Ein Team ist nicht genug 

TSV Neuried: Co-Trainer Florian Adam übernimmt Frauenmannschaft 

Trainer, Co-Trainer und Spieler: Florian Adam übernimmt als Chefcoach die Fußballdamen des TSV Neuried, bei dem er auch noch ein Jugendteam betreut und in der Reservemannschaft kickt.
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Trainer, Co-Trainer und Spieler: Florian Adam übernimmt als Chefcoach die Fußballdamen des TSV Neuried, bei dem er auch noch ein Jugendteam betreut und in der Reservemannschaft kickt.

Co-Trainer Florian Adam übernimmt den Posten als Trainer der Neurieder Frauenfußballmannschaft. Nur ein Team zu trainieren, ist dem 29-Jährigen aber nicht genug.

Neuried – Wenn man am Wochenende einen Fuß in den Neurieder Sportpark setzt, ist die Wahrscheinlichkeit ziemlich hoch, dass man dort auf Florian Adam trifft. Adam ist seit drei Jahren gleichzeitig Cheftrainer im Jugend- und Co-Trainer im Erwachsenenbereich, dazu war er zuletzt auch noch in der zweiten Mannschaft als Spieler aktiv. Nach einer Saison als C-Jugendtrainer und Co-Trainer der zweiten Mannschaft wurde er 2019 Co-Trainer von Josip Hrgovic bei den Neurieder Damen und coachte weiter parallel ein Jugendteam. Inzwischen ist er bei den 2019 in die Bezirksoberliga aufgestiegenen Frauen Cheftrainer; zusätzlich wird er in der kommenden Saison voraussichtlich weiterhin ein Jugendteam trainieren. Der 29- Jährige verbringt seine Wochenenden eben gerne auf dem Fußballplatz, auch wenn er zugibt, „dass es mit zwei Mannschaften als Trainer und dann auch noch als Spieler irgendwann schon viel wird“. 

Vom Bund zurück auf den Fußballplatz 

Gut viereinhalb Jahre lang hatte er zuvor dagegen fast gar keine Zeit für Fußball gehabt. „Ich bin mit 22 Jahren zur Bundeswehr gegangen und hatte leider keine Zeit mehr. Ich konnte nur noch ab und zu in der Zweiten auflaufen“, erzählt Adam. Damals spielte er noch beim SV Waldeck-Obermenzing. Viereinhalb Jahre später hörte er beim Bund auf und begann eine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker, vor deren Abschluss er nun steht. Als sein ehemaliger Waldecker Trainer, Davide Taurino, davon Wind bekam, dass Adam nun Sport und Beruf wieder besser vereinbaren konnte, ließ ein Anruf des damaligen sportlichen Leiters beim TSV Neuried nicht lange auf sich warten (inzwischen hat Taurino den Verein verlassen, wir berichteten). Bei die Frage, ob Adam Lust habe, in Neuried einen Trainerposten zu übernehmen, musste er nicht lange überlegen. „Ich hatte eh schon den Gedanken im Kopf“, erzählt er. 

„Wichtig ist es, dass man authentisch bleibt“ 

2018 übernahm er die C-Jugend, und nachdem kurz darauf auch bei der zweiten Mannschaft ein Trainer gesucht wurde, wurde er zudem Co-Trainer von Josip Hrgovic bei der zweiten Herrenmannschaft in der Kreisliga. „Ich habe mir vieles von Davide und Josip abgeschaut“, sagt Adam über seine Anfänge als Trainer. Auch das Neurieder Konzept habe ihm sehr geholfen. „Es gibt dir einfach eine brutale Sicherheit und einen roten Faden. Gerade in den ersten ein bis zwei Jahren hast du etwas, an dem du dich entlanghangeln kannst.“ Inzwischen habe er jedoch mehr und mehr zu seinem eigenen Stil gefunden. „Es gibt keinen Josip zwei und auch keinen Davide zwei. Wichtig ist es, dass man authentisch bleibt“, findet Adam, der in der kommenden Saison als Frauentrainer erstmals eine Mannschaft im Erwachsenenbereich ohne Hrgovic trainiert. Sich selbst beschreibt er als ziemlich emotionalen Trainertypen. „Intensität ist mir ganz wichtig. Auch wenn man vielleicht technische Defizite hat, geht vieles über den Willen.“ Zwar fehle der Neurieder Frauenmannschaft teilweise etwas das Tempo, aber „es wird immer schneller und intensiver“, sagt Adam. Am Training mit den Neurieder Frauen bereitet ihm außerdem besondere Freude, dass diese auch komplexe Übungen in der Regel ohne größere Probleme umsetzen. „Sie verstehen sehr schnell, und man sieht sehr große Verbesserungen in kurzer Zeit“, lobt Adam. 

„Ich will als Trainer etwas erreichen, egal in welcher Liga“ 

Aber steht er lieber selbst auf dem Rasen oder an der Seitenlinie? Darauf weiß Adam keine eindeutige Antwort. „Beides hat seine Vorteile. Als Spieler kannst du vielleicht während des Spiels mehr beeinflussen. Als Trainer sollte beim Anpfiff deine Arbeit eigentlich schon getan sein. Aber es ist auch ein geiles Gefühl, wenn im Spiel die Mannschaft genau das macht, was man davor im Training geübt hat.“ Vorrang hat vorerst der Trainerjob, für den Adam auch den Cund B-Schein erwerben möchte – was sich durch die Corona-Pandemie etwas verzögert hat. In welcher Liga er arbeitet, ist für ihn als Trainer nicht der entscheidende Punkt. „Es muss Spaß machen, aber auch eine gewisse Ernsthaftigkeit dabei sein. Ich will als Trainer etwas erreichen, egal in welcher Liga.“ Ob er darüber hinaus auch noch weiter für die Zweite auflaufen wird, weiß er noch nicht. Aber eines scheint derzeit sicher: Wenn der Spielbetrieb wieder anläuft, wird es auch in Zukunft ziemlich wahrscheinlich sein, Florian Adam im Neurieder Sportpark anzutreffen.

(TOBIAS EMPL) 

Quelle: Merkur.de

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