Kalrsfelder Edelfan am anderen Ende der Welt

So erlebt MLS-Profi Flo Jungwirth die Corona-Pause in Kalifornien

Florian Jungwirths letzte Stadion bevor er in die MLS gewechselt ist, war der SV Darmstadt 98.
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Florian Jungwirths letzte Stadion bevor er in die MLS gewechselt ist, war der SV Darmstadt 98.

So erlebt Florian Jungwirth die Corona-Pause in Kalifornien und der MLS. Der 31-Jährige berichtet über „shelter in place“ und salary caps“. 

  • Auch die Major League Soccer (MLS) pausiert wegen Corona.
  • Die Spielergehälter werden trotzdem vollumfänglich weiter gezahlt.
  • Der Trainingsbetrieb ist in den USA ausgesetzt, der Karlsfelder Florian Jungwirth muss sich zu Hause fit halten.
  • Kalifornien - Das Coronavirus hat nicht nur in Europa alle möglichen Sportveranstaltungen und Ligen lahmgelegt. Auch in den USA sind alle großen Sport-Ligen unterbrochen. Nachdem die NBA Anfang März den Spielbetrieb bis auf unbestimmte Zeit eingestellt hat, ließ auch die MLS nicht lange auf sich warten und setzte den Spielbetrieb bis aus. Die Verantwortlichen prüfen derzeit alle Möglichkeiten, die Saison 2020 durch eine Verschiebung bis in den Dezember hinein trotzdem zu Ende spielen zu können.

    Florian Jungwirth spricht über Corona-Pause in den USA

    AuchMLS-Legionär Florian Jungwirth von den San José Earthquakes steht nun eine fußballfreie Zeit bevor. Der 31-Jährige wechselte 2017 vom SV Darmstadt 98 aus der Bundesliga in die MLS, um sich seinen Traum, „einmal im Ausland zu spielen“, zu erfüllen. Seitdem läuft er in Kalifornien für die „Quakes“ auf. 

    Vor seinem Sprung über den großen Teich, war Jungwirth neben dem SV Darmstadt unter anderem für den VfL Bochum, die SG Dynamo Dresden und den TSV 1860 München aktiv. Eine besondere Verbindung hat der gebürtige Gräfelfinger, nach wie vor, zu seinem Heimatklub dem TSV Eintracht Karlsfeld. Im Interview bei kicker.tv spricht der Innenverteidiger über die aktuelle Lage in den USA, Ausgangsbeschränkungen und die fortlaufenden Gehälter in der MLS.

    „Momentan wurde ein Gesetz erlassen. Das heißt „Shelter in Place““

    Auch in den USA greifen, wie auch in Deutschland, neue Verordnungen, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. „Momentan wurde ein Gesetz erlassen. Das heißt „Shelter in place“ und besagt, dass wir bis zum 7. April weitestgehend zu Hause bleiben sollen“, so Jungwirth. 

    Wie auch hierzulande haben die meiste Läden geschlossen. Restaurants bieten nur noch Lieferdienst an. Banken, Supermärkte und Baumärkte haben allerdings noch geöffnet. „Man selbst darf schon noch zum Spazieren rausgehen, soll dabei aber immer einen Abstand von zwei Metern zu seinen Mitmenschen einhalten“, betont Jungwirth. Die allgemeine Lage und die Verhaltensrichtlinien zeigen also eindeutig Parallelen zu der in Deutschland auf.

    Jungwirth hält sich zu Hause fit

    Bei den Profis der San Jose „Quakes“ ist, wie bei den meisten europäischen Klubs, auch der Trainingsbetrieb vorübergehend eingestellt und die Spieler halten sich mit Lauf und Fitnessplänen vorerst zu Hause fit. „Ich kann mich auf jeden Fall über Läufe und meine Trainingsgeräte daheim noch gut fit halten“ versichert der frühere Karlsfelder.

    In Deutschland wird derzeit heiß diskutiert, ob die Spieler der Profi-Klubs bei ihren Gehältern kürzertreten sollen, um die Vereine in dieser auch finanziell schwierigen Zeit zu unterstützen. Viele Vereine stürzt die Corona-Pause in eine finanzielle Notlage. Mit dem Gehaltsverzicht würden die Profis den Verantwortlichen ein wenig Luft verschaffen. In Amerika ist der Verzicht auf das Gehalt bei den Fußballer aktuell noch kein Thema. „Wir werden ganz normal weiter bezahlt“ sagt Jungwirth. „Man muss aber auch ein bisschen unterscheiden. Wir werden nicht von den Vereinen bezahlt, sondern von der MLS, also der Liga direkt. Damit steht nicht wie in Deutschland die Existenzen vieler Vereine auf dem Spiel“, argumentiert Jungwirth weiter. „Dass Spieler in Deutschland, wie auch beim KSC auf Gehalt verzichten, finde ich natürlich ganz toll“ versichert der Wahl-Amerikaner.

    „Durch die Salary Caps sind unsere Gehälter weitestgehend öffentlich“

    Auf die Frage, wie man sein Gehalt im deutschen Vergleich einordnen könnte meinte Jungwirth: „Ich denke, es bewegt sich im Bereich zwischen der 1. und 2. Bundesliga. Durch die „Salary Caps“ sind unsere Gehälter sowieso weitestgehend öffentlich“. 

    Für eben diese „Salary Caps“ in der Bundesliga sprach sich jüngst, der Mehrheitseigner und Geschäftsführer von Hannover 96, Martin Kind aus. „Ich bin dafür“, sagte Kind im Doppelpass bei Sport1 am Sonntag. Die Gehaltsobergrenze könnte ein Schritt sein, die Liquidität der Profi-Klubs in Zeiten von Corona zu verbessern.

    Text: Anton Deibele

    Quelle: Merkur.de

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