„Verstehe nicht, warum man das Wochenende wegschmeißt

FC Deisenhofen und SV Pullach kritisieren den Spielplan

„Gerade solche Tage im Oktober sollte man nutzen“, findet Pullachs Manager Robert Bäumel und meint damit den Ligabetrieb. Die Raben sind im Toto-Pokal im Einsatz.

Deisenhofen-Trainer Hannes Sigurdsson versteht den Terminplan nicht. Die Deisenhofner haben am Wochenende frei, da sie im Totopokal schon ausgeschieden sind.

Pullach/Deisenhofen –Der vierte Spieltermin nach dem Neustart im Amateurfußball steht an, doch die Bayernligisten, wie etwa der SV Pullach und der FC Deisenhofen, werden auch nach diesem Wochenende weiterhin erst zwei Punktpartien absolviert haben. Denn der anstehende Samstag ist für den Totopokal reserviert, genau wie jener vor zwei Wochen, als der SVP den FCD mit 3:0 aus dem K.o.-Wettbewerb warf. So können die Pullacher wenigstens ihren Spielrhythmus beibehalten: Sie gastieren zu dieser 1. Hauptrunde am Samstag (15 Uhr) beim Kreisligisten SV Waldeck-Obermenzing auf der Bezirkssportanlage an der Meyerbeerstraße. Die Deisenhofner haben hingegen keine aktuelle Pflichtaufgabe zu bewältigen, was ihrem Trainer Hannes Sigurdsson gar nicht schmeckt: „Ich verstehe nicht, warum man das Wochenende wegschmeißt. Keiner weiß, wie es mit der Pandemie weitergeht. Es ist doch genug Zeit für den Pokal, man könnte auch unter der Woche spielen.“

Bäumel: „Gerade solche Tage im Oktober sollte man nutzen“

Obwohl seine Raben beschäftigt sind, findet auch SVP-Manager Robert Bäumel die Terminplanung merkwürdig: „Man sollte versuchen, die Liga zu Ende zu bringen. Gerade solche Tage im Oktober sollte man nutzen. Wer weiß, wie es im November mit dem Wetter aussieht.“ Ungeachtet dessen nimmt er die Aufgabe ernst: „Wir wollen schon alles daran setzen, weiterzukommen.“

SV Pullach: Bäumel kehrt nach Sperre zurück - zahlreiche Angreifer fehlen verletzt

Immerhin ist mit Co-Trainer Christian Doll nach abgebrummter Rotsperre wieder ein echter Stürmer an Bord. Der Neuzugang hatte den Platzverweis bei seinem Bayernligadebüt für die Pullacher in Donaustauf (0:1) erhalten, deshalb kommt ihm die Partie in Obermenzing wohl ganz gelegen. „Für Christian Doll ist das eine gute Gelegenheit, um Spielpraxis zu bekommen und die Bindung zur Mannschaft zu verbessern“, sagt Bäumel, der auf die anderen, allesamt verletzten Angreifer, Max Zander, Leon Ritter und Gilbert Diep, noch etwas warten muss.

SV Pullach: Doch kein Heimrechttausch mit dem SV Waldeck-Obermenzing

Diep hat immerhin das Lauftraining wieder aufgenommen. Ursprünglich war ein Heimrechttausch ins Auge gefasst worden, weil auf der Bezirkssportanlage Umkleiden und Duschen wohl geschlossen bleiben. Doch die Hausherren wollen ihren Platzvorteil nun doch nicht herschenken. „Sie haben sich noch einmal zusammengesetzt und gesagt, so ein Spiel hat man alle sechs, sieben Jahre. Das wollen sie doch daheim austragen“, berichtet Bäumel.

Da lässt sich der Ehrgeiz des Underdog schon erahnen. Der Kreisliga-Neunte hat nach der Coronapause noch kein Punktspiel absolviert, im Ligapokal aber den SV Akgüney Spor 4:1 geschlagen. Überhaupt scheinen die West-Münchner Cup-Wettbewerbe zu mögen: Mit sechs Siegen qualifizierten sie sich als Kreissieger für die 1. Hauptrunde des Totopokal. Dabei gelang mit dem 4:1 über den Bezirksligisten FC Anadolu Bayern allerdings nur ein Erfolg über ein höherklassiges Team.

UMBERTO SAVIGNANO

Quelle: Merkur.de

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