Vizepräsident des SV Planegg-Krailling spricht über die Auswirkungen der Corona-Krise

Florian Häringer: „Der Gürtel wird enger geschnallt“

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Florian Häringer ist Vizepräsident des SV Planegg-Krailling. 

Im Rahmen unserer Merkur-Serie „Sportvereine in der Corona-Krise“ beantwortet heute Florian Häringer, Vizepräsident des SV Planegg-Krailling, unsere Fragen.

Krailling – Trotz Lockerungen haben die Sport- und Schützenvereine im Landkreis weiter mit Problemen zu kämpfen. Im Rahmen unserer Merkur-Serie „Sportvereine in der Corona-Krise“ beantwortet heute Florian Häringer, Vizepräsident des SV Planegg-Krailling, unsere Fragen.

Welche Auswirkungen hatte die vorübergehende Einstellung des Sportbetriebs für Ihren Verein?

Das Vereinsleben und den Normalbetrieb gab und gibt es derzeit faktisch nicht. An der Hofmarkstraße ist sozusagen Stillstand. Ein ungewohnter und auch unschöner Zustand.

Gibt es vermehrt Kündigungen von Mitgliedschaften oder aber das Gegenteil: Bekundungen von Mitgliedern, auf jeden Fall auch in Krisenzeiten und darüber hinaus zu bleiben?

Glücklicherweise sind wir noch nicht mit Lockdown-bedingten Kündigungen konfrontiert. Das wäre langfristig eine Katastrophe für alle Vereine. Natürlich beantworten wir nahezu täglich Fragen unserer Mitglieder bezüglich des ausgesetzten Sportbetriebs. Was wir allerdings festgestellt haben, ist, dass unsere Mitglieder emotional näher zusammengerückt sind. Angefangen hat das mit unserer „#wirbleibendaheim“-Kampagne. Da haben unzählige Mitglieder mitgemacht und ihre Verbundenheit mit ihrem SVP gezeigt. Da war ich echt erstaunt und auch bisserl stolz. Das heißt, unser Vereinsleben ist eigentlich gesund, und die Menschen wollen irgendwann nach überstandener Krise zurück zum normalen Vereinsleben.

„Der Gürtel wird definitiv enger geschnallt“

Welche (finanzielle) Perspektive sehen Sie für Ihren Verein nach dem wochenlangen Sportverbot? Bis wann sehen Sie Ihren Verein handlungsfähig?

Das ist pauschal nicht zu beantworten. Derzeit kommt unser Verein noch ganz gut zurecht. Obwohl auch wir finanzielle Einbußen hinnehmen mussten. Als Beispiel führe ich die zwischenzeitliche Schließung unserer beiden Gaststätten und die damit verbundenen Pachteinbußen, die vorzeitige Schließung der Tennishalle und die fehlenden Einnahmen aus Heimspielen an. Bisher mussten wir unsere Angestellten noch nicht in Kurzarbeit schicken. Das haben wir auch nicht vor. Aber der Gürtel wird definitiv enger geschnallt. Momentan ziehen alle an einem Strang: Trainer, Sportler, Funktionäre.

Welche Hilfe erwarten Sie von Sportorganisationen, Fachverbänden oder der Politik? Haben Sie Ihren Verein im Meldesystem des BLSV eingetragen?

Wir erwarten vom Verband und der Politik weiterhin ein besonnenes Vorgehen. Die Gesundheit unserer Mitmenschen steht im Mittelpunkt, und das ist gut so. Das betrifft auch den Sport. Erst, wenn die Krise überstanden ist, wird Kassensturz gemacht, und dann wissen wir, wie hoch und einschneidend unser finanzieller Schaden tatsächlich ist. Es wäre schön, wenn dann das ehrenamtliche Engagement, welches die Vereine leisten – übrigens auch in der Krise – endlich angemessen honoriert wird. Dort kann die Politik langfristig Flagge für die Vereine und deren Ehrenamtliche zeigen – eben auch finanziell. Von warmen Worten haben Übungsleiter und Funktionäre nichts. Wir haben bereits das BLSV-Meldesystem genutzt. Man muss aber verstehen, dass es für Vereine nur Daten für eine Statistikerfassung sammelt. Einige meinen, dass der Verband hier aufgrund einer Vereinsmeldung mit der Gießkanne Geld ausschüttet. So ist das aber nicht. Die Ergebnisse der Datensammlung stellen eher eine Verhandlungsgrundlage des BLSV gegenüber dem Innenministerium dar. Ich befürchte, die Vereine werden wohl auf einem Großteil ihres Schadens sitzen bleiben. Für einen gemeinnützigen Verein kann das zur Belastungsprobe werden. Es gibt aber auch vom Wirtschaftsministerium ein Corona-Soforthilfeprogramm für Vereine. Wir werden zügig prüfen, ob hier ein Antrag für uns infrage kommt.

Der SV Planegg-Krailling engagiert sich sozial

Gibt es Initiativen Ihres Vereins in Corona-Zeiten (Einkaufsangebote für ältere Mitmenschen, etc.)?

Wir bieten über eine Versorgungshotline zum Beispiel einen Einkaufsservice für Personen der Risikogruppe aus Planegg an. Auch Fahrten zur Apotheke und Ähnliches übernehmen unsere freiwilligen Helfer und verteilen bei Bedarf auch Masken – selbst genähte solange der Vorrat reicht. Wir haben da ein paar echt fleißige Mitglieder. Für unsere Sportler und Interessierte aller Altersgruppen haben wir Video-Trainingsprogramme für das Training zu Hause aufgenommen und veröffentlicht. Sport und Bewegung ist bekanntlich sehr gesund und lenkt auch den einen oder anderen von der Ausgangsbeschränkung ab. Es kommen nahezu täglich weitere Videos dazu. Das junge Team dahinter ist wirklich sehr engagiert. Und unsere „#svpstayathome-Challenge“ über unsere Social-Media-Kanäle macht Spaß und hält die Sportler bei Laune.  

Quelle: Merkur.de

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