FC Pipinsried im Überflug

FC Pipinsried: Pablo Pigl und Steffen Krautschneider sichern die Tabellenführung

74 Treffer durften die Fußballer des FC Pipinsried in den bisher absolvierten 22 Spielen der Bayernliga Süd bejubeln. Foto: hae

22 Spiele, 60 Punkte, 74:18 Tore und mit Pablo Pigl (20 Tore) und Steffen Krautschneider (16) die besten Goalgetter der Liga – mit beeindruckenden Zahlen hat sich der FC Pipinsried in die Winterpause verabschiedet.

22 Spiele, 60 Punkte, 74:18 Tore und mit Pablo Pigl (20 Tore) und Steffen Krautschneider (16) die besten Goalgetter der Liga – mit beeindruckenden Zahlen hat sich der FC Pipinsried in die Winterpause verabschiedet. Der souveräne Tabellenführer der Bayernliga Süd hat in der ersten Halbserie der Saison 2019/2020 einen gewaltigen Wintervorrat angelegt, mit sage und schreibe 19 Punkten Vorsprung haben die Kicker aus dem 570-Seelen-Dorf im Landkreis Dachau die Konkurrenz weit hinter sich gelassen. Die Rückkehr in die Regionalliga Bayern, vor der Spielzeit als Ziel angegeben, scheint nur noch eine Frage der Zeit zu sein.

Dabei ist es noch gar nicht so lange her, da herrschte Tristesse pur im Ilmtal: Der FCP war im Sommer nach zwei Jahren aus der vierthöchsten Spielklasse in Deutschland in die Bayernliga abgestiegen. Trainer Fabian Hürzeler stand auf der Kippe – und mehr als der halbe Kader vor dem Absprung. Schnell stand für die Verantwortlichen fest, dass das Ziel der Wiederaufstieg sein sollte. Entsprechend zielgerichtet wurde die Mannschaft komplett neu zusammengestellt. Doch im Gegensatz zu früher holte man nicht wahllos vermeintlich gute Spieler, nein, diesmal achtete Roman Plesche besonders auf die Charaktereigenschaften und die Teamfähigkeit der Neuzugänge. „Wir haben im Vorfeld mit jedem Spieler Gespräche geführt, um einfach noch besser einzuschätzen, ob er zu uns passt“, so der sportliche Leiter des FC Pipinsried. „Wir brauchten insbesondere drei Arten von Kickern: Führungsspieler, Teamplayer und Freigeister. Genau nach diesen Gesichtspunkten haben wir die Spieler gesucht – und auch gefunden“, freut sich Coach Fabian Hürzeler, der auch als Co-Trainer von Christian Wörns in der deutschen U 18-Nationalmannschaft tätig ist.

Zentrale Figur beim Teambuilding war Stephan Thee. Der Ex-Drittligaspieler (Unterhaching, Osnabrück) sagte als erster zu, in seinem Sog folgten dann mit Pablo Pigl und Christoph Rech zwei weitere Spieler von Türkgücü München. Im Schneeball-Prinzip ging es weiter. Nach dem Motto: „Oh, der spielt auch da“, gaben etliche Spieler dem FCP ihre Zusage.

Doch nicht nur Hochkaräter wie Steffen Krautschneider (FC Schweinfurt 05), Benny Kauffmann (FSV Nordhausen), Dennis Hoffmann (FC Memmingen), Johann Hipper (TSV 1860 München) oder Fabian Müller (Dynamo Dresden) wurden verpflichtet, auch junge, hoffnungsvolle Akteure wie Alex Langen (FC Ingolstadt II), Timon Kuko (TSV Neuried) und Paolo Cipolla (TSV Indersdorf) wechselten nach Pipinsried.

Wie Cipolla ist auch Daniel Leugner im Landkreis Dachau groß geworden. Der Ex-Gündinger war bereits in der vergangenen Saison vom SV Pullach nach Pipinsried gewechselt, doch eine schwere Verletzung hatte ihn lange außer Gefecht gesetzt.

Auch auf der Trainerposition gab es Veränderungen. Fabian Hürzeler ist beim Dorfclub geblieben, mit Muriz Salemovic vom TSV Landsberg wurde ihm allerdings ein Coach mit Regionalligaerfahrung zur Seite gestellt. Nach nicht unerwarteten Anlaufproblemen haben die beiden Coaches schnell dafür gesorgt, dass es mit dem Team rasant bergauf ging.

Auch von Seiten des Vorstands und des gesamten Vereins rückte man enger mit der Mannschaft und den Trainern zusammen, der Informationsaustausch wurde intensiviert. Spezielle Teambuilding-Maßnahmen wurden nicht durchgeführt, stattdessen schafften es die beiden Trainer, ihren Kader durch abwechslungsreiche Übungseinheiten zu einer Mannschaft zu formen.

Bereits bei den ersten Trainingssessions rieben sich die Kiebitze am Pipinsrieder Trainingsgelände verwundert die Augen, denn eine solche Trainingsintensität hatten sie beim Klub aus dem Dachauer Hinterland bislang noch nicht gesehen. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. Neben der zweifellos vorhandenen individuellen Klasse der Spieler war es das Kollektiv, das die Erfolgsserie möglich gemacht hat. Alt und Neu wuchsen schnell zu einer Mannschaft zusammen.

20-Tore-Mann Pigl ist ein enormer Erfolgsfaktor, überzeugt der Ex-Erfurter doch auf der ungewohnten Position des Stoßstürmers. Krautschneider merkte man zu Beginn der Saison seine langwierige Verletzung an, doch auch er kam im Laufe der Serie immer besser in Schwung; 16 Tore und 16 Assists sprechen eine deutliche Sprache.

Tabelle

Bayernliga Süd

1. FC Pipinsried 22 74: 18 60

2. FC Deisenhofen 21 49: 30 41

3. TSV Wasserburg 22 39: 28 41

4. TSV Schwabmünchen 22 49: 34 39

5. TSV Kottern 22 39: 31 38

6. FC Ingolstadt II 22 55: 40 36

7. TSV 1860 II 22 38: 38 30

8. SV Kirchanschöring 22 29: 35 28

9. TSV 1865 Dachau 22 28: 42 27

10. FC Ismaning 22 37: 34 27

11. SV Donaustauf 21 30: 39 26

12. TSV Landsberg 22 35: 40 25

13. Türkspor Augsburg 21 36: 39 24

14. Jahn Regensb. II 22 41: 53 24

15. Hankofen-Hailing 21 26: 33 23

16. Schwaben Augsburg 22 25: 44 20

17. SV Pullach 22 31: 57 20

18. TSV Nördlingen 22 24: 50 13

Quelle: Merkur.de

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