Fußball

Erdinger Jugendfußball: Erstes Reinschnuppern schon im Sommer?

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Willi Brambring

Der Nachwuchs wird den Spielbetrieb auch erst wieder im September fortsetzen.  Aber eine gewisse Flexibilität behält sich der BFV vor.

VON DIETER PRIGLMEIR

ErdingAuch die Fußballjuniorinnen und -junioren sollen ihre Punktrunde nach der Corona-bedingten Pause zu Ende spielen. Das bestätigte gestern Erdings Gruppenspielleiter Willi Brambring. Wie berichtet, hatten 68,13 Prozent aller Bayerischen Vereine für den Vorschlag des BFV gestimmt, die Spielzeit 2019/20 bis zum 31. August auszusetzen. Das gelte für den Spielbetrieb bei den Erwachsenen (von der Bayernliga abwärts) und bei den Junioren. So hatte es der Verband am Montag gemeldet. Im nächsten Satz hieß es aber, dass man laut Präsident Rainer Koch „im Nachwuchsbereich differenzierter vorgehen müsse“.

Das habe sich aber nur auf das Wie bezogen, erklärte Brambring. „Man will hier flexibler sein.“ Im Nachwuchsbereich werde sicher nicht am 1. September gestartet, sondern erst nach den Sommerferien. Außerdem gebe es Überlegungen, die Kinder schon im Juli zu Mini-Turnieren oder ähnlichen Spielformen auf den Platz zu lassen. „Natürlich wäre das nur eine Option, wenn es keine rechtlichen und vor allem gesundheitlichen Bedenken gibt. Und natürlich müssten auch die Eltern damit einverstanden sein“, so Brambring, der zu bedenken gibt: „Wenn du über viele Monate keinen Fußball anbietest, dann besteht schon die Gefahr, dass dann einige gar nicht mehr zurück zum Verein kommen.“ Speziell im Bereich der B-Junioren, „wo du wegen Lehrstelle, Freundin oder neuen Interessen sowieso viele verlierst“, könnte das zu einem großen Problem werden, befürchtet Brambring.

Ähnliche Sorgen würden auch die Jugendleiter und Trainer umtreiben, die sich derzeit bei ihm melden. Vier, fünf Telefonate seien das momentan wöchentlich. „Alle wollen natürlich wissen, wie es weitergeht“, erzählt der Lengdorfer, der persönlich auch für eine Fortsetzung der Saison ist.

Was passiert mit den A-Jugendlichen?

„Ich halte das für die gerechteste Entscheidung. Ob wir dann schon im September wieder spielen können oder vielleicht erst im März, das kann heute noch keiner sagen.“ Brambring lobte das Krisenmanagement des BFV. Der Verband habe der transparent gearbeitet, die Problematik sehr gut dargestellt und dabei die neuen Medien sehr gut genutzt.

Deshalb lädt auch Verbands-Jugendleiter Florian Weißmann in der kommenden Woche zu Webinaren, um auf offene Fragen einzugehen. Eine besonders heikle nennt auch Brambring: „Was passiert mit den A-Jugendlichen? Nicht jeder wird Lust haben, noch im Nachwuchs zu kicken, wenn er dann schon für die Herrenmannschaften spielberechtigt ist.“ Der Gruppenspielleiter ist aber zuversichtlich, dass der Verband hier ebenso eine Lösung findet wie zu den Wechselfristen.

Inzwischen hat der BFV übrigens weitere Details zur Umfrage herausgegeben. Demnach fand der Verbandsvorschlag, die Spielrunde nach der Pause fortzusetzen, bei den oberbayerischen Vereinen noch mehr Zustimmung (nämlich 75,42 Prozent bei 75,79 % Wahlbeteiligung) als im bayerischen Schnitt (68,13 % bei 73,53 % Wahlbeteiligung).

Am kritischsten sehen übrigens die Niederbayern und Unterfranken (je 61,56 Prozent) die Saisonfortführung. Von den Vereinen aus dem Kreis Donau/Isar waren 111 für die BFV-Empfehlung (71,61 %) und 44 dagegen (28,39 %). Das wiederum ist der schlechteste Wert in Oberbayern.

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