Torjäger des TSV Grafing im Interview

Felix Richter: „Ich hatte eigentlich aufgehört“

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Eigentlich wollte Felix Richter nicht mehr auf dem Platz stehen. Dennoch ist der 31-Jährige der Topstürmer von Grafing. 

Felix Richter peilt mit dem TSV Grafing den Aufstieg in die Kreisliga an. Auch persönlich läuft es für den Topscorer außerordentlich gut. Bislang kommt Richter auf 15 Treffer in der Liga.

Mit 27 Punkten aus 22 Spielen belegt der TSV Grafing derzeit den zweiten Platz der Kreisklasse 6. Lediglich zwei Punkte fehlen den Grafingern zu Tabellenführer ATSV Kirchseeon. Auch in der Torjägerliste sind die Topscorer der jeweiligen Vereine gleich auf. Im Interview spricht Felix Richter über den aktuellen Saisonverlauf und seine Pläne mit dem TSV.

Du hast jetzt schon mehr Tore geschossen als letzte Saison. Was ist dieses Jahr anders? 

Das Hauptproblem an der Sache ist, dass ich mich letztes Jahr eigentlich dazu entschlossen hatte, meine Karriere zu beenden. Deshalb kam ich nur auf die Hälfte der Spielzeit. Zudem kommt hinzu, dass ich oft verletzungsbedingt ausfalle, was mir bislang erspart geblieben ist. Nicht zu vergessen sind auch die vielen jungen Spieler im Kader, die frischen Wind in die Mannschaft bringen und viel zu meinen Toren beitragen. 

Danny Hahne hat genauso viele Tore wie du. Wieviele sind bei dir noch drin?  

Momentan herrscht eine sehr gute Stimmung in der Mannschaft. Wenn es so weiter geht ist bestimmt auch noch einiges für mich machbar. Mir ist es jedoch im Endeffekt egal, wer die Kisten macht, solange wir weiterhin siegen.

Was macht dich für dein Team unersetzlich? 

Auf jeden Fall meine Erfahrung, die ich über all die Jahre sammeln konnte. Dazu kommt meine allgemeine Verbundenheit zum TSV Grafing. Ich engagiere mich nicht nur auf dem Platz für den Verein. 

Als welchen Stürmertypen würdest du dich selbst bezeichnen? 

Als wirklichen Sprinter sehe ich mich selbst nicht. Ich bin eher der klassische Strafraum-Stürmer, der zur richtigen Zeit am richtigen Ort steht, um sich von seinen Mitspielern anspielen zu lassen. Ich nutze auch meinen Körper, den ich in verschiedenen Situationen gut einsetzen kann, zu meinem Vorteil. 

Gab es Anfragen anderer Vereine?

Als ich noch etwas jünger war, lagen mir häufiger Anfragen anderer Vereine vor. Ein Wechsel kam für mich jedoch nie in Frage, da ich schon seit Kindheitstagen bei Grafing spiele. Die Vereinsnähe und das kameradschaftliche Miteinander auf und neben dem Platz waren und sind für mich nicht ersetzbar.

Du bist 31. Wie lange möchtest du noch spielen? 

Ich bekomme bald Nachwuchs, was es mir bestimmt schwieriger machen wird, Zeit für den Fußball zu finden. Solange ich verletzungsfrei bleibe und die Jungs Spaß mit mir haben, werde ich auf jeden Fall weitermachen. Es wird sich zeigen, was die Zukunft noch alles für mich offen hält.

„Der Absieg hatte sich damals angebahnt.“

Vorletztes Jahr seid ihr abgestiegen. Woran lag es?

Ein Abstieg aus der Kreisliga hatte sich damals angebahnt. Bei einem Abstieg spielen immer mehrere Faktoren eine Rolle. Damals hatten wir nicht die Kaderbreite, die wir heute besitzen. Der Wille war jedoch auch damals gegeben.

Auch in der Liga ist der ATSV vor euch. Werdet ihr sie noch einholen? 

Wir haben erst die Hälfte der Saison bestritten und vor uns liegt noch ein weiter Weg. Wenn wir die Leistung weiter beibehalten können und konstant die Spiele gewinnen, ist für uns noch alles möglich. Die Gegner werden auf jeden Fall noch Punkte lassen und das müssen wir ausnutzen.

Was müsst ihr verändern um sicher aufzusteigen? 

Generell möchte ich keinen bestimmten Bereich hervorheben, da wir als Mannschaft schon sehr gut funktionieren. So wie in jedem Team ist eine Weiterentwicklung in allen Bereichen möglich. Besonders die jungen Spieler werden noch sehr viel lernen und uns dadurch noch mehr Aufschwung bescheren. Wir müssen einfach in jedem Spiel 110 Prozent geben. 

Was würdest du mit 15 Kisten ERDINGER Weißbier anstellen?

Die werde ich auf jeden Fall dem Verein spenden und mit meinem Team teilen. Bei einem genüsslichen Vereinsabend am Ende der Saison, werden wir das Bier verantwortungsvoll verzehren. Dann können wir hoffentlich den Aufstieg feiern.

Quelle: Merkur.de

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