Volleyball

Regionalliga-Saison beendet: Ein längst überfälliger Schritt

Trainer Falk Ullmann (Mitte) hält eine Ansprache an sein Team
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„Man hätte schon viel früher den Vereinen ein entsprechendes Signal senden müssen“ – Trainer Falk Ullmann (M.) vom SC Freising ist froh, dass der Deutsche Volleyball-Verband endlich Fakten geschaffen hat.

Jetzt ist es offiziell: Die Saison der Freisinger Regionalliga-Volleyballmänner ist beendet. Der Verein reagiert erleichtert. Trotzdem gibt‘s Kritik am Verband.

Freising – Die Entscheidung des Deutschen Volleyball-Verbands (DVV) hat zwar ein wenig auf sich warten lassen – aber sie kam keinesfalls überraschend: Der DVV hat die Saison 2020/21 für die 3. Ligen und die Regionalligen wegen der Corona-Pandemie für beendet erklärt. Das betrifft das Männerteam des SC Freising, das in der Regionalliga Süd-Ost spielt, in dieser Runde jedoch ohnehin keine einzige Partie absolvieren konnte.

Bereits Ende Januar hatte der Bayerische Volleyball-Verband (BVV) für alle Ligen von der Bayernliga bis runter zur Kreisklasse die Wettkampfsaison 2020/21 abgebrochen. Die Verantwortlichen des BVV waren sich einig, dass Corona keine sinnvolle Rückkehr in einen geregelten Spielbetrieb zulassen würde. SCF-Abteilungsleiter Dejan Jankovic begrüßte den Beschluss und rechnete schon damals fest damit, dass der DVV nachziehen und für die 3. Bundesligen und die Regionalligen genauso entscheiden wird. „Diesen Beschluss hätte man schon viel früher fassen können“, wundert sich Jankovic ein wenig.

Im Bundesspielausschuss wurden etliche Szenarien kontrovers diskutiert

In einer Presseerklärung räumte Bundesspielwart Gerald Kessing ein, dass man die Saison in den 3. Bundesligen und Regionalligen nach einer Öffnung des Amateursports gerne fortgesetzt hätte. „Dafür haben wir im Bundesspielausschuss etliche Szenarien kontrovers diskutiert“, berichtet Kessing. „Allerdings ist bereits zum jetzigen Zeitpunkt absehbar, dass ein geordneter Spielbetrieb nicht mehr möglich gewesen wäre. So wurden Hallen teilweise zu wichtigen Impfzentren umfunktioniert.“ Dazu kam, dass eine Verschiebung nach hinten zu einer Kollision mit der Beach-Saison geführt hätte.

Ich bin gespannt, wie viele unserer Mitglieder dem Volleyball den Rücken kehren werden.

SCF-Abteilungsleiter Dejan Jankovic

SCF-Trainer Falk Ullmann hätte sich schon viel eher ein Signal seitens des Verbands gewünscht: „Wir standen immer unter dem Druck, sofort wieder spielen zu müssen, wenn es Corona erlaubt hätte.“ Dabei habe der Verband übersehen, dass für viele Sportler Beruf und Familie aktuell wichtiger seien und deshalb wohl der eine oder andere Spieler pausiert hätte. „Das hätte eine Wettbewerbsverzerrung nach sich gezogen.“ Ullmann wirft dem Verband in diesem Zusammenhang mangelnde Transparenz sowie fehlende Kommunikation vor: „Man hätte schon viel früher den Vereinen ein entsprechendes Signal senden müssen.“

Auf- und Absteiger wird es nun nach dem Abbruch der Saison nicht geben. Alle Mannschaften, die 2020/21 für die Regionalliga oder 3. Liga spielberechtigt waren, können diese Spielberechtigung für die Punkterunde 2021/22 bis 15. Mai beantragen. Den Verantwortlichen des Verbands bereitet derweil der ausgefallene Spiel- und Trainingsbetrieb große Sorgen. DVV-Präsident René Hecht appelliert deshalb eindringlich an alle Mitglieder, ihren Vereinen treu zu bleiben. Er sei überzeugt davon, dass mit entsprechenden Hygienekonzepten der Sport auch im Amateurbereich möglich und ein wichtiger Beitrag für die Gesellschaft sei. Deshalb hat der DVV das Projekt „VEREINt zurück“ initiiert. Sobald es Corona zulasse, sollen die Volleyballer im Sommer unter Wettkampfbedingungen auf das (Freiluft-)Feld zurückkehren. Angedacht ist, dass nach Hallen-Regeln gespielt wird, mit Teams aus mindestens vier Akteuren.

Freisinger Volleyballer schauen mit gemischten Gefühlen nach vorne

Dejan Jankovic teilt die Sorgen des DVV, was die Treue der Mitglieder angeht: „Ich bin gespannt, wie viele unserer Mitglieder dem Volleyball den Rücken kehren werden.“ Allerdings wisse er auch von vielen, die es gar nicht erwarten könnten, bis die Hallen geöffnet werden oder es das Wetter erlaubt, Beachvolleyball zu spielen. „Wir werden in nächster Zeit Pläne entwickeln, wie wir unsere Mitglieder und vor allem die Jugendlichen bei Laune halten können.“ Was das Projekt „VEREINt zurück“ angeht, könne sich Jankovic vorstellen, dass man eine Spaßrunde mit Wettkampf oder vermehrt Turniere anbieten kann. Gleichwohl: „Nach rund einem Jahr Volleyballverzicht ist die Vereinsarbeit schwierig geworden.“

Der DVV gibt sich derzeit vorsichtig optimistisch, dass eine Spielzeit 2021/22 durchführbar sein wird. Aktuell arbeite man an Szenarien für den Fall, dass der Spielbetrieb auch im kommenden Herbst und Winter noch durch Corona beeinflusst wird.

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