Fußballer beim SV Heimstetten, Student und E-Sportler

Profi-Zocker Fabio Sabbagh: „Wollen die Virtuelle Bundesliga gewinnen“

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Professioneller Fifa-Spieler: Fabio Sabbagh tritt für die SpVgg Greuther Fürth in der Bundesliga an.

Fabio Sabbagh spielt für den SV Heimstetten in der Regionalliga Bayern. Nebenbei studiert er und ist E-Sport-Profi für die SpVgg Greuther Fürth.

Am Wochenende spielt er bis zu fünf Stunden Fifa auf Profi-Niveau. Er gibt uns einen Einblick in die Welt des virtuellen Fußballs.

Wie bist du in die E-Sports-Welt eingestiegen?

Vor einem Jahr hab ich angefangen bei Turnieren mitzuspielen, wo ich gefühlt jedes gewonnen hab. Dann haben meine Freunde und mein Bruder mir empfohlen, es ernster zu verfolgen. Das hab ich dann auch im vergangenen Jahr getan und es ging seitdem stetig nach oben.

Was muss man als Profi-Fifaspieler machen und wie sehen die Turniere und die Spiele aus?

Es kommt darauf an, wo man spielt. Ich spiele für Greuther Fürth, die sind eine Zweitliga-Mannschaft und da sind die Aufgaben anders als beim VfL Wolfsburg oder Werder Bremen, die in der ersten Liga mitspielen.  

Mein Fokus liegt hauptsächlich auf der Virtuellen Bundesliga (VBL), das ist die E-Sports Bundesliga. Der Verein will vor allem, dass man dort gute Ergebnisse holt und sich für die Deutsche Meisterschaft qualifiziert. Wir wollen auch die VBL gewinnen, wie Werder Bremen letztes Jahr.

Musst du für die Spiele extra nach Fürth fahren und gibt es da jede Woche ein Spiel?

Die DFL hat den Spielplan noch nicht veröffentlicht, aber die Saison startet angeblich in November und geht bis Februar. Laut meinen Informationen gibt es dann ein Spiel pro Woche gegen einen anderen Verein. Es steht noch nicht fest, ob ich für die Spiele nach Fürth fahren müsste oder, ob ich sie zuhause spielen kann.  Wenn der Spielplan raus ist, wird sich dann alles aber aufklären. Beim zwei gegen zwei muss ich sicher nach Fürth fahren, um mit meinem Partner zuspielen.

Fabio Sabbagh über E-Sports: „Mit dem echten Fußball kann man es nicht vergleichen“

Nur zwei Tage bevor du vom E-Sportsteam von Greuther Fürth verpflichtet wurdest, hast du mit dem SV Heimstetten in der Regionalliga gegen Fürths zweite Fußballmannschaft gespielt. Wie ist der erste Kontakt entstanden?

Ich bin bei einer E-Sportberateragentur unter Vertrag und die haben Kontakt zu den Vereinen. Mein Berater ist dann auf mich zugekommen und hat gesagt, dass sie mich gerne kennenlernen würden. Relativ schnell ist es zu einem Gespräch gekommen und sie waren von mir überzeugt.

Haben andere E-Sportler Ahnung vom echten Fußball?

Jeder hat gewisse Ahnung über den echten Fußball, sonst wären sie auch nicht so gut im E-Sports. Ich glaube es gibt nicht so viele Fälle wie mich, die professionell Fußball spielen und E-Sports betreiben. Die anderen spielen vielleicht selbst nicht in einem Verein, aber lieben Fußball.

Wie realistisch findest du das Spiel?

Mit dem echten Fußball kann man es nicht vergleichen. Die Abläufe und die Zehntelsekunden sind im echten Fußball nochmal was anderes. Trotzdem muss man sagen, dass es immer realistischer wird.

Fabio Sabbagh vom SV Heimstetten: „Es ist eine hohe Belastung“

Wer ist der beste Fifaspieler, mit dem du schon in echt zusammen Fußball gespielt hast?

Severin Müller vom SV Heimstetten, aber dicht gefolgt von Christian Köppel vom FC Schweinfurt.

Wenn du eines aufgeben müsstest, wäre es Fifa oder Fußball spielen?

Ich würde Fifa aufgeben, weil seitdem ich vier Jahre alt bin, ist Fußball meine Leidenschaft gewesen. Fußball werde ich immer spielen, wie hochklassig wird man noch sehen müssen.

Wie hast du Zeit so viel zu spielen, wenn du Student bist, in der Regionalliga spielst und letzte Saison sogar Trainer warst?

Es ist eine hohe Belastung, aber ich bin es gewohnt. Schon als kleines Kind hatte ich immer zu tun. Ich mag es auch nicht, nichts zu tun. Samstags hab ich oft meine Spiele, freitags bin ich in der Uni und fahre danach ins Training. Danach habe ich noch Zeit, zehn Weekend-League-Spiele zu machen. Ab Samstagnachmittag hab ich dann frei und dann spiele ich die Weekend-League fertig und lerne für die Uni. Es ist viel zu tun, aber es macht mir Spaß. Aktuell spiele ich in der Woche zwischen vier und fünf Stunden.

Fabio Sabbagh über SV Heimstetten: „Es ist schwer“

Beim SV Heimstetten läuft es nicht ganz so gut, wie bei deinem Ultimate-Team. Was ist los?

Wir sind eine neu zusammengewürfelte und sehr junge Mannschaft, mit einigen Spielern, die noch nie in der Regionalliga gespielt haben. Viele Spieler sind noch 17, 18 Jahre alt und für die ist natürlich alles neu. Ich möchte ihnen nicht die Schuld geben, aber es ist schwer als neuer Haufen sich direkt gut zu präsentieren. Wie wir phasenweise gespielt haben, in den letzten zwei Spielen, sollte uns Mut geben. Man merkt, dass die anderen Mannschaften mehr Erfahrung haben, aber ich sehe ein Licht am Ende des Tunnels.

Viele erfahrene Regionalligaspieler sind in der Sommerpause gegangen und die Neuzugänge sind eher unerfahrene junge Spieler, wie gut funktioniert das Zusammenspiel im Training?

Die Trainingsleistung stimmt immer von jedem. Alle sind heiß und haben Bock auf das Training. Jede Einheit wird ernst genommen und es macht allen Spaß.

Am Freitag spielt ihr zum ersten Mal seit der Relegation gegen den TSV Rain. Glaubst du, dass ihr jetzt die beste Möglichkeit habt, eure ersten Punkte der Saison zu holen?

Ja, es ist die optimale Gelegenheit, die ersten drei Punkte einzufahren. Wir kennen Rain, da unsere letzte Begegnung nicht all zu lange her ist und sie relativ unverändert sind. Im letzten Spiel haben wir auch am Sportpark 2:1 gewonnen und ich glaube, das gibt allen hier noch mehr Mut. 

Quelle: Merkur.de

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