Fußball

Florian Haider: „Ich bin kein Rumbrüller“

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Immer 100 Prozent: Florian Haider (gelbes Trikot, im Zweikampf mit David Lutzny) gab auch im Hinspiel gegen die SpVgg Eichenkofen Vollgas. Die 1:4-Niederlage konnte auch er nicht verhindern.  

So füllt der Langenpreisinger Florian Haider seine neue Rolle als Chefcoach aus

VON DIETER PRIGLMEIR

Langenpreising– Aller guten Dinge sind drei: Im dritten Spiel nach der Trainerentlassung von Peter Hösl (wir berichteten)hat die SpVgg Langenpreising ihren ersten Sieg eingefahren. Das 3:2 beim FC Eitting 2 kam für viele überraschend. Auch für Florian Haider, der seitdem die Mannschaft trainiert? Wir fragten bei dem 28-jährigen Ingenieur nach, der in Zustorf wohnt, seine ersten Erfahrungen als Jugendcoach bei der SpVgg gemacht und als Trainer noch viel vor hat.

Vom Co- zum Cheftrainer, wie war das für Sie, als Peter Hösl gehen musste?

Es war für mich genauso überraschend wie für den Rest der Mannschaft. Ich bin eigentlich kein Fan von Trainerentlassungen während der Saison – vor allem in diesen Klassen. Trotzdem habe ich mich natürlich gefreut, dass mir der Verein das Vertrauen schenkt.

Hatten Sie als eingefleischter Langenpreisinger überhaupt eine Wahl?

Natürlich hätte ich eine Wahl gehabt, aber da ich diesen Weg früher oder später sowieso einmal einschlagen wollte und ich mir diese Aufgabe auch zugetraut habe, musste ich eigentlich nicht lange überlegen.

Wie sehr hat sich Ihre Arbeit verändert?

Meine Aufgabe hat sich eigentlich nicht so sehr verändert. Der zeitliche Aufwand ist fast gleich geblieben, da ich davor in der Regel auch immer anwesend war. Neu ist nur die Leitung des Trainings und die Ansprache vor dem Spiel.

Wie darf man sich Ihre Ansprachen vorstellen: Kurz und laut? Analytisch und lang?

Ich versuche das schon kurz zu halten. Ich bin aber kein Rumbrüller. Das muss alles im sachlichen Rahmen bleiben. Ich gehe da schon eher analytisch ran.

Können Sie sich vorstellen, längerfristig als Trainer zu arbeiten?

Das kann ich mir sehr gut vorstellen. Ich habe ja bereits meine Trainer C-Lizenz und bin aktuell auch dabei, die Trainer B-Lizenz zu absolvieren. Man wird sehen, was die Zukunft bringt. Das Ziel, auf die Trainerschiene zu wechseln, habe ich schon länger. Im Sommer hatte ich mich entscheiden, noch etwas zu warten. Jetzt kam es halt doch etwas früher.

Jugend oder Herrenbereich – was ist für Sie interessanter?

Ich würde schon gern mit den Erwachsenen arbeiten. Ich habe bereits die Langenpreisinger C-Jugend trainiert. Und auch die A-Junioren, als wir in Langenpreising noch eine hatten.

A-Jugend? Sie sind ja selbst erst 28.

Ja, damals war ich 24 Jahre. Da musst du dir den Respekt der Jungs halt anders holen als durch den Altersdurchschnitt. Das war eine gute Erfahrung.

Kommen wir zu Ihrem aktuellen Team. Wie sehen Sie die Entwicklung der Mannschaft?

In den letzten drei Spielen habe ich auf jeden Fall eine positive Entwicklung speziell im Zweikampfverhalten gesehen. Wir haben in den vergangenen Wochen auch im konditionellen Bereich ordentlich Gas gegeben. Ich denke, dass wir aktuell auf dem richtigen Weg sind. Wir müssen allerdings genau so intensiv weiterarbeiten wie in den letzten Wochen und uns von Spiel zu Spiel steigern.

Vergangene Woche habt Ihr endlich gewonnen. Was das eine Befreiung?

Wir sind nach dem Spiel noch zusammengesessen, und da hast du in allen Gesichtern die Erleichterung gesehen. Die Mannschaft hat gesehen, dass wir noch gewinnen können. Aber wir dürfen uns jetzt darauf auf keinen Fall ausruhen und müssen versuchen, die letzten beiden Spiele vor der Winterpause ebenfalls noch positiv zu bestreiten.

Wieviel Potenzial steckt in der Truppe?

Vor der Saison hätte ich unsere Mannschaft im vorderen Drittel der A-Klasse angesiedelt. Aber es ist eine sehr junge Truppe, der noch die Erfahrung fehlt. Deshalb sehe ich sie nun eher im Mittelfeld der Klasse. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass wir eigentlich eine sehr gute Truppe zusammen haben, in der auch noch einiges an Potenzial steckt. Jetzt heißt es, dieses auch von jedem Einzelnen herauszukitzeln. Hilfreich ist da natürlich, dass wir Florian Beslmüller und Georg Kammerer reaktivieren konnten. Es tut den jungen Spielern gut, wenn neben ihnen Routiniers stehen, die ihnen auch etwas den Druck nehmen.

Wie stehen Eure Chancen gegen Eichenkofen?

Eichenkofen hat bisher eine ähnlich schwierige Saison hinter sich wie wir. Sie hätten sich vor der Saison sicherlich auch an anderer Stelle gesehen wie aktuell. Aus diesem Grund rechne ich mir am Sonntag durchaus auch gute Chancen aus – vorausgesetzt wir knüpfen an die guten Leistungen der letzten Spiele an. Allerdings wird Markus Schulz ziemlich sicher ausfallen, und bei Martin Maier ist es noch sehr fraglich.

Quelle: Merkur.de

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