„Wir hatten in einigen Szenen Glück und einen guten Torwart“

FC Pipinsried lässt auch beim TSV 1865 Dachau nichts anbrennen

+
Des einen Freud’... Während die Pipinsrieder einen ihrer vier Treffer bejubeln schleichen die 65er zur Platzmitte.

Klare Sache. Der favorisierte FC Pipinsried hat das Bayernligaderby beim TSV 1865 Dachau auch in dieser Höhe verdient mit 4:1 (1:0) gewonnen.

Dachau/Pipinsried Vor der Dachauer Punktspiel-Rekordkulisse von 450 Fans erarbeitete sich der Gast aus dem Dachauer Hinterland im 65-Stadion an der Jahnstraße durch drei Treffer kurz vor und nach der Pause einen Drei-Tore-Vorsprung, den er bis zum Schlusspfiff gegen früh dezimierte Hausherren auch verteidigte.

Durch den Triumph beim Tabellenelften aus Dachau haben die FCP-Kicker um das Trainerteam Fabian Hürzeler und Muriz Salemovic den Vorsprung auf den Tabellenzweiten TSV 1880 Wasserburg, der am Samstag überraschend sein Auswärtsspiel in Pullach mit 0:2 verloren hat, auf 13 Punkte ausgebaut. „Wenn das so weiter geht, dann können die Pipinsrieder den Aufstiegssekt schon Ende März in die Kühlung karren“, meinte ein beeindruckter 65-Fan nach dem Schlusspfiff.

Wer soll diese mit Topspielern gespickte Mannschaft in dieser Bayernliga wirklich ernsthaft gefährden? Trotz vieler Ausfälle und der kurzfristigen Absage des an Rückenproblemen laborierenden Marcel Ebeling schickte der FCP auch in Dachau eine Mannschaft auf den Rasen, die den Hausherren über weite Strecken der Partie klar überlegen war und sich nur selbst in der zweiten Halbzeit kurzzeitig in Schwierigkeiten brachte.

Dachau kassierte die von vielen prognostizierte Derbypleite, ohne wirklich zu enttäuschen. Der Knackpunkt des Spieles war sicherlich die Ampelkarte für Dachaus Kapitän Dominik Schäffer in der 30. Minute. Der Ex-Karlsfelder leistete sich innerhalb von fünf Minuten drei durchaus verwarnungswürdige Fouls in der gegnerischen Spielhälfte. „Diese Karte war so unnötig wie ein Kropf“, ärgerte sich ein 65-Fan lautstark auf der Tribüne. Auch 65-Fußballboss Ugur Alkan war in der Pause nicht begeistert: „Nach der Ampelkarte war es eine Abwehrschlacht, in der wir Glück hatten, nicht noch mehr Tore zu kassieren. Wenn wir eine Chance in der zweiten Hälfte haben wollen, brauchen wir Ballstaffeten und einige gute Konter.“

Pipinsried dominierte das ganze Spiel

Die Geschichte des Spieles schrieben zwei ehemalige 65-Spieler sowie ein Landkreiskicker. Ex-65-Ass Amar Cekic sorgte mit seinem Treffer zum 2:0 kurz nach der Pause für die Vorentscheidung. Für die Pipinsrieder Führung hatte in der 40. Minute der ehemalige Kreisliga-Kicker des TSV Indersdorf, Paolo Cipolla, gesorgt, der eine bärenstarke Partie ablieferte. Dazu passt, dass mit Oliver Wargalla ein weiterer ehemaliger 1865-Akteur den Schlusspunkt setzte, er markierte zwei Minuten vor Schluss das 4:1 für den FCP.

Der FC Pipinsried dominierte das Spiel auch schon vor der Schäfferschen Ampelkarte, die Lamotte-Elf setzte, wie erwartet, auf ihr Umschaltspiel, um mit Konterattacken zum Erfolg zu kommen. Dies gelang allerdings nur sehr selten. Die Gäste aus dem Ilmtal hatten vor der Pause beste Chancen durch Paolo Cipolla (12./24./37./43.) Christoph Rech (16.), Steffen Krautschneider (42.) und Amar Cekic (43.). In diesen Situationen versäumte es das Gästeteam, schon vor dem Seitenwechsel für klare Verhältnisse zu sorgen. Auch der mal wieder stark haltende Dachauer Keeper Max Mayer verhinderte mit Superparaden eine hohe Führung des FC Pipinsried. „Wir hatten in einigen Szenen Glück und einen guten Torwart, denn sonst hätte es zur Halbzeit auch schon 0:4 stehen können“, meinte der 1865-Vorsitzende Wolfgang Moll nach dem Pausenpfiff.

