Der Neuzugang des VfR Garching im Interview

Ex-Löwe Fritz:"Ich gehöre ins Tor wie das Salz in die Suppe"

Kai Fritz bei seiner Verabschiedung von den Löwen. Foto: Leifer

Nach einem Sabbat-Jahr kehrt Kai Fritz zurück auf die Fußballbühne. Ab kommender Saison steht der 27-Jährige für den VfR Garching zwischen den Pfosten. Im Vorort-Interview spricht der Neuzugang über seinen neuen Verein, das eigene Unternehmen und über seine Erfahrungen an der Grünwalder Straße. 

Servus, Kai. Ab kommender Saison wirst du als Torhüter des VfR Garching auf den Platzzurückkehren. Wie kam der Kontakt zustande?

Ich kenne und schätze den Daniel Weber schon ziemlich lange und in seiner Torwartschule ist auchmein langjähriger Trainer Harry Huber. Wir sind immer in Kontakt. Über Harry kam ich auch zumeinem kurzfristigen Engagement beim BSV Rehden in der Regionalliga Nord – dadurch bin ich jetztschon in meiner persönlichen Vorbereitung für die nächste Saison.

Was erhoffst du dir von deinem Engagement in Garching?"You never know!“ Ich bin 27 Jahre alt, für einen Torwart ist das gar nichts. Eines meiner Vorbilder,der Gabor Kiraly hat gerade mit 41 Jahren seinen Vertrag verlängert. Ich will länger spielen als derGabor. Ich will mit Garching Erfolg haben, ich will jedes Spiel gewinnen und dann schauen wir,wohin der Weg mich führt.In unserem letzten Interview klang es fast so, als hättest du mit deiner aktiven Karriere abgeschlossen. Geht’s ohne Fußball für dich einfach nicht?Definitiv – ohne Fußball, ohne „Torwart“ geht es nicht. Ich gehöre zwischen die Pfosten wie das Salzin die Suppe. Manche Dinge musst du erleben und ausprobieren, um herauszufinden was für dichwichtig ist.

Der VfR Garching konnte vergangene Woche Entwarnung geben und kann auch nächste Saison in der Regionalliga auflaufen. Die längerfristige, finanzielle Zukunft ist aber noch ungewiss. Glaubst du, dass der VfR über die Saison hinaus in der Lage ist, die Regionalliga zu stemmen?Ich bin mir sicher, dass ich einen guten Teil dazu beitragen kann. Vereine, wie Garching sind für denLeistungsfußball genauso wichtig wie die Proficlubs. Letztendlich zählt die Leistung, die Ergebnisse,die Punkte. Wenn das passt, ist es immer leichter an Sponsoren und Unterstützer zu kommen.Vielleicht kamen diese Signale auch zur richtigen Zeit und der VfR hat jetzt die Möglichkeit, sich gutund noch besser zu positionieren. Ich vertraue dem Trainer. Der wird wieder ein super Team formenund wenn wir dann nächste Saison im Grünwalder gewonnen haben – dann wissen wir mehr.

Du führst mittlerweile ein eigenes Unternehmen: „Flying Goalie.“ Wie läuft’s und welche Erfahrungen aus deiner Fußball-Karriere machen aus dir einen guten Unternehmer?Ich habe in dieser Zeit ohne den aktiven Fußball gelernt, was ich gut kann, was ich am besten kannund was ich weniger gut kann. Die „Flying Goalies“ werden immer zahlreicher. Mein beruflicherFokus ist jetzt noch klarer auf „Torwart, Event und Fußball“ gerichtet. Entscheidungen - ist wohl einesder Zauberworte, die du aus dem Profisport und speziell als Torwart mit in dein Unternehmen bringenkannst. Ein Torwart muss ständig entscheiden, muss lernen die richtigen Entscheidungen zu treffenund braucht eine zweite oder dritte Lösung, wenn die erste nicht die beste war. Daszweite magische Wort ist wohl die Konzentration, der Fokus auf das, was du erreichen willst. UmTop-Leistung zu bringen, brauchst du eine Top-Konzentration, zwischen den Pfosten genauso wie als Unternehmer.

Du warst viele Jahre für die Münchner Löwen aktiv. Wie verfolgst du die aktuelle Entwicklung in München?Wenn du 3 ½ Jahre bei 1860 München warst, dann trägst du den Löwen im Herzen. Ich fiebere mit,ich bin in gutem Kontakt mit denen, die noch dort sind und manchmal wünsche ich mir ein Spiel, beidem ich im Tor stehe und eine Auswahl meiner ehemaligen Mitspieler gegen die 1. Mannschaft spielt -ich bin sicher, das wäre ein Spiel auf Augenhöhe und wenn Torsten Fröhling oder der Biero anunserer Seitenlinie wären – ich würde auf uns wetten. 1860 hat eine ganz bestimmte Kultur mit einerklaren Tradition und Fans, um die uns ganz Fußball-Deutschland beneidet. Es ist wie bei einemUnternehmen, du musst deine Firma um das herum aufbauen, was du hast, was du kannst und für daswas du stehst. Andere Wege können schnell in einer Sackgasse enden.

Bleibt 1860 in der zweiten Liga?Das wünsche ich dem Verein, den Fans, allen ehemaligen und momentanen Spielern und Trainern vonganzem Herzen.

Quelle: fussball-vorort.de

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