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Florian Heringer wird wohl Trainer des 1. FC Garmisch-Partenkirchen: Nur letzte Details fehlen noch

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Von: Christian Heinrich

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Der Blick geht in Richtung Gröben: Florian Heringer wird wohl neuer Trainer beim 1. FC Garmisch-Partenkirchen.
Der Blick geht in Richtung Gröben: Florian Heringer wird wohl neuer Trainer beim 1. FC Garmisch-Partenkirchen. © Andreas Mayr

Die Spatzen pfeifen es von den Dächern, und das nicht erst seit ein paar Tagen: Florian Heringer soll Trainer beim 1. FC Garmisch-Partenkirchen werden.

Garmisch-Partenkirchen – Der 38-jährige Oberhauser, der aktuell den Kreisligisten TSV Peißenberg betreut. So weit, so gut. Doch: Bestätigen will das keiner. Beide Seiten zieren sich, das Okay zu geben.

Heringer bittet um Geduld: „Ich werde mich dazu noch nicht offiziell äußern“, sagt er. Kurios: Denn es gilt eigentlich als fix, dass er in der kommenden Saison das Team vom Gröben übernimmt, dass dann hoffentlich weiterhin in der Landesliga kicken wird.

Florian Heringer: Von der Kreis- in die Landesliga

Auch Arne Albl mauert weiterhin. „Es gibt noch Details zu klären“, betont der Sportliche Leiter beim 1. FC. Er räumt ein, dass die Gespräche mit Heringer weit fortgeschritten sind. Eine Art Ultimatum steht offenbar auch: Spätestens in zehn Tagen will Albl die letzten Formalien geklärt haben, damit Heringer im Sommer die Nachfolge von Hansi Huber antreten kann. Zweifel, dass dies so kommt, bestehen laut Albl keine. Er sieht ohnehin keine Alternative zu Heringer. „Natürlich ist er der Kandidat jetzt, keine Frage, es gibt keinen anderen.“

Der Wechsel kommt durchaus überraschend. Bisher hat der Familienvater nur in der Kreisklasse oder der Kreisliga gearbeitet. Zunächst betreute er bei seinem Heimatverein BSC Oberhausen vier Jahre lang die Herren sowie die A-Junioren. Vor zweieinhalb Jahren wechselte er dann zum TSV Peißenberg. In der Kreisliga 1 belegt er mit seiner Mannschaft momentan den elften Platz.

Florian Heringer: Nicht nur hoher Fußball-Sachverstand

Auch wenn ihm in seiner Karriere als Coach noch die großen Stationen fehlen, als Spieler ist er weit herumgekommen. Als Jugendlicher kickte Heringer beim TSV 1860 München und bei der SpVgg Unterhaching. Später zog er zum TSV Grünwald, zu Schwaben Augsburg, zur FT Starnberg und zum TSV Landsberg weiter.

Seine Ausbildung zum Fitness-Coach schloss er an der Deutschen Hochschule für Gesundheit und Prävention in München mit einem Bachelor of Art in Fitness-Training ab. Unterm Strich: Der 1. FC Garmisch-Partenkirchen bekommt einen Coach, der über einen hohen Fußball-Sachverstand und hervorragende Kenntnisse verfügt, wie ein vernünftiges Training aufzubauen und zu steuern ist.

TSV Peißenberg: Klassenerhalt mit Heringer das Ziel

In Peißenberg bedauern sie Heringers Abschied ins Werdenfelser Land. „Er ist fachlich und charakterlich ein guter Trainer. Deshalb habe ich ihn auch geholt“, stellt Thomas Lang klar. Der Sportliche Leiter des Kreisligisten hatte eigentlich mittel- bis langfristig mit Heringer geplant. Dass er den Verein nun früher als geplant verlässt, schreibt Lang den Gesetzmäßigkeiten der Branche zu. „Manchmal hört ein Trainer auf aus irgendwelchen Gründen, und manchmal beendet ein Verein die Zusammenarbeit aus irgendwelchen Gründen.“

In seiner Zeit in Peißenberg hat Heringer manches bewirkt. Der Sportchef des TSV jedenfalls sieht die Mannschaft dank ihm auf einem guten Weg. „Er hat dazu beigetragen, dass sich die Spieler entwickelt haben.“ Lang hegt keinen Zweifel, dass sein Coach in den verbleibenden fünf Saisonspielen und eventuell in der Relegation alles unternehmen wird, um den Klassenerhalt zu sichern. „Ich bin davon überzeugt, dass er nicht mit einem Negativ-Erlebnis Richtung Garmisch gehen will.“

FC Garmisch-Partenkirchen: Heringer trifft auf Bekannte und Familie

Als ihn Heringer vor ungefähr einem Monat über den geplanten Wechsel in Kenntnis setzte, begründete er seine Entscheidung mit der Einmaligkeit des Angebots. „Er hat zu mir gesagt, er will die Chance ergreifen“, erinnert sich Lang. Diese Chance sei für einen Trainer wie ihn aus den unteren Ligen wie ein Sechser im Lotto, denn ohne entsprechende Referenzen und Kontakte sind solche Posten normalerweise kaum zu bekommen.

Vielleicht haben die Garmisch-Partenkirchner Verantwortlichen genau darauf geschaut, dass Heringer ein besonderes Händchen für junge Spieler besitzt und deren Sprache spricht. Hinzu kommt, dass er unterhalb der Alpspitze zwar noch ziemlich unbekannt sein dürfte, innerhalb der Mannschaft einigen Kickern jedoch bestens vertraut ist. Spieler Maximilian Heringer ist sein Großcousin und stammt wie Lukas Kunzendorf und Moritz Müller aus Oberhausen. Allein das bürgt für Qualität. (Christian Heinrich)

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