Negativer Höhepunkt: Die Ampelkarte für Dachau

Die FCP-Führung erzielte in der 40. Minute Paolo Cipolla, der einen Fehler im Dachauer Mittelfeld ausnutzte und sein Solo erfolgreich abschloss. Nennenswerte Dachauer Torchancen gab es vor der Pause keine zu verzeichnen, der erst jüngst verpflichtete Pipinsrieder Torwart-Hüne (196 cm) Roman Artes verlebte eine ruhige erste Halbzeit.

Negativer Höhepunkt des ersten Durchgangs war besagte Ampelkarte des Dachauer Kapitäns Dominik Schäffer in der 30. Minute, sie bedeutete für den Gastgeber den Anfang vom Ende.

Die zweite Halbzeit begann mit einem Paukenschlag – sprich: Doppelschlag, denn die Nummer zehn des FCP, Amar Cekic, donnerte das Leder humorlos aus 16 Metern in die Maschen des Dachauer Tores (47.). Und keine 180 Sekunden später ließ Steffen Krautschneider das 3:0 folgen, er ging nach einem genialen Lochpass von Amar Cekic auf und davon und schloss sein Solo sicher und gekonnt ab.

Nach dem 3:0 versuchte der FCP, das Spiel zu verwalten – und das wäre um ein Haar in die Hose gegangen. Denn bei den Dachauern war nach dem dritten Gegentor die Kampfeslust erwacht, man wollte sich auf eigenem Platz vom Lokalrivalen nicht abschießen lassen.

In der 56. Minute erzielte Robin Volland nach einem tollen Solo über halbrechts das 1:3, und in der 76. Minute verpasste Dachaus deutsch-japanischer Flügelflitzer Ryosuke Kikuchi nach einem unwiderstehlichen Solo über links knapp das 2:3; FCP-Abwehrrecke Stephan Thee schlug den Ball gerade noch von der Torlinie.

Nach der Ampelkarte in der 77. Minute gegen den Pipinsrieder Dennis Hoffmann nach einem Foul an Ryosuke Kikuchi warf die Lamotte-Elf alles nach vorne. Die einzige Chance hatte Mario Maric in der 83. Minute mit einem Kopfball, er brachte aber nicht genügend Druck hinter den Ball. Den Schlusspunkt setzte dann Oliver Wargalla, der kurz vor Schluss aus kurzer Distanz nach einem Querpass von Amar Cekic locker einnetzte.

Stenogramm

TSV 1865 Dachau - FC Pipinsried 1:4 (0:1)

TSV 1865 Dachau: Maximilian Mayer, Thomas Ettenberger (85. Christian Doll), Fabian Lamotte, Alexander Weiser, Alexander Weiss (81. Hüseyin Ceker), Merlin Höckendorff, Dominik Schäffer, Robin Volland, Vendim Sinani, Ryosuke Kikuchi, Leander Lask (64. Mario Maric)

FC Pipinsried: Roman Artes, Fabian Müller, Christoph Rech, Pablo Pigl (81. Alexander Langen), Muriz Salemovic, Amar Cekic, Paolo Cipolla (68. Oliver Wargalla), Steffen Krautschneider, Maximilian Zischler (90.+1 Timon Kuko), Stephan Thee, Dennis Hoffmann

Schiedsrichter: Angelika Söder

Zuschauer: 450

Gelb-Rote Karte:Dominik Schäffer (29.), Dennis Hoffmann (77.)

Tore: 0:1 (40.) – Paolo Cipolla. 0:2 (47.) – Amar Cekic. 0:3 (50.) – Steffen Krautschneider. 1:3 (53.) – Robin Volland. 1:4 (89.) – Oliver Wargalla.

Quelle: Merkur.de

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Türkgücü München rüstet auf: Ex-Bundesliga-Profi und -Nationalspieler wechselt zum Viertligisten
Türkgücü München rüstet auf: Ex-Bundesliga-Profi und -Nationalspieler wechselt zum Viertligisten
Erfolgreiches Turnier für die Junioren aus Mauern
Erfolgreiches Turnier für die Junioren aus Mauern
Krepek: „Einige werden mit Kopfschmerzen nach Hause gegangen sein.“
Krepek: „Einige werden mit Kopfschmerzen nach Hause gegangen sein.“
Knorpelschaden im Knie: Bob-Anschieber Marc Rademacher fällt für die gesamte Saison aus
Knorpelschaden im Knie: Bob-Anschieber Marc Rademacher fällt für die gesamte Saison aus

Kommentare