gefahren. Ansonsten hätte der Schiedsrichter-Obmann ja auch wieder viel Arbeit gehabt, um einen Ersatz zu besorgen.

Was waren Ihre Highlights in Ihrer Laufbahn?

Als Linienrichter durfte ich im Olympiastadion bei Spielen des FC Bayern München an der Seitenlinie assistieren. Ich war Assistent an der Haupttribüne. Wäre der Schiedsrichter ausgefallen oder hätte sich verletzt, hätte ich als Ersatzmann einspringen müssen. Ich habe auch viele Aufstiegsspiele und Derbys auf regionaler Ebene geleitet.

Welche Veränderungen nehmen Sie im Schiedsrichterwesen wahr?

Für die jungen Referees wird heutzutage schon sehr viel getan. Es gibt Betreuer oder Schiedsrichter-Beobachter, die Hilfestellungen und Tipps geben. Das hatten wir früher nicht. Wir mussten uns oft alleine durchkämpfen.

Haben Sie in den 57 Jahren schon mit dem Gedanken gespielt, die Pfeife an den Nagel zu hängen?

Eigentlich nicht. Ich möchte noch pfeifen, solange es die Gesundheit erlaubt. Es wundern sich immer wieder Leute, dass ich in meinem Alter noch Spiele leite. Oft gratulieren sie mir. Natürlich kommt es auch vereinzelt vor, dass jemand sagt: Wann lässt der es endlich bleiben? Das hört man natürlich nicht gern. Aber erst letztens war ich bei einem C-Junioren-Spiel im Einsatz. Die Jungs waren schon vor dem Spiel froh, dass ich gekommen bin, die haben mich alle schon vor dem Einlaufen per Handschlag begrüßt. Das war für mich eine Überraschung. Da waren so nette Spieler dabei, die einfach froh sind, dass ein Schiedsrichter kommt und das Spiel pfeift.   

Text: mm

Quelle: Merkur.de

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