Tennis

Maxi Homberg und der große Traum von Wimbledon

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Die Vorhand ist nur eine seiner Stärken: Maxi Homberg (16) aus Freising sorgte bereits bei einigen ITF-Junior-Turnieren für Aufsehen. Für sein großes Ziel nimmt er sogar Schulaufgaben in den Weihnachtsferien auf sich.

Tennistalent Maxi Homberg (16) aus Freising will 2020 den nächsten Schritt auf dem Weg zur Profi-Karriere machen. Dafür nimmt er große Anstrengungen auf sich.

Freising – Er will das, was jeder junge Tennisspieler will: Einmal bei einem großen Turnier wie Wimbledon aufschlagen, einmal die Nummer eins der Welt sein und damit in die Fußstapfen eines Roger Federer, Rafael Nadal oder Novak Djokovic treten. „Ja, das wäre eine feine Sache“, meint Maximilian Homberg und lacht. Der 16-jährige Freisinger hat einen großen Traum und sein Ziel fest im Blick – er will Profi werden. Und er weiß: 2020 wird ein wichtiges, vielleicht sogar entscheidendes Jahr.

Maxi Homberg hat in seinem jungen Leben schon viel erreicht. Angefangen hatte alles mit sechs Jahren, als er mit seinem Opa im Keller Tennis spielte. Der war ihm rasch zu klein – und deshalb stand der Bub bald beim TC Rot-Weiß Freising auf dem Platz. Heute, zehn Jahre später, ist er in der deutschen Rangliste die Nummer vier in seiner Altersklasse und Mitglied im Kader des Deutschen Tennis Bunds, der ihm für bis zu 15 ITF-Junior-Turniere im Jahr die Flug- und Hotelkosten bezahlt – Betreuung inklusive. Außerdem trainiert Maxi, der vor drei Jahren von seinem Heimatverein zum TC Ismaning gewechselt ist, Woche für Woche an der Tennis-Base Oberhaching.

Maxi Homberg macht in der Jugendweltrangliste einen Sprung nach oben

Mit dem Jahr 2019 ist das Tennis-Talent sehr zufrieden: „Ich habe mich heuer in der Jugendweltrangliste von Platz 2000 ziemlich weit nach vorne gespielt. Zum Jahreswechsel werde ich in etwa auf Rang 500 stehen“, erzählt der 16-Jährige. Im Juli beispielsweise hat er auf der ITF-Juniors-Tour in Beirut den Einzug ins Halbfinale geschafft, in Aschheim und Maribor erreichte er das Viertelfinale. Dabei musste Maxi zwischenzeitlich kürzertreten: Ein Knochenmarksödem am rechten Mittelfuß bremste ihn zuletzt sieben Wochen lang aus. „Die Verletzung resultierte aus einer Überbelastung des Fußes in der Saisonvorbereitung“, sagt Maxi. „Allerdings hat mich das nicht so weit zurückgeworfen – ich habe nur ein, zwei Turniere verpasst. Und von denen gibt es ja viele.“ Mittlerweile steht der Freisinger wieder auf dem Tenniscourt: Mitte Dezember schlug er beim stark besetzten Herrenturnier in Ruhpolding auf – und schaffte es mit vier Siegen sogar bis ins Finale.

Starker Neustart nach der Verletzung

Der Neustart nach der Verletzung ist geglückt, es ist also alles angerichtet für ein erfolgreiches Jahr 2020. „Mein Ziel ist, dass ich in zwölf Monaten unter den Top 100 der Jugendweltrangliste stehe“, erklärt Maxi. Denn damit dürfte er nicht nur mit einer Wildcard an Herrenturnieren teilnehmen, sondern auch an den Junior Grand Slams. Und das würde bedeuten, dass er in Wimbledon oder bei den US Open starten kann. „Mal sehen, wie es sich weiterentwickelt“, sagt der 16-Jährige. „Die nächsten Jahre werden auf alle Fälle sehr wichtig.“

Schule, Training, Turniere: So sieht Maxi Hombergs Alltag aus 

Um seinen großen Traum zu verwirklichen, nimmt Maximilian Homberg gewaltige Anstrengungen auf sich – immerhin muss er es schaffen, Schule und Tennis unter einen Hut zu bekommen. Jede Woche ist eine logistische Herausforderung: Der Jugendliche besucht im Rahmen des Eliteförderprogramms das Privatgymnasium in Schwetzingen bei Mannheim. „Montagfrüh steige ich in den Zug. In der Schule schreibe ich meist eine Klausur und bekomme Aufgaben, die ich im Verlauf der Woche abarbeiten muss. Von Dienstag bis Freitag bin ich in Oberhaching, wo ich lerne und jeden Tag fünf Stunden Kraft, Athletik und Tennis trainiere, und am Wochenende steht oft ein Turnier an.“ Klarer Fall: „Viel Freizeit habe ich nicht wirklich.“ Und wenn doch, dann jagt Maxi natürlich einem runden Spielgerät hinterher: „Ich mag eigentlich alle Ballsportarten, vor allem Fußball und Hockey.“ Es muss ja nicht immer die gelbe Filzkugel sein.

Latein-Schulaufgabe in den Weihnachtsferien

Maximilian Homberg geht derzeit in die elfte Klasse, das Abitur ist also schon in Sichtweite. „Das will ich alle Fälle machen, auch wenn es teilweise ganz schön stressig ist“, betont der 16-Jährige. Ein Beispiel gefällig: Während gleichaltrige Jugendliche ihre Weihnachtsferien genießen, muss Maxi die Schulbank drücken. Erst am Freitag war er wieder in Schwetzingen – eine Schulaufgabe in Latein sowie ein Referat in Biologie standen auf dem Plan. Kaum geschafft, stieg der Teenager wieder in den Zug – diesmal Richtung Belgien. Dort findet über Neujahr ein ITF-Junior-Turnier statt.

Die ersten amerikanischen Colleges haben schon angefragt

Trotz Schul-, Reise- und Trainingsstress: Maxi möchte keine Chance auslassen, die nötigen Punkte für die Jugendweltrangliste zu holen. Sollte ihm auf diesem Weg nicht der Sprung zum Tennisprofi gelingen, gebe es aber noch einen Plan B: „Es haben schon ein paar Colleges wie die Columbia University in New York angefragt. Ich denke, dass ich ein volles Stipendium bekommen würde. Dann könnte ich vielleicht so etwas wie BWL studieren und gleichzeitig Tennis spielen.“

Das ist aber noch Zukunftsmusik. Bis dahin gibt es noch eine Menge zu tun. „Ich muss vor allem meinen Aufschlag verbessern, da muss ich noch an der Technik feilen“, weiß Maxi. „Aber ich denke, ich mache Fortschritte.“ Mit der Ausdauer auf dem Platz und mit seiner Vorhand ist er dagegen sehr zufrieden. „Das sind meine Stärken – und auch in mentaler Hinsicht bin ich ziemlich gut.“ Alles Dinge, die man braucht, um sich den großen Traum von Wimbledon zu erfüllen.

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Quelle: Merkur.de

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