Freistoßspezialist überwindet Spezl Mayer

Der freche Schuss des Lukas Riglewski

Die Abwehr steht sicher: Der Dachauer Alexander Weise klärt nach einer Heimstettner Ecke. Foto: Gerald Förtsch

Man darf davon ausgehen, dass Maximilian Mayer genau wusste, wie brenzlig es gleich wird, als sich Lukas Riglewski in jener 82. Spielminute den Fußball zum Freistoß zurechtgelegt hat. Schließlich ist der Linksfuß des SV Heimstetten von 2014 bis 2015 Teamkollege des Keepers beim TSV 1865 Dachau gewesen. 

Und in dieser gemeinsamen Zeit standen sich der Freistoßspezialist und der Torhüter in zig Trainingseinheiten gegenüber.

„Max ist ein guter Spezl von mir“, gibt Lukas Riglewski nach dem Bayernligaduell des SVH gegen seinen Ex-Klub zu Protokoll. „Wir haben heute Mittag noch abgemacht, dass wir nach dem Spiel zusammen zum Essen gehen.“ Ein Thema bei Tisch wird dabei sicher sein Freistoß in der 82. Minute gewesen sein, den der Heimstettner so wuchtig und zugleich akkurat in Richtung rechtes Toreck schlenzt, als hätte er die Flugbahn des Balls zuvor programmiert.

Mit einem satten Klatschen landet die Kugel erst am Innenpfosten und rutscht dann weiter ins Netz – zum 1:0 für die Platzherren. Riglewskis Zucker-Freistoß ist das einzige Tor einer Partie, die arm an Chancen und fest im Griff der beiden Abwehrreihen ist. „Eigentlich war es ein typisches Null-zu-Null-Spiel“, räumt SVH-Trainer Christoph Schmitt nach dem Abpfiff ein. Allein die „individuelle Klasse“ seines Freistoßschützen habe der Partie letztlich einen anderen Ausgang beschert.

Vor bloß 150 Zuschauern scheinen sich beide Clubs zunächst an jener Plakatwand zu orientieren, die anlässlich des Schulanfangs an der Zufahrtsstraße zum Sportpark aufgestellt ist. Darauf steht die Mahnung „Tempo runter!“, die sich eigentlich an Autofahrer richtet. Doch stattdessen befolgen die 22 Kicker auf dem Rasen diese Vorgabe, sodass in einer mauen ersten Hälfte nur je eine Halbchance pro Team herausspringt: Auf der einen Seite verpasst Daniel Steimel nach einer Ecke, auf der anderen zielt Sebastian Brey zu ungenau. Derweil hätten SVH-Keeper Maximilian Riedmüller und sein Dachauer Pendant auch 45 Minuten in der warmen Kabine bleiben können – der Pausenstand hätte wohl dennoch 0:0 gelautet.

„Gerade am Anfang haben wir vieles vermissen lassen“, kritisiert Schmitt. „Allerdings sind wir hinten sicher gestanden.“ Das ändert sich auch nach dem Wechsel nicht, dazu spielt Heimstetten nun mutiger nach vorne – wenngleich SVH-Chancen weiter Mangelware bleiben. Vielmehr sind es die Dachauer, die der Führung etwas näher kommen. Doch in der 54. Minute zeigt Riedmüller gegen Alexander Weiß eine feine Parade, und nur wenig später zischt ein weiterer Brey-Schuss knapp am linken Pfosten vorbei.

Die gefährlichste Aktion der Platzherren ist ein Flatter-Freistoß von Geburtstagskind Sebastiano Nappo, mit dem Mayer seine liebe Mühe hat (72.). Zehn Minuten später darf sich dann Riglewski aus rund 25 Metern versuchen. „Der Ball lag halbrechts, das ist eher meine Position“, sagt der 23-Jährige. Zudem habe er darauf spekuliert, dass der Torwart – Aug in Aug mit seinem Spezl – ins Grübeln gerate. „Ich habe gedacht: Vielleicht glaubt er ja, dass ich aufs Torwarteck gehe“, sagt Riglewski und lacht. „Ob’s so war, muss er mir heute beim Essen noch erzählen.“

SV Heimstetten – TSV 1865 Dachau 1:0 SV Heimstetten: Riedmüller, Mömkes, Hintermaier, Wellmann, Nappo, Steimel, Schmitt (87. Michalz), Beierkuhnlein, Duhnke, Date (58. Akkurt), Riglewski (91. Krause) - Trainer: SchmittTSV 1865 Dachau: Mayer, Lamotte, Weiser, Beqiri (85. Wolf), Weiss, Ettenberger, Brey, Schäffer (74. Lippert), Maric, Nyabally (55. Negele), Doll - Trainer: LamotteSchiedsrichter: Böhm (Wolfratshausen) - Zuschauer: 150Tore: 1:0 Riglewski (83.)

Quelle: fussball-vorort.de

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