Hiobsbotschaften am Gröben

1. FC Garmisch-Partenkirchen verliert Leon Brudy, Michael Rauch und Robin Reiter

Michael Rauch muss aus gesundheitlichen Gründen seine Karriere beenden.
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Michael Rauch muss aus gesundheitlichen Gründen seine Karriere beenden.

Der 1. FC Garmisch-Partenkirchen muss kurzfristig drei Ausfälle für die kommende Saison kompensieren. Brudy und Rauch beenden aus gesundheitlichen Gründen ihre Karrieren

Garmisch-Partenkirchen – Mit einem üppigen Kader ist startete der 1. FC Garmisch-Partenkirchen vor anderthalb Wochen in die Vorbereitung auf die neue Saison in der Fußball-Landesliga Südwest gestartet. Doch nach nur zwei Übungstagen hagelte es die ersten Hiobsbotschaften.

Mit Leon Brudy und Michael Rauch sahen sich zwei routinierte Kräfte genötigt, ihre Laufbahn zur Vermeidung von Langzeitschäden unverzüglich zu beenden. Damit verliert der 1. FC zwei Stammkräfte, überdies zwei von ohnehin nur wenigen Linksfüßlern im Kader. Robin Reiter, der den Sprung in die erste Elf mit Ausnahme weniger Kurzeinsätze nicht bewältigte, verlässt den Gröben indes aus freien Stücken. Reiter wechselt hinauf ins Ammertal, schließt sich seinem Ursprungsverein, dem Kreisklassisten WSV Unterammergau an.

1. FC Garmisch-Partenkirchen: Leader Rauch muss verletzungsbedingt aufhören

Primär ist es die Personalie Rauch, die beim 1. FC ins Kontor schlägt und so ziemlich jedermann anfasst. Klar: Beim 34-jährigen Farchanter wusste man, dass Job, Familie und fortgeschrittenes Fußballer-Alter das Karriereende zwangsläufig näher rücken lassen. Ursprünglich hatte der Mittelfeldstratege bereits während der Pandemie mit dem Schlussstrich geliebäugelt. „Aber so wollte er auf keinen Fall aufhören“, sagt Coach Christoph Saller. „Eigentlich hatte ich ihn schon überredet“, betont FC-Vorstand Arne Albl. Dadurch wäre dem Trainer die sofortige Fahndung nach einem dominanten Sprecher auf dem Platz erspart geblieben. Rauch sei „unheimlich wichtig“ als Führungsperson, macht die „richtigen Dinge zur rechten Zeit“. Zudem ist er uneigennützig. „Er stellt sich 100-prozentig in den Dienst der Mannschaft“, hebt Saller hervor. Das ärztliche Veto war allerdings eindeutig. „Michael hat oft schon unter Schmerzen gespielt“, erläutert der Coach. „Das Knie wegen einer Saison komplett kaputt zu machen, wäre völlig unsinnig.“ Albl, der Rauchs Wechsel vom TuS Gerestried im Vorfeld der abgebrochenen Corona-Spielzeit federführend eingetütet hatte, bedauert den Abgang freilich. „Ist schade, aber die Entscheidung müssen wir akzeptieren.“

Weit spannender wird der strukturelle Umbau des Teams aus hierarchischer Warte. „Sportlich ist ein Spieler immer leichter zu ersetzen als eine Persönlichkeit mit tragender Rolle“, betont Albl. Saller sieht´s hingegen relativ pragmatisch. Spieler wie etwa Florian Langenegger, Christoph Schmidt, oder Neuzugang Martin Hennebach“, die zwar jung sind, dennoch latente Führungsqualitäten auf sich vereinen, müssten Rauchs Rolle im Verbund übernehmen. „Unabhängig von Alter und Mannschaftsteil“, stellt Saller klar.

Leon Brudy: Hüft-OP bringt nicht den erhofften Erfolg

Ungleich geräuschloser geht die Laufbahn von Leon Brudy zu Ende. Aufgrund einer Hüft-OP war der gelernte Linksverteidiger in der vergangenen Saison ohnehin nur bis zum ersten Abbruch im Einsatz. Jetzt wollte der Linksfuß, in der Jugend für den SC Freiburg aktiv, noch einmal angreifen. Aber auch bei ihm rieten die Ärzte dringend ab. „Er hat die gleichen Schmerzen wie vor seiner OP“, verrät Albl. Saller war zunächst noch guter Dinge, als beim Auftakt der sofortige Rückschlag ausblieb. „Alles war auf Leons Comeback ausgerichtet. Die Nachricht kam für ihn und uns alle sehr überraschend.“ Die linke Außenbahn bleibt somit Sallers größte Baustelle. Sie war zuletzt nur selten mit „gelernten Fachkräften“ besetzt.

Zwei Neuzugänge kommen zuvorderst für die Neubesetzung infrage. Julian Sachs kennt die Position von seinen bisherigen Klubs. Albl bringt zudem Elian Schmidt ins Spiel. Wenngleich die Findungsphase von einiger Dauer sein könnte, sieht Saller keinerlei Grund zur Panik. Man werde auch nicht ad hoc „irgendjemanden aus dem Zwang heraus“ verpflichten. Zwar halte man die Augen offen, doch der Kader sei weiterhin „grundsätzlich“ gut besetzt. „Wir werden eine Lösung finden“, sagt Saller.

So wie das in Sachen Robin Reiter unlängst der Fall war. Dem 20-jährigen, 2019 aus der Jugend des TuS Geretsried an den Gröben gewechselt, fehlt beim Landesligisten die Perspektive. Für Reiter ist der Aufwand massiv, die Konkurrenz in der Offensive aktuell zu groß. „Robin hat es bei uns nie so wirklich in den Männer-Fußball geschafft“, bilanziert Saller. Der Wechsel nach Unterammergau sei von daher der „richtige Schritt“. Was Reiter braucht, sind Einsätze als Stammspieler. Vielleicht klappts im zweiten Anlauf. Man bleibe in Kontakt. „Vielleicht setzt er sich durch, dann können wir uns jederzeit wieder unterhalten.“  

(Oliver Rabuser)

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