Fußball

FC  Schwaig: Charakter und Können – absolut bezirksligatauglich

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Einen Freudensprung machte Schwaigs Fußballchef Anton Scheckenhofer (l.) mach dem Abpfiff.

Sie hatten Verletzte und einen Feldspieler im Tor. Trotzdem haben sich die Fußballer des FC Schwaig in der Relegation zur Bezirksliga durchgesetzt. Abteilungsleiter Toni Scheckenhofer weiß warum.

Schwaig– Um vier Uhr morgens bekamen die Schwaiger Fußballer von einem Teamkollegen eine Whatsapp. Er wolle jetzt niemanden stören, aber er finde seinen Hausschlüssel nicht mehr. In Hektik verfiel da wohl niemand. Als sei ein Schlüssel in diesen Schwaiger Feiertagen ein Problem....

Die Fußballer haben schließlich ein ganz anderes Tor aufgestoßen: Zum ersten Mal in der 106-jährigen Vereinsgeschichte ist der FC Sportfreunde Schwaig in die Bezirksliga aufgestiegen. Ab 20. Juli heißen die Gegner Pfaffenhofen, Sulzemoos – und FC Moosinning.

„An ein Punktspiel gegen Moosinning kann sich hier niemand erinnern“, sagt Anton Scheckenhofer. Die Stimme des Fußballabteilungsleiters war auch am Montagvormittag noch etwas angeschlagen. „Es ist wirklich Wahnsinn, was hier passiert ist.“ Und damit meinte er nicht den Bus, „der bei der Heimfahrt vor lauter Feierlichkeiten fast auseinandergebrochen ist“, sondern die Leistungen einer Mannschaft, die schon am Krückstock daherkam. Scheckenhofer („Das größte Feierbiest war Kevin Holzner, unser Südtiroler“) denkt zurück an das Abschlusstraining am Tag vor dem 1:0-Sieg in Habach (wir berichteten). „Da war nur noch leichtes Anschwitzen angesagt. Aber wir hatten fünf Spieler, die sich kaum rühren konnten.“ Er denkt an Mario Simak, der nach einem Blinddarmdurchbruch acht Wochen pausieren musste. „In Habach hat er 70 Minuten durchgehalten, bis es wirklich nicht mehr ging.“ Oder Jannis Sternberg, der vor sieben Jahren – also in seiner Jugend – Torwart beim FC Bayern war und nun für den verletzten Florian Preußer in den Kasten rückte. „In Habach ist ihm ein Stürmer in den Rücken gesprungen, aber Jannis hat durchgehalten“.

Für Scheckenhofer sind das alles Belege für den „super Charakter dieser Mannschaft“, wie er selbst sagt. Das habe man auch gesehen, als Luis Ropero (siehe Bericht unten)nach seiner Gelb-Roten Karte im Hinspiel von der kompletten Mannschaft wieder aufgebaut worden sei. „Als Luis das Tor geschossen hat, war der plötzlich nicht mehr 1,60, sondern 2,60 Meter groß“, meint Scheckenhofer.

Den besonderen Charakter der Mannschaft habe er auch bemerkt, als er die Spieler vor Monaten fragte, ob sie sich auch noch ein Jahr in der Kreisliga vorstellen könnten. „Damals war schon absehbar, dass wir an Palzing nicht mehr rankommen und über die Relegation müssen“, erinnert sich Scheckenhofer. „Alle haben zugesagt.“

Oder fast alle. Lucas Kollatz und Maxi Leimeister müssen aus beruflichen Gründen kürzertreten, kündigt Scheckenhofer an. Und Domagoj Sipus wechselt zum Bayernligisten Türkspor Augsburg. Oder ist bereits gewechselt – so genau weiß das selbst Scheckenkofer nicht. „Wir haben einen Passeinzugsbescheid bekommen.“ Der Fußballchef habe sich dann beim Verband erkundigt, ob Sipus in den Relegationsspielen noch einsatzberechtigt sei. „Das wurde mir zwar zugesichert“, erzählt Scheckenhofer. Nachdem sich der Verband jedoch geweigert hatte, dies schriftlich zu bestätigen, verzichtete der FC auf Sipus. „Da sind wir ein gebranntes Kind“, berichtet Scheckenhofer. Vergangenes Jahr hatte der FCS auch wegen Sipus – trotz telefonischer Zusage des Verbands – einen Punktabzug kassiert.

Der künftige Bayernliga-Spieler war also nicht dabei, aber der FC hat ja einen Restkader, von dem Scheckenhofer eine hohe Meinung hat: „Alle Jungs sind bezirksligatauglich.“ Deshalb gehe der Verein auch zuversichtlich in die neue Saison, die allerdings für den Verein viel zu früh beginnt, nämlich am 20. Juli. Andere Clubs, wie etwa der TSV Dorfen, sind bereits wieder in der Saisonvorbereitung. „Unsere Jungs brauchen aber jetzt zwei Wochen Urlaub“, sagt Scheckenhofer. Nach einer langen Saison musste die Elf noch durch zwei Relegationsrunden gehen – jeweils mit Hin- und Rückspiel. „Der Verband wollte sogar noch eine dritte Runde, die er aber nach dem Protest der Vereine zurückgezogen hat.“ Kurz können die FC-Kicker nun die Füße hochlegen. Am 1. Juli beginnt die Vorbereitung auf das Abenteuer Bezirksliga. Schon tags darauf steigt das erste Vorbereitungsspiel gegen den Landesligisten VfB Hallbergmoos. Das ist nicht nur der Nachbar, sondern auch der Ex-Verein von Schwaigs neuem Spielertrainer Benjamin Held. Der 33-Jährige ist eine Tormaschine, hat in der abgelaufenen Landesligasaison in 32 Spielen 24 Mal getroffen. Für ihn bedeutet Schwaig die erste Trainerstation. Unterstützt wird er von Florian Fink.

Noch zwei Verpflichtungen sind sicher. Maxi Buchauer kommt vom FC Erding. „Das ist ein Allrounder, der überall spielen kann“, sagt Scheckenhofer. Außerdem hat der 23-Jährige schon mit einem guten Dutzend FCS-Spieler in der Jugend bei der JFG Sempt Erding zusammengespielt. Für das linke defensive Mittelfeld könnte Marco Neumann eine Alternative werden. Der 28-Jährige hat viele Jahre bei der SpVgg Haidhausen in der Kreisliga gespielt und wohnt nun in Erding. War’s das schon mit den Neuzugängen? „Mal schauen“, meint Scheckenhofer. „Erfahrungsgemäß tut sich während der Wechselperiode immer noch was.“

Quelle: Merkur.de

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