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FC-Ismaning-Chef Eisenreich: „Gute Jugendarbeit kostet natürlich viel Geld“

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Von: Nico Bauer

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Aus dem eigenen Nachwuchs ins Bayernliga-Team: Sieben Spieler (hier Bastian Lommer; blau) haben es in den Kader der Männermannschaft geschafft.	Foto: Dieter Michalek/Archiv
Aus dem eigenen Nachwuchs ins Bayernliga-Team: Sieben Spieler (hier Bastian Lommer; blau) haben es in den Kader der Männermannschaft geschafft © Dieter Michalek/Archiv

Bayernligist FC Ismaning spielt bislang eine überzeugende Runde und steht im gesicherten Mittelfeld. Auch dafür verantwortlich: die grandiose Jugendarbeit des FCI.

Ismaning - Der FC Ismaning setzt auf die eigene Jugend und das mit großem Erfolg. In den letzten zwei Jahren kamen die Königstransfers gefühlt aus dem eigenen Verein. Der Vorsitzende Emanuel Eisenreich erklärt im Interview die Philosophie, die Ziele und die bewusste Investition in den Nachwuchs.

Herr Eisenreich, wenn Sie zum Bayernliga-Heimspiel ins Stadion gehen, schauen Sie dann immer darauf, wie viele Eigengewächse diesmal wieder in der Startelf stehen?

Das schaue ich mir nicht alleine an. Da sehen viele Zuschauer darauf und die haben Freude an der Entwicklung.

Was ändert die Jugend in der Ersten?

Wir spielen einen frischen Fußball und es macht Spaß, zuzusehen. Da sieht man auch an den steigenden Zuschauerzahlen. Und unsere aktuellen Jugendspieler sehen: Wenn ich Gas gebe, kann auch ich in der Ersten spielen.

„Wer Herren-Bayernliga spielen will, muss konsequent arbeiten und Zeit investieren.“

Emanuel Eisenreich über die Entwicklung von jungen Spielern.

Kommen im nächsten Sommer wieder so viele Neue aus der eigenen Jugend und war diesmal eine Ausnahme?

Der letzte Sommer war ja schon keine Ausnahme mehr, weil auch ein Jahr zuvor schon sehr gute Spieler aus der eigenen Jugend kamen. Aber es werden nicht jedes Jahr sieben Spieler sein. Wir können nicht in der Herren-Bayernliga nur mit 19-Jährigen spielen. Zwei oder drei Spieler aus der Jugend wären jedes Jahr schön.

Emanuel Eisenreich
Der FCI-Vorsitzende sagt: Wir wollen in der Bayernliga einen ordentlichen Fußball spielen und nach einigen Jahren Abstiegskampf einen einstelligen Tabellenplatz erreichen. Foto: Eisenreich
Emanuel Eisenreich Der FCI-Vorsitzende sagt: Wir wollen in der Bayernliga einen ordentlichen Fußball spielen und nach einigen Jahren Abstiegskampf einen einstelligen Tabellenplatz erreichen. © Eisenreich

Wie schwierig ist es für einen Verein, so eine Jugend mit dem Leistungsprinzip aufzubauen?

So etwas geht nicht von heute auf morgen. Außerdem haben wir eine Verpflichtung gegenüber der Gemeinde.

Sie meinen, dass kein Kind abgewiesen wird?

Genau, so schaut’s aus. Uns ist jede Jugendmannschaft wichtig, vom Fußballkindergarten bis zu U19. Das wollen wir fördern. Irgendwann ab der U15 oder U16 entscheidet sich, ob die Jugendlichen Breitensport betreiben oder mehr wollen. Wer Herren-Bayernliga spielen will, muss konsequent arbeiten und Zeit investieren. Mit ein bisschen Gaudi geht das nicht.

„Natürlich kostet uns das viel Geld, aber es ist unsere Philosophie.“

Emanuel Eisenreich über die Kosten der Jugendarbeit.

Sie haben natürlich auch mit U19-Trainer Jacky Muriqi und dem Sportlichen Leiter im Jugendbereich Daniel Rohn Leute, die genau wissen, was Spieler für gehobenen Herrenfußball können müssen.

Wir haben eine komplette Kette von guten Leuten. Die geht vom Sportlichen Leiter Walter Werner über Herrentrainer Mijo Stijepic und U19-Trainer Jacky Muriqi bis zu Daniel Rohn. Wir sind auf einem guten Weg. Wir haben eine gute Truppe in Sportlicher Leitung und Vorstandschaft. Alle arbeiten gerne zusammen und die meisten Beschlüsse werden einstimmig gefasst. Wir verstehen uns alle sehr gut. Ich werde aber nie zufrieden sein, weil Zufriedenheit Stillstand bedeutet. Aber wir haben nicht alles verkehrt gemacht.

Jugendarbeit kostet Geld. Wie ist das für den FC Ismaning zu stemmen?

Natürlich kostet uns das viel Geld, aber es ist unsere Philosophie. Diese gute Jugendausbildung nimmt natürlich einen gewissen Prozentsatz unseres Budgets ein, aber wir wollen genau diesen Weg gehen.

„Wenn man Erster ist, will man immer das Maximum erreichen.“

Emanuel Eisenreich über die Ziele der U19.

Investieren Sie also in die Jugend statt in Neuzugänge der ersten Mannschaft?

Es muss eine vernünftige Kombination sein. Wir werden uns immer wieder mal erfahrene Spieler von Außen holen, wenn es das Budget erlaubt, und aus der eigenen Jugend das Gerüst herum bauen. Wir als Verein sind definitiv bereit, in die Jugend zu investieren.

Aber sie haben nicht das Ziel, über die Jugend noch die eine oder andere Liga nach oben zu kommen?

Wir wollen in der Bayernliga einen ordentlichen Fußball spielen und nach einigen Jahren Abstiegskampf einen einstelligen Tabellenplatz erreichen. Unser Plan ist klar die Bayernliga. Aber bis jetzt haben wir nix erreicht.

Und bei der U19 soll es der Aufstieg sein?

Das ist nicht von der Hand zu weisen. Wir hatten bislang in der Landesliga ja sieben Siege und ein Unentschieden. Wenn man Erster ist, will man immer das Maximum erreichen.

(Das Gespräch führte Nico Bauer.)

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