Ein bisschen wie im Zirkus

Schicho und Bögl starten in Tour de Ski

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Elisabeth Schicho rechnet sich bei der Tour de Ski im Sprint die besten Chancen aus.

Neun Tage, sieben Wettkämpfe, drei Länder: Die Tour de Ski verlangt den Langläufern alles ab. Auch Elisabeth Schicho und Lucas Bögl stellen sich der Herausforderung.

Toblach – Mit der Tour de Ski steht für die Skilangläufer der erste Höhepunkt des Winters an. Innerhalb von nur neun Tagen wird in sieben kräftezehrenden Wettkämpfen der beste Allrounder gesucht. Los geht es an diesem Samstag mit den Sprintrennen in Toblach in Südtirol und dann weiter über Val Müstair (Schweiz) und Oberstdorf ins italienische Val di Fiemme. Unter den 18 Athleten des Deutschen Skiverbands, die an den Start gehen, finden sich auch zwei aus dem Landkreis. Elisabeth Schicho vom SC Schliersee und der Holzkirchner Lucas Bögl (SC Gaißach) werden zwar nicht um den Toursieg kämpfen, wollen aber Akzente setzen.

Für Schicho geht es vor allem darum, die Qualifikationsnorm für die Weltmeisterschaft im Februar in Seefeld zu knacken. Dazu muss sie einmal unter die Top Acht oder zwei Mal unter die Top 15 laufen. „Am meisten rechne ich mir gleich zum Tourstart in den Sprint-Rennen aus“, sagt Schicho, deren bestes Saisonergebnis ein 53. Platz beim Sprint in Davos ist.

Aufgrund des Schneemangels rund um den Schliersee ist die 27-jährige bereits am Donnerstag nach Toblach gereist, um noch einige Trainingseinheiten auf Skiern zu absolvieren und so optimal vorbereitet in einen ihrer Lieblingswettkämpfe zu starten. „Die Tour ist für mich deshalb so besonders, weil man in kurzer Zeit viel erlebt. Das ist ein bisschen wie im Zirkus. Wir reisen viel, und so wächst man auch mit den Athleten aus den anderen Nationen zusammen und man fühlt sich als Teil einer großen Familie.“ Den Tour-Rhythmus würde Schicho allerdings gerne ändern: „Ich denke, es wäre besser, wenn die Tour nur alle zwei Jahre stattfinden würde und damit, nicht wie in diesem Jahr, im Schatten der Weltmeisterschaft stünde.“ Einige Top-Stars, wie Therese Johaug aus Norwegen und die Schwedin Charlotte Kalla verzichten deshalb komplett auf die anstrengende Tour.

Probleme mit den Beinen hat Lucas Bögl aus Holzkirchen in letzter Zeit.

Bei den Männern sind mit dem Weltcup-Führenden Alexander Bolschunow aus Russland, seinem Verfolger Sjur Röthe aus Norwegen und dem Vorjahressieger aus der Schweiz, Dario Cologna, viele Favoriten am Start. Genau die will Lucas Bögl ärgern. Der Holzkirchner kann die Tour in diesem Jahr etwas entspannter angehen, denn die WM-Norm hat er nach seinem achten Platz beim Weltcup in Lillehammer bereits in der Tasche. „Das ist schon ein schönes Gefühl, mit einer gewissen Gelassenheit an den Start gehen zu können. Die Ergebnisse in dieser Saison waren bislang, ich würde mal sagen, ansprechend. Nur in den letzten Wochen lief es nicht so wie ich mir das vorgestellt habe.“ Den 28-jährigen plagen seine Beine. „Die fühlten sich zuletzt sehr schwer an. Man kann sich das wie einen Dauer-Muskelkater vorstellen. Wir haben mit den Physios schon viel versucht, aber besser geworden ist es nicht.“ Bögl musste daraufhin das Trainingslager in Seefeld vorzeitig abbrechen und eine unfreiwillig lange Weihnachtspause einlegen. „Ich glaube, das waren die trainingsärmsten Wochen der letzten drei Jahre, aber ich hoffe, dass mein Körper genau das gebraucht hat.“

Die Vorfreude auf die Tour, insbesondere auf die Wettkämpfe in Oberstdorf, ist riesig: „Ein Wettkampf vor heimischem Publikum ist immer etwas besonders und im Massenstart rechne ich mir schon was aus. Grundsätzlich gilt für mich: je steiler und länger die Strecke, desto besser.“ Ob Bögl die Tour bis zum Ende laufen wird, entscheidet sich erst im Laufe der Wettkämpfe. Allerdings dürfte gerade die letzte Etappe, der Berganstieg auf die Alpe Cermis, ganz nach Bögls Geschmack sein. Im Gegensatz zum diesjährigen Zeitplan „Wir starten in Südtirol, fahren dann in die Schweiz, dann nach Deutschland und am Ende wieder zurück nach Südtirol. Das ist ein riesen Reisestress und nicht sehr clever gelöst, genauso wie die Zusammensetzung der Wettkämpfe. Der beste Allrounder soll die Tour de Ski gewinnen. Wie kann es dann sein, dass lediglich zwei von sieben Wettkämpfen in der klassischen und der Rest in der freien Technik gelaufen wird!?“

Die erste Entscheidung fällt am Samstag um 14.30 Uhr im Sprint. Dann wird sich zeigen, wie die Athleten mit den Bedingungen zu recht kommen. Das ZDF und Eurosport übertragen live.

Quelle: Merkur.de

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