Corona-Krise

Ein krisensicherer Schachzug

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Man muss sich nicht zwingend gegenübersitzen: Onlineschach bietet den Landkreis-Vereinen die Möglichkeit, die Corona-Pause zu überbrücken. Das Bild zeigt den Freisinger Spieler Dagobert Langer (r.) bei der Kreiseinzelmeisterschaft im Januar.

Die Schach-Online-Plattformen boomen in Zeiten von Corona. Das ist auch eine große Chance für die Landkreisklubs SK Freising und SC Moosburg.

Landkreis – Die Corona-Krise hat den Sportbetrieb auch im Landkreis Freising komplett lahmgelegt. Sportstätten sind geschlossen. Der Spiel- und Meisterschaftsbetrieb ist eingestellt. Nicht ganz! „Schach – der einzige Sport während des Corona-Shutdowns. Onlineschach steht vor einem neuen Boom“, schreibt der Bayerische Schachbund in einer Pressemitteilung. Laut Hans-Jürgen Werner, dem Vorsitzenden des Schach-Klubs Freising, und Roland Stangl, dem Chef des SC Moosburg, könnte die Online-Variante durchaus helfen, das Vereinsleben in der Corona-Pause aufrechtzuerhalten. Aus diesem Grund wird in der Dreirosenstadt nun ein Projekt forciert.

Für den SC Moosburg ist die Corona-Pause besonders bitter

Auf Anraten des Bayerischen Landes-Sportverbands (BLSV) haben auch die beiden Schachvereine Ende der vorletzten Woche den Trainingsbetrieb eingestellt – voraussichtlich bis nach den Osterferien. „Das ist natürlich sehr schade“, sagt Roland Stangl vom Moosburger Schachclub, dem viertgrößten in ganz Deutschland. „Aber die Corona-Krise hat natürlich oberste Priorität.“ Für die Dreirosenstädter ist die Unterbrechung des Sportbetriebs vor allem auch deshalb sehr bitter, da der Verein seit eineinhalb Jahren ein eigenes Vereinsheim hat. Dort treffen sich viele Schachbegeisterte zum regelmäßigen Training. „Bei uns boomt Schach“, ist Roland Stangl stolz. Die Corona-Krise hat aber nicht nur zur Folge, dass der Trainings- und Wettkampfbetrieb zum Erliegen gekommen ist, sondern dass rund zehn Anfängerkurse für Jugendliche und Erwachsene, die erst vor kurzem gestartet sind, ausgesetzt werden müssen. Etwa 70 Neueinsteiger müssen sich jetzt in Geduld üben, ehe es weitergeht.

Auch Hans-Jürgen Werner vom SK Freising zeigt vollstes Verständnis für die drastischen Maßnahmen, um die Ausbreitung von Corona zu minimieren. Sorgen hat er – ebenso wie sein Kollege aus Moosburg – nicht, dass die Mitglieder wegen der Corona-Krise abspringen könnten. „Das ist derzeit natürlich für alle eine sehr schwierige Situation“, urteilt Werner. „Ich denke, dass alle unsere Mitglieder sehr froh sind, wenn sie nach der Krise wieder zum gemeinsamen Training kommen können.“

SC Moosburg forciert vereinseigene Online-Plattform

Von der Presseerklärung des Bayerischen Schachbunds wussten die beiden Vorsitzenden noch nichts. „Viele unserer Mitglieder sind schon seit einiger Zeit auf Online-Plattformen unterwegs und spielen im Internet Schach“, erklärt Hans-Jürgen Werner vom SKF, der sich freilich gut vorstellen könnte, dass man diese Variante nun innerhalb des Vereins eventuell institutionalisieren könnte. „Wir haben in der Kürze der Zeit allerdings noch nichts unternommen.“

Der Bayerische Schachbund verweist in dem Zusammenhang auf Online-Schachplattformen – wie beispielsweise chess24, schach.de oder Lichess. Derzeit läuft die deutsche Internetmeisterschaft auf schach.de. „Wir haben Spieler, die auf bayerischer Ebene online Schach spielen, teilweise mit Erfolg“, sagt Werner, der sich durchaus vorstellen kann, dass Onlineschach auch beim Freisinger Schach-Klub wegen der Corona-Krise zunehmen könnte.

Beim SC Moosburg hat man schon vor dem Ausbruch der Pandemie damit begonnen, eine eigene Online-Plattform für die Vereinshomepage zu entwickeln. „Eigentlich sind wir momentan in der Erprobungsphase und wollten uns mit der Onlineschaltung noch ein wenig Zeit lassen. Aber wir werden jetzt versuchen, das Projekt zu forcieren“, betont Moosburgs Schach-Chef Roland Stangl. Er sieht Onlineschach als gute Möglichkeit, den Sportbetrieb – im Gegensatz zu vielen anderen Sportarten – aufrecht erhalten zu können. Jedoch freut er sich schon darauf, wenn sich die Schachspieler wieder von Angesicht zu Angesicht im Vereinsheim treffen können, um zu trainieren. Denn solche sozialen Kontakte seien sehr wichtig, ist Roland Stangl überzeugt.

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Quelle: Merkur.de

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