HachingerRückblick: Das Ende der Ära Kupka

Amtsübergabe: Manni Schwabl (r.) löste im Sommer Engelbert Kupka als Präsident ab. Kupka stand dem Verein 39 Jahre lang vor.

SpVgg Unterhaching - Umbrüche und Neuanfänge gab es bei der seit Jahren chronisch kriselnden SpVgg Unterhaching regelmäßig. Doch was in diesem Jahr vollzogen wurde, ist in den Geschichtsbüchern einen fett gedruckten Eintrag wert:

von Christian Amberg

Der Wechsel an der Spitze des Vereins. Nach 39 Jahren als Präsident gab Engelbert Kupka sein Amt ab. Nachfolger wurde Ex-Profi Manfred Schwabl. Im Präsidium blieb nur Peter Wagstyl, neu hinzugewählt wurden auch Reiner Beck als zweiter Vize und Robert Perchtold als Nachfolger von Schatzmeisters Anton Schrobenhauser.

Neue Gesichter, neue Ideen – was überfällig war, brachten die neuen Verantwortlichen auf den Weg. Sinnlose Personalbesetzungen wie die vorherigen Vize-Präsidenten Christian Schorbach oder Can Cobanoglu gerierten schnell in Vergessenheit. Auch in der Geschäftsstelle mussten haufenweise Mitarbeiter gehen. Frei von Turbulenzen blieb die SpVgg in personeller Hinsicht dennoch nicht. Der als Mediendirektor zurückgekehrte Markus Sieger gab nur ein wenige Monate währendes Gastspiel. Im Dezember trat plötzlich Vizepräsident Rainer Beck schon wieder zurück.

Schaffte mit einer unerfahrenen Mannschaft den Klassenerhalt: Trainer Heiko Herrlich.

Eine erfreulichere Personalie brachte die Führung der Mannschaft. Nachdem Heiko Herrlich seinen Vertrag nicht verlängerte, übernahm Claus Schromm als Cheftrainer das Kommando. Gleichberechtigt mit Teamchef Manuel Baum formte er eine noch jüngere Mannschaft, die im Sommer auch ihre restlichen erfahrenen und damit zu teuren Spieler verlor. Das Team mit dem kleinsten Etat der Dritten Liga sorgte sportlich derart für Furore, dass sich die Konkurrenz verwundert die Augen rieb und die Chefetage immer stärker bemüht war, die Träume von der Rückkehr in die Zweite Liga zu bekämpfen. Trotz Personals, das nicht für konkurrenzfähig gehalten wurde, überwintert die SpVgg auf dem fünften Platz und hat sogar Aufstiegsrang zwei in Reichweite. Der am Ende seines Engagements immer weniger beliebte Champions-League-Sieger Herrlich hatte in der Vorsaison Platz 15 erreicht (immerhin mit dem Liga-Bestwert von 63 erzielten Toren). Damit aber das Saisonziel Klassenerhalt klar geschafft, den neuen Weg erfolgreich eingeschlagen und die neue Mannschaft bemerkenswert geformt.

Höhenflug: Der neue Trainer Claus Schromm sorgt mit seiner jungen Truppe für Furore.

Zwei erstaunliche Fakten hingen im Sommer mit Sascha Bigalke zusammen. Hachings Bester verlängerte zur Verwunderung vieler seinen Vertrag, verließ die SpVgg dann aber doch Richtung Zweitligist Köln – und spülte seinem Ex-Klub dringend benötigtes Geld in die Kasse. Weniger im Gedächtnis blieb ein Spieler von Format, der seine jahrelangen Eskapaden wieder nicht in den Griff bekam. Savio Nsereko wurde nach monatelangem Tauziehen verpflichtet, saß plötzlich in Thailand im Gefängnis, der Vertrag mit Nsereko wurde nach nur zwei Einsätzen aufgelöst.
Ein Arbeitsauftrag blieb auch 2012 unerledigt: Einen Hauptsponsor hat die SpVgg auch unter ihrem neuen Präsidenten Manni Schwabl noch immer nicht gefunden.

Quelle: fussball-vorort.de

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