Martin Pschorr erinnert sich an seine Zeit als Spieler und Fan der SpVgg Moosburg

Pschorr: „Mit Fußball kam ich schon in frühester Kindheit in Berührung“

Martin Pschorr (73) spielte bei der SpVgg Moosburg bei den Schülern und der Jugend.
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Martin Pschorr (73) spielte bei der SpVgg Moosburg bei den Schülern und der Jugend.

Martin Pschorr, ehemaliger Realschullehrer und Stadt- und Kreisrat, hat sich im Interview an seine Zeit als Spieler und Fan der SpVgg Moosburg erinnert.

Moosburg – Eng verbunden mit dem Sport, dem Fußball und vor allem der damaligen Spielvereinigung von 1920 ist Martin Pschorr (73). Der ehemalige Realschullehrer und langjährige Stadt- und Kreisrat, der seit 1970 dem SPD-Ortverband angehört, erinnert sich an seine Zeit als Spieler und Fan.

1920 wurde in Moosburg erstmals Fußball gespielt, und schon in den Anfangsjahren las man in den Aufstellungen den Namen „Pschorr“. War das Ihr Vater oder ein Verwandter?

Mein Vater gehörte zu den Gründungsmitgliedern der Spielvereinigung Moosburg im Jahr 1920 und war einer der Aktiven der ersten Stunde. Durch ihn ist mein Interesse am Fußballsport geweckt worden. Ich habe heute noch ein „Ehren-Diplom“ in meinem Wohnzimmer hängen, das er anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Vereins 1930 bekommen hat und das ich sehr in Ehren halte. Auch mein Onkel, der sich allerdings mehr dem damals sich entwickelnden Motorsport verbunden fühlte, schloss sich dem Verein an.

Haben Sie selbst auch Fußball gespielt?

Sport hat in meinem bisherigen Leben immer eine große Rolle gespielt. Mit dem Fußball kam ich schon in frühester Kindheit in Berührung, da mich mein Vater immer zu den Spielen der Spielvereinigung mitgenommen hat. Wir wohnten in der Nähe des Bahnhofplatzes, und ich erinnere mich, dass das Zuschauerinteresse sehr groß war. Viele kamen auch aus der näheren und weiteren Umgebung, der Verein hatte einen guten Namen in Fußballkreisen – weit über die Stadt hinaus.

Fußball spielten wir in jüngeren Jahren meist auf der Straße oder auch auf freien Wiesenflächen, was damals zwar nicht unproblematisch, aber noch möglich war. Zum Vereinssport kam man in der Regel später als heute – ich spielte dann bei der SpVgg in den 1950ern und Anfang der 1960er Jahre in den Schüler- und Jugendmannschaften mit unterschiedlichem Erfolg – auch deshalb, weil mein fußballerisches Können, wie man heute sagen würde, noch „Luft nach oben“ hatte. In Erinnerung geblieben ist mir ein Spiel unter Trainer Josef Held gegen die Jugend des FC Bayern mit Franz Beckenbauer und weiteren späteren Profis – ich glaube, wir haben nicht hoch gewonnen.

Wie war Ihr Bezug zur damaligen Spielvereinigung?

Wenn man von Kindheit an mit einem Verein auf- und mitwächst, dann entwickelt sich eine emotionale Bindung, die nicht mehr verloren geht. So habe ich das sportliche Leben der SpVgg immer mit Anteilnahme und Interesse verfolgt. Als Spieler in der Jugend denke ich an gemeinsame Veranstaltungen noch im Vereinslokal am Bahnhof, an soziale Geborgenheit und an gute Trainer, von denen ich viel lernen konnte. Nach vielen Jahren am Standort Bahnhof stellte sich wieder die Frage der Sicherung einer Spielstätte für die Zukunft. Nach zähem Ringen wurde unter Bürgermeister Anton Neumaier die Genehmigung für den Bau einer neuen Anlage an der Straße nach Feldkirchen erreicht. Dies war die Aufgabe, mit der ich in meiner Tätigkeit als Stadtrat mit der SpVgg mich zu befassen hatte. Die Baupläne wurden nicht umgesetzt – neue Planungen eines Sportzentrums im Bereich Bonau wurden konkreter und setzten sich schließlich durch.

Der einstige Bahnhofsplatz mit Blick auf die Moosburger Wahrzeichen bietet ein tristes Bild und ist nicht einladend. Wie kann man diesen Bereich wieder attraktiv und mit Erholungswert gestalten?

Die Fläche der ehemaligen Sportplätze ist derzeit als Grünfläche für sportliche Nutzung, ausgehend vom letzten Bestand, dargestellt. Es handelt sich um einen Bereich, der für die innerstädtische Entwicklung eine Rolle spielen wird. Das Gelände ist im Besitz von privaten Eigentümern. Es ist die Aufgabe der politisch Verantwortlichen, gemeinsam mit den Eigentümern das Thema anzugehen und Gespräche aufzunehmen. Auch wenn man vielleicht längerfristig denken muss, sollte man diesen Bereich für die zukünftige Entwicklung nicht aus dem Auge verlieren.

Eine Anekdote zum Schluss.

Ja, richtig! Im Eingangsbereich zum Sportplatz stand früher noch eine alte Kegelbahn, die zur Vereinsgaststätte gehörte. Hier habe ich zu meiner Kinderzeit ein erstes Geld verdient, weil ich mich dazu gemeldet habe, bei den Kegelrunden die schweren Holzkegel wieder aufzustellen und die Kugeln zurückzuschicken. Eine durchaus schweißtreibende Arbeit, die ich aber gerne gemacht habe und an die ich mich gerne erinnere.

Interview: Margit Conrad

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