Fußball 

Erdinger Kicker wird „Sportler des Jahres“

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Ehre, wem Ehre gebührt: So berichtete der Erdinger/Dorfener Anzeiger am 21. Mai dieses Jahres.  

Matthias Kurz wird in einem Atemzug mit den  Ironman-Helden Jan Frodeno und Anne Haug sowie  Zehnkampf-Champion Niklas Kaul und Weitsprung-Weltmeisterin Malaika Mihambo genannt – wegen einer tollen Fairplay-Aktion, über die wir exklusiv berichteten.

Erding– Die „Welt“ hat ihre Sportler des Jahres gewählt. Es sind die Ironman-Helden Jan Frodeno und Anne Haug, Zehnkampf-Champion Niklas Kaul. Weitsprung-Weltmeisterin Malaika Mihambo – und Matthias Kurz, Fußballer des FC Erding.

Der 26-Jährige wurde für sein Fairplay ausgezeichnet. Am drittletzten Spieltag der vergangenen Saison hatte der FC Erding 2 im A-Klassen-Spiel gegen den FC Eitting 2 beim Stand von 0:1 einen Elfmeter zugesprochen bekommen – in der 89. Minute. Kurz ging nach Rücksprache mit dem vermeintlich Gefoulten zum Schiedsrichter und klärte ihn über die Fehlentscheidung auf. Der Referee, ein 17-jähriger Neuling, nahm seine Entscheidung zurück. Damit war aber auch die letzte Chance auf den Klassenerhalt dahin. Der FCE stieg in die B-Klasse ab.

Für den Erdinger/Dorfener Anzeigerwar die Aktion „Das Starke Stück vom Wochenende“. Und offensichtlich sah dies auch Die Welt, eines der Flaggschiffe des Springer-Verlags so. „Die Welt hatte den Artikel selber entdeckt und sich daraufhin bei uns gemeldet“, erzählte Ralf Sandner vom FCE-Vorstand.

Und die Welt schwärmte: „In Zeiten von Schiedsrichter-Beleidigungen, Schwalben und immer mehr Geschummel auf dem Platz lebt der 26-jährige Kurz Fair Play – ein echter Sportler des Jahres“, schreibt Autor Stephan Flohr in seinem Beitrag, der auf der Seite www.welt.de zu finden ist.

Von seinem Großonkel habe er von dem Beitrag erfahren, erzählt Kurz. Die Auszeichnung ist zwar weder mit einem Preis dotiert, noch gab es eine Einladung für einen Ehrungsabend. In einem Atemzug mit Weltmeistern genannt zu werden, das sei schon eine tolle Sache. „Ich bin schon ein bisschen stolz darauf, als kleiner Amateurfußballer einen Beitrag geleistet zu haben, um Werbung für Fairness im Sport zu betreiben.“

Aber eigentlich sei dies für ihn eine Selbstverständlichkeit. „Das haben mir schon meine Jugendtrainer beim FSV Steinkirchen beigebracht“, erzählt er. Und jetzt vermittele er diese Werte eben auch beim FC Erding, bei dem es zumindest in der Zweiten in der B-Klasse richtig gut läuft. Kurz meint damit nicht nur die Tabellenführung (zwei Punkte Vorsprung vor Klettham 2, das allerdings noch ein Spiel mehr hat). Ihn freut vielmehr, „dass nach dem Abstieg ein Ruck durch die Mannschaft gegangen ist. Alle ziehen an einem Strang, wir sind Freunde, ein Team“.

In der FCE-Reserve spielen etliche Youngster, die gemeinsam durch alle Altersklassen in der JFG-Jugend – trainiert von Gerd Fischer – gegangen sind. Geführt von Kurz sowie dem 42-jährigen Dan Kohlmann („Der hat noch immer Kreisliga-Niveau“) und den weiteren Routiniers ) Florian Döllel und Cedric Freisleben, blühen Spieler wie Vincent Wirl, Louis Stärkl und Eskander Nafouti richtig auf. „Unser Ziel ist natürlich der Wiederaufstieg in die A-Klasse“, sagt Kurz. Er weiß aber auch, dass dies durch die Doppelbelastung mancher Spieler schwer werden könnte. Aufgrund einiger Abgänge (wir berichteten) ist nämlich der Kader der abstiegsgefährdeten Kreisliga-Mannschaft reichlich ausgedünnt. Deshalb wird so mancher Akteur in der Ersten aushelfen müssen. Kurz weiß: „Das wird eine Riesenherausforderung.“ Er ist Realist – und ein Verfechter des fairen Fußballs. Gegen den FC Mintraching sah er selbst glattrot. „Es war meine allererste“, erzählt er.

Kurz hatte sich zu einer Beleidigung hinreißen lassen. Zuvor habe der Gegner zwei Erdinger Spieler schwer verletzt. „Und ich selbst habe auch einfach so zwei Kopfnüsse kassiert“, so Kurz, der zwar keine Elfmetergeschenke will, sich aber deshalb noch längst nicht alles gefallen lässt.

Quelle: Merkur.de

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