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Stimmen zur Saisonunterbrechung im Volleyball: Ein wenig Hoffnung, ganz viel Skepsis

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Mannschaftsfoto des Frauenteams des SC Freising.
Trainingsweltmeisterinnen: Das Freisinger Landesliga-Frauenteam um Coach Benedikt Untermarzoner schob an abgesagten Spieltagen Extra-Schichten. Auch jetzt wird trotz Saisonunterbrechung voll weitertrainiert. © Peter Spanrad

Der Spielbetrieb in Bayern ruht größtenteils – die Saisonunterbrechung trifft vor allem den Nachwuchs hart. Sicher ist wohl: Im Jahr 2022 drohen Terminengpässe.

Landkreis – Am Dienstag haben die Verantwortlichen des Bayerischen Volleyball-Verbands (BVV) den Beschluss verkündet, die laufende Saison zu unterbrechen. Dies betrifft alle Ligen und Spielrunden, die in der Verantwortung des BVV liegen. Nach Möglichkeit soll die Saison dann ab dem 6. Januar fortgesetzt werden. Für die Trainer und Funktionäre der Landkreis-Teams kam der Schritt des Verbands keinesfalls überraschend.

Einige Mannschaften und auch ganze Vereine hatten bereits in den vergangenen zwei Wochen von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, Punktspiele zu canceln und auf einen späteren Termin zu verschieben. Das Bezirksklassen-Team der SG Moosburg bestritt am 20. November seine bis dato letzten beiden Partien und sagte dann eine Woche später für den Doppelspieltag in Haimhausen ab. Das Risiko, sich in der Halle bei Spielerinnen aus anderen Mannschaften anzustecken, schien nicht nur den Moosburger Frauen zu hoch, sondern auch den Gegnern.

SGM trainiert seit zehn Tagen nicht mehr

Die SGM-Volleyballer haben dann bereits am 24. November den Trainingsbetrieb eingestellt. „Aus Vorsorge“, wie Abteilungsleiter Stefan Barth mitteilt. Man wolle vor allem die Kinder „nicht einem unnötigen Risiko aussetzen“, sagt er. „Schade, dass die Kinder wieder darunter leiden, dass es noch immer Impfgegner gibt.“ Barth begrüßt die Entscheidung des BVV. Die Wiederaufnahme der Saison ab 6. Januar hält er theoretisch für möglich, „aber nur, wenn jetzt nochmal eine große Impfwelle losgetreten wird“. Er bleibt jedoch skeptisch: „Durch die vielen Kontakte an den Feiertagen glaube ich nicht daran, dass sich die Lage nach den Ferien beruhigt.“ Vielmehr befürchtet der SGM-Spartenchef, dass die Saison gelaufen ist.

Portraitfoto von Anna Klug.
Anna Klug (VfB): „Jetzt hat man erstmal Klarheit bis nach den Weihnachtsferien.“ © Eva Oestereich

Anna Klug, Volleyball-Abteilungsleiterin beim VfB Hallbergmoos und auch Vereinsvorsitzende, hält die BVV-Entscheidung für richtig. „Da viele Clubs in der Vergangenheit in letzter Minute abgesagt haben, hat man hier erst einmal Klarheit bis nach den Weihnachtsferien“, sagt Klug, die berichtet, dass die Saisonunterbrechung vor allem die Jugend hart getroffen habe. Sie sieht aber eine reelle Chance, die laufende Runde zu Ende spielen zu können. Vorausgesetzt, die Corona-Zahlen nach den Weihnachtsferien ließen es zu, die Saison wieder aufzunehmen. Allerdings: „Die Gesundheit geht vor.“ Den Trainingsbetrieb lässt man derzeit beim VfB ganz normal weiterlaufen. „Solange wir noch dürfen“, fügt die VfB-Spartenchefin an. „Es gilt bei uns im Training 2G Plus. Wir achten noch mehr auf Abstand. Aber der Spaß darf dabei nicht verloren gehen.“

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In der Volleyball-Abteilung des SC Freising glaubt man aktuell eher nicht, dass die Saison am 6. Januar eine Fortsetzung finden kann. Das hieße dann für Abteilungsleiter Dejan Jankovic, dass es schwierig werden könnte, eine „verwertbare“ Runde zustande zu bringen. „Die meisten Mannschaften haben zu wenige Partien absolviert. Aufgrund der bisherigen Absagen kann man kaum alle Spiele bis Ende April nachholen.“ Trotzdem hat Jankovic die Hoffnung noch nicht aufgegeben. „Vielleicht gelingt in den nächsten Wochen eine schnelle Verbesserung der aktuellen Corona-Situation, sodass wir Anfang Januar wieder starten können.“

Weihnachten als Corona-Beschleuniger?

Auch Falk Ullmann, Sportlicher Leiter der SCF-Volleyballer und Trainer des Regionalliga-Teams, blickt eher skeptisch in die Zukunft. Er gibt zu bedenken, dass die Zahlen über die Weihnachtsfeiertage aufgrund der vielen engen familiären Kontakte nochmals hochgehen könnten und sich die Situation auf den Intensivstationen wohl frühestens im Laufe des Februars spürbar entspannen würden. Außerdem wisse man noch nicht, wie sich die Omikron-Variante entwickeln wird. „Ich befürchte deshalb, dass die Saison erst wieder im März weitergehen kann. Und das wäre auf alle Fälle zu spät für eine verwertbare Saison.“

Ullmann bedauert es, dass der Verband nicht den Mut gehabt habe, im Jugendbereich die Punktspielrunde weiterlaufen zu lassen. Die Kinder seien dank der Schulen alle bestens und regelmäßig getestet. Das Trainingsangebot halten die Sportclub-Volleyballer grundsätzlich unter 2G-Plus-Bedingungen aufrecht. „Die Erste und die Zweite Männermannschaft haben vereinbart, in der nächsten Zeit kein zielorientiertes Training zu machen, sondern sich zu treffen und einfach Spaß beim Spielen zu haben“, sagt Ullmann.

Das Landesliga-Frauenteam des SCF, das zuletzt richtig in Schwung gekommen ist, bedauert die Unterbrechung. Die abgesagten Spieltage hat die Mannschaft für Extra-Einheiten genutzt. „Ich bin froh, eine so motivierte Mannschaft trainieren zu dürfen“, betont Coach Benedikt Untermarzoner. Es sei schade, dass „wir die Saison nicht so genießen dürfen, wie wir es verdient hätten“. Er ist insgesamt skeptisch. Wenn man alle Spieltage ins neue Jahre schiebe, werde das große organisatorische Probleme mit sich bringen. „Aber wir blicken nach vorne“, sagt Untermarzoner, der mit dem Team weiter voll trainiert. „Es macht Spaß. 2022 werden wir uns mit Siegen belohnen.“

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