0:3-Klatsche in Kissing

Einstige Brucker Macher verfolgen den Niedergang

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Ein Ex-Vorsitzender, drei ehemalige Vizepräsidenten sowie der geschasste und ein einstiger Ex-Trainer saßen gestern auf der Tribüne in Kissing: Die Riege der ehemaligen Funktionäre (hinten links) führte Eckart Lutzeier an. Ihm zur Seite: Frank Demmer, Hannes Mühlberger und Andreas Conrad. Ex-Trainer Tarik Sarisakal (ganz rechts) wollte sich offenbar ebenso wenig aufdrängen wie einer seiner Vorgänger, Dirk Teschke. Der Fotograf war auch ein Ex-Vize: Günzlhofens Manager-Ikone Franz Ostermeier hielt den Augenblick fest. Jakob Ettner, der amtierende Präsident, war übrigens nicht vor Ort.

SC Fürstenfeldbruck - Während sich einige Protagonisten im Funktionärsstreit auf der Tribüne in Position brachten, ist der SC Fürstenfeldbruck in Kissing auch sportlich tiefer in die Krise gerutscht: Neben einer 0:3 (0:1)-Klatsche kassierte der SCF auch noch zwei Platzverweise.

Die Kissinger Tribüne glich einem Wer-ist-wer der jüngsten SCF-Vereinsgeschichte: Neben dem Ex-Vorsitzenden Eckart Lutzeier, den früheren Vizes Frank Demmer, Hannes Mühlberger und Andreas Conrad und den ehemaligen Trainern Dirk Teschke und Tarik Sarisakal wurde auch noch der frühere Flügelstürmer Nickoy Ricter Zeuge eines schwachen SCF-Auftritts.

Ob die Streitereien im Hintergrund zur Verunsicherung der Mannschaft beitragen, kann man nur spekulieren. Trainer Michael Westermair kündigte schon früh nach seiner Amtsübernahme an: „Ich äußere mich nur zu sportlichen Dingen.“ Und damit hat der neue Übungsleiter wahrlich genug zu tun. Zwar war Stürmer Marian Knecht nach beendetem Urlaub wieder im Kader. Allerdings musste der Torjäger vorerst auf der Bank Platz nehmen, nachdem er unter der Woche noch nicht mit der Mannschaft trainieren konnte.

Darüber hinaus fehlten mit den verletzten Fabian Meinberger, Michael Dietl und dem urlaubenden Tamas Madar weiterhin drei wichtige Leistungsträger und Routiniers. „Dazu kommt auch noch, dass die ganzen Niederlagen in den Köpfen der Spieler stecken“, sagte Westermair. Und so war die Verunsicherung der SCF-Akteure vor allem in der ersten Halbzeit offensichtlich. Die Kissinger – an diesem Tag sicher kein unschlagbarer Gegner – waren immer einen Schritt schneller in den Zweikämpfen. „Der Gegner war einfach giftiger und galliger“, konstatierte Westermair. „Dadurch haben wir die Platzherrschaft abgegeben.“ Weil die Abwehr bei der Kissinger Führung auch noch fasziniert zuschaute, statt einzugreifen, ging es mit einem Rückstand in die Pause.

Besser präsentierte sich der SCF zunächst in der zweiten Halbzeit, obwohl diese mit einer kalten Dusche begann: Nach einem Ballverlust im Mittelfeld wusste sich Andreas Beinhofer als letzte Instanz nur mit einem Foul zu helfen. Da er bereits verwarnt war, hielt ihm der Unparteiische Michael Kögel aus Schwabsoien folgerichtig die Ampelkarte unter die Nase. „Aber mit zehn Spielern waren wir fast besser als zu elft“, sagte Westermair. Die Brucker erarbeiteten sich ein Übergewicht. In Chancen konnten sie dieses aber kaum ummünzen. Lediglich einmal tauchte der eingewechselte Knecht gefährlich vor dem Kissinger Kasten auf. Doch sein Schuss ging am langen Eck vorbei. „Eine Chance in 90 Minuten, das ist einfach zu wenig“, sagte Westermair.

Zu allem Übel sorgte Mohenned Al-Dualimi auch gleich noch für den nächsten personellen Rückschlag. Der Defensivmann ließ sich in der Nachspielzeit zu einer mit Rot geahndeten Tätlichkeit hinreißen und wird in den nächsten Spielen erst einmal gesperrt zuschauen müssen.

Einzig die gute halbe Stunde nach dem Seitenwechsel hat Westermair einigermaßen gefallen. „Aber 30 bis 35 Minuten präsent zu sein, ist nicht genug.“ Man müsse die Leistung mal über 90 Minuten abrufen. Ansonsten bleibt den Bruckern auch in Zukunft nur das Fazit des Trainers, das in Kissing lautete: „Der Gegner war besser und hat verdient gewonnen.“

Quelle: fussball-vorort.de

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