Bayerische Meisterschaften

In patschnassen Klamotten zu Gold: LAG-Athleten sorgen für Lichtblicke

+
Große Nachwuchshoffnung: Inken Siebert (r.) schlug sich als jüngste Teilnehmerin im Feld beim 5000-Meter-Lauf wacker.

Trotz zum Teil unwirtlicher Bedingungen sorgen drei LAG-Athleten bei den Bayerischen Meisterschaften für Lichtblicke. Vor allem eine Hochspringerin trumpft auf.

Erding/Freising – Ein Leichtathletik-Event der Extraklasse stand am Wochenende in Erding auf dem Programm. Im Sepp-Brenninger-Stadion versammelte sich die Landeselite der Männer, Frauen, U20 und U18 zu den bayerischen Titelkämpfen. Das Wetter meinte es dabei mit den Athleten am Samstag alles andere als gut, da regnete es in Strömen. Umso besser wurde es tags darauf, als den ganzen Tag die Sonne auf die Wettkampfstätte schien.

Gerade im Hochsprung ist schlechtes Wetter normalerweise alles andere als optimal. Doch es half nichts: Jana Schüler von der LAG Mittlere Isar musste wie ihre Mitkontrahentinnen samstags auf die Anlage. Sie kam mit einer Vorleistung von 1,64 Metern nach Erding. Große Favoritin war sie damit nicht, Lara Mößthaler aus Wasserburg beispielsweise schaffte in diesem Jahr bereits 1,69 Meter.

Jana Schüler hat die perfekte Strategie, die Kontrahentin verzockt sich

Doch Jana Schüler wurde von ihrem erfahrenen Trainer bestens auf die Bedingungen eingestellt, verriet Helmut Weinzierl (LAG-Koordinator). So startete sie relativ früh in den Wettbewerb und holte sich bei überquerten 1,48 Meter Sicherheit. Mößthaler indes begann erst bei einer Höhe von 1,53 – scheiterte bei den nassen Verhältnisse dreimal und schied aus.

Die LAG-Springerin indes machte sicher weiter und schaffte am Ende als einzige Teilnehmerin die 1,64 Meter. Der Jubel war anschließend riesengroß, bedeutete dies doch die ersehnte Goldmedaille. Weinzierl: „Es haben sich alle sehr für sie gefreut. Die Jana hat das einfach toll gemacht, bei den Bedingungen eine solche Höhe zu meistern, ist aller Ehren wert.“ Jana Schüler versuchte sich zwar noch bei den 1,67 Metern, doch mit „patschnassen“ Klamotten war die Höhe nicht mehr drin.

Am sonnigen Sonntag starteten zwei Teilnehmer der LAG in den Laufwettbewerben. Den Anfang machte dabei Ludwig Westermeier über 800 Meter in der Altersklasse U 20. Die Vorbereitung auf die Bayerischen Meisterschaften lief für ihn nicht unbedingt perfekt, die Woche davor musste er gar allein trainieren, wie Westermeier verriet. Trotzdem ging er das Rennen ambitioniert an und lief in der zweiten Gruppe.

Westermeier von eigener Leistung überrascht

Die schnellsten Läufer entfernten sich wie erwartet von Westermeier und seinen Mitstreitern – aber mit einem starken Schlussspurt holte sich der Freisinger immerhin einen sehr guten fünften Rang. Den nahm er kurz nach dem Rennen überrascht zur Kenntnis: „Ich dachte eigentlich, dass ich Sechster geworden bin.“

Überrascht war Westermeier auch von seiner Zeit: die 2:03,45 Minuten bedeuten für ihn persönliche Bestleistung: „Da geht der fünfte Platz natürlich absolut in Ordnung. Von einer Medaille habe ich höchstens geträumt, die Ersten waren aber doch ziemlich weit weg.“ Für ihn heißt es weiter Gas geben: „Nächstes Jahr gebe ich wieder mein Bestes, vielleicht klappt es dann.“

Auf die Langdistanz über 5000 Meter machte sich Inken Siebert von der LAG auf den Weg. Zwölfeinhalb Runden mussten die elf Athletinnen absolvieren – ein Mammutprogramm, gerade für Siebert. Denn sie nahm diese Strecke heuer erstmals in Angriff, wie ihr Trainer Francisco Munoz betonte: „Daher war klar, dass sie nicht ganz vorne mithalten kann.“

„Küken im Feld“ schlägt sich wacker

Die junge Läuferin – mit Jahrgang 2001 das Küken im Feld – sollte sich an die direkte Konkurrenz hängen. Das klappte über einige Runden auch sehr gut., Inken Siebert gab alles, am Ende reichte es für den zehnten Platz. Ihr Trainer lobte: „Das hat sie auf alle Fälle gut gemacht. Inken ist ja eigentlich noch bei der U20 dabei.“ Jetzt heißt es für sie, Erfahrung auf der langen Distanz zu sammeln und dann wieder anzugreifen.

Bei den vom TSV 1862 Erding ausgerichteten Bayerischen Leichtathletikmeisterschaften nahmen insgesamt 670 Sportlerinnen und Sportler teil. Diese zeigten fast durchweg gute Leistungen, es hagelte auch samstags trotz des Schmuddelwetters reihenweise Bestleistungen, wie TSV-Abteilungsleiter Christian Bauer erfreut berichtete: „Das spricht für unsere schnelle Bahn.“ Die Veranstaltung verlief von Anfang bis Ende reibungslos, die etwa 140 Helferinnen und Helfer hatten dafür ganze Arbeit geleistet.

Bernd Heinzinger

Lesen Sie auch: Neuer Kommandant schaut nach vorn: Sebastian Biendl zum Auer Feuerwehr-Chef gewählt. 153 Anmeldungen für den ersten Tag: Corona-Testzentrum steht seit Montag in Freising. „Bis zum Limit beschäftigt“: Das sind die Hintergründe zu Freisings Coronazahlen.

Quelle: Merkur.de

Auch interessant

Kommentare