Der Ex-Trainer des FC Real Kreuth über die überraschende Trennung

Nedeljko Tomic: "Musste aufpassen, dass ich nicht weine"

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Nedeljko Tomic sucht bereits nach einer neuen Herausforderung. 

Der FC Real Kreuth und sein Trainer Nedo Tomic haben sich trotz drei Siegen in Folge und Rang sechs einvernehmlich getrennt. Im Interview spricht der 42-Jährige über das Aus.

Nedo, ihr hattet zuletzt dreimal in Serie gewonnen und euch an die Spitzengruppe der Liga herangeschlichen. Am Dienstag kam es dann zur überraschenden Trennung. Was waren die Gründe dafür?

Irgendetwas hat nicht gestimmt. Ich hatte das Gefühl, die Mannschaft nicht richtig zu erreichen. Ich habe mit dem Sportlichen Leiter, Franz Breunig, bereits am Samstag vor der Partie in Uffing gesprochen. Ich habe ihm mitgeteilt, dass ich überlege, hinzuschmeißen. Er sagte, das komme nicht infrage. Danach bin ich in die Kabine gegangen und habe die Jungs motiviert und wir haben das Spiel gewonnen. Am Dienstag vor dem Training haben wir erneut geredet. Da haben wir den Entschluss gefasst, uns zu trennen. Es war für beide Seiten eine schwere Entscheidung.

Auf welche Art und Weise hast du dich vom Team verabschiedet und wie reagierten die Spieler auf die Nachricht?

Die Mannschaft war natürlich überrascht. Für mich war es sehr emotional. Ich musste aufpassen, dass ich nicht anfange zu weinen. Ich habe die Spieler nacheinander umarmt. Der FC Real Kreuth ist ein sehr familiärer Verein. Ich hatte einfach so ein Bauchgefühl. Und man muss auf sein Bauchgefühl hören.

Trotz der überraschenden Trennung sind beide Parteien im Guten auseinandergegangen?

Ja, ich habe in Kreuth Freunde gewonnen. Viele Spieler haben sich per WhatsApp noch einmal für die Zeit bedankt und mir viel Glück für die Zukunft gewünscht. Ich werde auf jeden Fall mit ein paar von ihnen in Kontakt bleiben. Ich wünsche dem Verein nur das Beste.

"Nein, bisher habe ich keinen Kontakt zu einem neuen Verein"

Was denkst du, wie die Mannschaft auf die Trennung reagiert?

Ich hoffe, dass die Mannschaft in Zukunft mit einer „Jetzt-erst-recht“-Einstellung in die Spiele geht und gewinnt. Die Jungs haben definitiv das Potenzial, um oben mitzuspielen.

Du hast angekündigt, unbedingt als Trainer bei einem anderen Verein weitermachen zu wollen. Gibt es bereits Anfragen?

Nein, bisher habe ich keinen Kontakt zu einem neuen Verein. Ich möchte aber definitiv als Trainer weiterarbeiten. Die Rahmenbedingungen bei einem neuen Verein müssen aber natürlich stimmen.

Was müsste ein Verein bieten, um sie zu überzeugen?

Er braucht auf jeden Fall eine funktionierende Jugendabteilung. Ich möchte mit jungen Spielern arbeiten. Der Verein sollte am besten eine A- , B- und C-Jugend im Spielbetrieb angemeldet haben. Vor allem die U19 wäre wichtig, damit ich junge Spieler eventuell zu den Herren hochziehen kann.

Interview: Marco Blanco Ucles

Quelle: Merkur.de

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