Fußball - Relegation

FC Hörgersdorf feiert bis zum Mallorca-Flug - Altenerding gibt sich selbstkritisch 

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Abpfiff in Langenpreising: Ganz Hörgersdorf ist außer Rand und Band. 

Der 3:2-Sieg des A-Klassen-Vizemeisters über den Ex-Bezirksligisten - ein verrücktes Spiel. Das sahen auch die beiden Trainer so.

Langenpreising - „Für die Zuschauer war es sicher ein super Spiel.“ Das war die bittere Erkenntnis für Trainer Jenö Rauch. Mit seinem Team der SpVgg Altenerding verlor er am Dienstagabend das Relegationsspiel in Langenpreising gegen den FC Hörgersdorf mit 2:3 Toren. Der einstige Bezirksligist muss nun in die A-Klasse. Und das alles nach eineinhalb verrückten Spielen. Wie berichtet, war die erste Partie nach 36 Minuten beim Stand von 1:1 abgebrochen worden. In der Neuauflage führte der FC Hörgersdorf bis zur 77. Minute 2:0, kassierte dann zwei Tore und eine Gelb-Rote Karte – um dann nochmal völlig überraschend und entscheidend zurückzugeschlagen.

Held des Abends: der dreifache Torschütze Martin Stöckl. „Ich habe ihm in der Halbzeit gesagt, dass für ihn auf Mallorca alles frei ist, wenn er noch drittes Tor macht“, erzählt Felix Stocklauser, Spielertrainer des FC Hörgersdorf.

Dazu muss man wissen: Am Donnerstag um 5.50 Uhr düsen 21 FCH-Kicker nach Mallorca, um eine Saison zu feiern, die laut Stocklauser „einfach nur geil“ war. „Wir haben eine Truppe, die immer bis zur letzten Minute kämpft. Deshalb haben wir auch viele Spiele knapp und kurz vor Schluss gewonnen.“

Wie eben dieses Spiel in Langenpreising. „Es war schon ein brutal schönes Gefühl. wenn du beim Aufwärmen siehst, wie der Fanbus eintrifft“, erzählt Stocklauser und schwärmt von der Traumkulisse von über 1000 Leuten. „Wir alle wussten, dass wir so etwas nie wieder erleben werden.“ Als aber der Schiri angepfiffen hatte, habe man alles ausgeblendet und Vollgas gegeben. „Wir haben so viel investiert und waren nach 70, 80 Minuten einfach platt.“ Stocklauser ärgert sich allerdings über den indirekten Freistoß wegen angeblicher Zeitverzögerung des Keepers, der letztlich zum Altenerdinger 2:2-Ausgleich führte. „Da waren wir am Boden zerstört, weil wir wussten, dass nun Altenerding die besseren Karten hatte.“ Und dann fügt Stocklauser hinzu: „Aber vielleicht musste das so sein, dass unser Martl nochmal zuschlägt.“

Rauch („Die erste Hälfte war eine Katastrophe, und ich habe den Jungs in der Halbzeit gesagt, dass wir uns so nicht verabschieden dürfen“) erinnert sich so an die entscheidende Szene: „Nach dem 2:2 hatten wir das Momentum auf unserer Seite. Ich habe dann noch gesagt, sie sollen den Ball, wenn er in Richtung Strafraum kommt, kompromisslos klären. Einfach nur rausschweißen. Aber der Ball wird dann nur halbherzig zur Seite abgewehrt, da steht Stöckl dann blank und haut das Ding rein. Das war natürlich extrem bitter. Wenn man aber auf die gesamt Saison zurückblickt, speziell auf die Rückrunde, da haben wir einfach zu viele Unentschieden gehabt – gerade gegen die direkten Konkurrenten. In der Endphase haben wir zwar noch gegen Türk Gücü und Eichenried gewonnen, aber das war dann schon unwichtig. Wenn ich das insgesamt betrachte, dann sind wir nicht unverdient abgestiegen.“

Bei den Hörgersdorfern hingegen begann mit dem Abpfiff ein Freudenfest, das auch bei Redaktionsschluss noch nicht beendet war. Erst noch eine Stunde in Langenpreising, danach an einen Weiher und dann zum Wirt nach Landersdorf – „nur ein paar Spieler sind kurz heimgefahren, um die Koffer für Mallorca zu packen“.

Einen Preis hätte übrigens auch die SpVgg Langenpreising verdient. Zwei Tage hintereinander hatten die Ehrenamtlichen eine Mammutaufgabe bewältigt, angefangen vom Parkplatzdienst, Ordner und die Bewirtung von jeweils über 1000 Zuschauern. Vorsitzender Stefan Haslacher hatte alles im Griff, war fast ständig unterwegs und stand sogar selbst einige Zeit am Grill.

Noch mehr über den gelungen Abend haben sich zwei FCH-Fans gefreut Dorfens Stadtrat Martin Heilmeier (mit Fanschal) und der Taufkirchener Gemeinderat Valentin Bitzer. Beide spielten ja früher selbst für den FCH. Das wird übrigens auch Felix Stocklauser weiter tun. Sein Traineramt gibt er allerdings nach sechseinhalb Jahren ab. „Damals hatten wir in der A-Klasse nach der Winterpause sechs Punkte und sind am Ende nicht abgestiegen“, erzählt er. Jetzt übergeben er und der ebenfalls scheidende Bernhard Schöberl die Mannschaft ihrem Nachfolger Martin Grasser als Kreisklassisten. So etwas nennt man: Mission beendet!  

Quelle: Merkur.de

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