Fußballer kehren aus Kroatien heim

Pöcking flieht vor der Quarantäne: SCPP-Coach Simon im Interview über Corona und das abgebrochene Trainingslager

Fußballlehrer Franco Simon plädiert für Neustart der unterbrochenen Saison.
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Fußballlehrer Franco Simon plädiert für Neustart der unterbrochenen Saison.

Die Bezirksliga-Fußballer des SC Pöcking-Possenhofen mussten vorzeitig aus ihrem Trainingslager abreisen. Trainer Franco Simon spricht im Interview über die Corona-Krise.

Pöcking – Er ist einer der bekanntesten Fußballtrainer des Landkreises und betreut derzeit den SC Pöcking-Possenhofen in der Bezirksliga. Der Starnberger Merkur sprach mit Franco Simon über das Trainingslager und die Corona-Krise.

Herr Simon, wie geht es Ihnen?

Bei mir ist so weit alles gut, auch wenn ich diesen Husten schon seit Wochen nicht los werde. Corona-Gefahr besteht aber derzeit keine.

Vor einer Woche waren Sie mit ihren Fußballern im Trainingslager in Kroatien, mussten aber abbrechen.

Wir sind am Mittwochabend vor einer Woche angekommen. Der erste Trainingstag war wunderbar. Wir konnten bei fast 20 Grad trainieren. Danach stand eine Teamsitzung an, in der wir viele Sachen analysieren konnten. Es war alles perfekt.

Wieso mussten Sie am Freitag abreisen?

Am Vormittag hatten wir noch ein Spiel gegen den SV Ampertal Palzing. Unser Betreuer vor Ort hat danach gemeint, dass es sein kann, dass wir bald unter Quarantäne gestellt werden und das Land für einen längeren Zeitraum nicht mehr verlassen können. Dieses Risiko war uns zu groß. Wir hatten auch Arbeitnehmer und den einen oder anderen Familienvater dabei.

Wie lief die Fahrt nach Deutschland zurück?

Da war ich etwas geschockt. Wir wurden erst an der deutschen Grenze mit unserem Bus kontrolliert. Und da ging es auch nur darum, ob wir vielleicht einen illegal Einreisenden an Bord haben.

Hätten Sie die Entscheidung zu fahren im Nachhinein nochmals getroffen?

Wenn ich gewusst hätte, dass wir nur so kurz bleiben können, natürlich nicht. Aber dem Team hat es trotzdem gut getan. Besonders die neuen Spieler sind jetzt noch besser integriert. So wie es aussieht, wird die Saison aber wohl kaum zu Ende geführt. Wahrscheinlich wäre es am sinnvollsten, alles auf null zu stellen und nächste Saison im Sommer noch mal komplett neu zu beginnen. Sollte man aber doch in ein paar Wochen weiterspielen wollen, sollte dies nicht von heute auf morgen erfolgen. Zwei Wochen Vorlauf wären dringend nötig, da wir ja zurzeit nicht gemeinsam trainieren können.

Wie halten sich Ihre Spieler fit?

Sie haben von mir individuelle Pläne bekommen. Dabei geht es vor allem um Läufe. Sie sollen aber auch mit dem Ball was machen.

Sie sind seit gut einem Jahr Besitzer einer Fußballschule. Machen Sie sich Sorgen um ihre Existenz?

Nein, derzeit überhaupt nicht. Es lief zuletzt super. Natürlich müssen jetzt die Kurse verschoben werden. Die Schule ist auch nicht mein einziges Standbein.

Wie war das vergangene Wochenende für Sie?

Es war schon komisch. Normalerweise stehe ich mit Fußball auf und gehe mit Fußball ins Bett. Der Sport ist neben der Familie mein Leben. Ich hoffe, dass die Pause nicht allzu lange sein wird. Zunächst geht aber natürlich die Gesundheit aller vor.

Interview: Tobias Huber

Quelle: Merkur.de

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