Fußball - Rückblick

Frühstarter, Spätzünder und Dauerbrenner: So spannend war die erste Saisonhälfte in der Kreisklasse

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Diese Zahlen sind eines Tabellenführers würdig: Die Fußballer des SV Vötting kassierten in dieser Saison erst acht Gegentore. Vorne ließen es Michael Düber (vorne; sieben Treffer, neun Vorlagen) und Co. insgesamt 36 Mal klingeln.

Dominante Phasen, ein treffsicherer Torjäger, eine bombensichere Abwehr und ein eisenharter Abstiegskampf: Die Kreisklasse 3 ist in jeder Hinsicht spannend.

Landkreis – Dominante Phasen, ein Torjäger der allerfeinsten Sorte, eine bombensichere Abwehr und ein eisenharter Abstiegskampf: Die Fußball-Kreisklasse 3 ist in jeder Hinsicht spannend. Ein Rückblick auf die Hinserie – in der Hoffnung, dass der Ball bald wieder rollt und die restlichen Spiele ausgetragen werden können.

Das zugenagelte Tor

Fünf Euro ins Phrasenschwein: Die Offensive gewinnt Spiele, die Defensive Meisterschaften. So weit ist es freilich noch nicht, die Konkurrenz des SV Vötting, vor allem der TSV Nandlstadt, wird da noch ein Wörtchen mitreden wollen. Allerdings zeigt sich: Bisher kassierte Klassenprimus Vötting nur acht Gegentore – vier davon alleine in der Partie bei der SpVgg Zolling. Oft genug hatten die gegnerischen Angreifer keinen Spaß gegen den SVV. Nur dem FC Neufahrn, dem TSV Paunzhausen, dem SC Freising und dem TSV Au gelangen Torerfolge. Letzterer fügte dem Tabellenführer außerdem die einzige Niederlage in der Hinrunde zu.

Die Bomber der Liga

Im Schnitt fast drei Treffer pro Spiel hat der TSV Nandlstadt erzielt. Das liegt vor allem an Johannes Gerlspeck (13 Tore) und Lukas Rieder (8). Doch worüber man sich beim TSV am meisten freuen kann, ist, dass es viele Kicker gibt, die wissen, wo die Bude steht. Elf verschiedene Akteure haben sich bereits in die Torjägerliste eingetragen. Die logische Folge: Punktgleich mit Vötting steht Nandlstadt auf Rang zwei.

Erkal Üsküplü (29) erzielte 22 Treffer und damit fast 60 Prozent aller Vatanspor-Tore.

Der Bomber der Liga

Fast 60 Prozent aller Tore, die Vatanspor Freising in dieser Saison gemacht hat, gehen auf das Konto des Topstürmers der Kreisklasse 3: Erkal Üsküplü. Mit 22 Treffern führt er das Liga-Ranking deutlich an – der erste Verfolger, Dominic Schermbach vom TSV Au, hat acht Kisten weniger. Ohne Üsküplü stünde Vatanspor sicherlich in einer anderen Position. Nun sind es zehn Punkte Rückstand auf den Aufstiegs- und acht Zähler Vorsprung auf die Abstiegsrelegationsplätze. Und wenn man die Wintertransfers wie Nick Günaydin (der Ex-SEF-Spieler kam aus Haidhausen) und Deniz Sari (vom FC Anadolu, früher VfB Hallbergmoos) beachtet, stehen die Fahnen bei der Truppe von Neu-Coach Erhan Masat auf Angriff.

Die Sieglosen

Schon vor der Saison war bei der SG Eichenfeld-Freising klar: Diese Spielzeit wird richtig hart. Nach dem Abgang von Trainer Dennis Magro und einigen Schlüsselspielern stand der junge Trainer Markus Ujwari vor der Aufgabe, eine junge Mannschaft in der Kreisklasse anzuführen. Grundsätzlich ist ihm das gelungen – allerdings reicht es qualitativ nicht für diese Liga. Oft kämpfte Eichenfeld aufopfernd und hatte auch einige knappe Partien, aber letztlich sprang bis dato nur ein Unentschieden bei 14 Niederlagen heraus. Ein Match hatte das Team gewonnen – Mitte August in Neufahrn (1:0). Allerdings wechselte die SGE in der Schlussphase einen vierten frischen Akteur ein. Die Partie wurde daher vom Sportgericht mit 2:0 für den FCN gewertet (Bericht folgt).

Die Spätzünder

Der SV Marzling startete mit großen Ambitionen in die neue Saison: Endlich, so hieß es, soll der Aufstieg her. Nach den ersten paar Spieltagen fand sich der SVM aber im Mittelfeld wieder. Niederlagen gegen den SC Freising und den TSV Au sowie unnötige Unentschieden sorgten dafür, dass die Stimmung etwas getrübt war. Doch kaum kam der Herbst, da berappelte sich der SV Marzling – und legte einen Sieg nach dem anderen nach. Es hatte „Klick“ gemacht – und nun stehen die Fußballer von Coach Thomas Zellermeyr in unmittelbarer Schlagdistanz zu den Spitzenteams der Liga. Mission Aufstieg – wiederbelebt?

Die Frühstarter

Ganz anders war die Situation bei Aufsteiger SpVgg Zolling: Die Rückkehr in die Kreisklasse war ein großer Erfolg – und der Klassenerhalt natürlich oberstes Ziel. Doch wie die „Spiele“ in die Runde startete, hatte niemand erwartet: Zehn Punkte aus den ersten fünf Partien katapultierten die Zollinger Kicker ins obere Tabellendrittel. Ein hervorragender Start! Problem: Es folgten nur noch sieben weitere Zähler in den folgenden zehn Spielen. Dies wiederum brachte Zolling in die Nähe der Gefahrenzone.

Die Robusten

Wirft man einen Blick auf die Fairnesstabelle, fallen drei Mannschaften mit einer robusteren Spielweise auf: der SV Ilmmünster, die FVgg Gammelsdorf und Vatanspor Freising. Diese drei Teams stehen in dieser Liste am Tabellenende. Trauriger Platzverweis-Spitzenreiter ist der SV Ilmmünster mit achtmal Gelb-Rot beziehungsweise Rot. Übrigens: Besonders fair war der TSV Au mit lediglich 24 Gelben Karten in 15 Spielen.

Die Festungen

Zwei Teams haben es bisher geschafft, zu Hause kein einziges Match zu verlieren: der TSV Au und der SV Marzling. Erstere haben die beste Statistik vorzuweisen: sechs Siege, ein Unentschieden, keine Niederlage, 21:4 Tore. Wer nach Au fährt, muss sich in Acht nehmen. Denn freiwillig geben die Mannen aus der Hallertau keinen Zentimeter Platz her.

Torreiche Partien

Spiele mit mehr als sechs Toren gab’s reichlich. 13 Mal fielen sieben oder mehr Treffer in einer Begegnung. Das größte und spannendste Spektakel war dabei wohl das 4:6 von Eichenfeld-Freising gegen die SpVgg Zolling: Nach einer 3:0-Führung der Ampertaler zur Halbzeit und einem zwischenzeitlichen Spielstand von 1:6 aus Sicht der SGE starteten die Freisinger nochmal richtig durch und brachten die „Spiele“ ins Schwitzen. Zumindest die Zuschauer kamen definitiv auf ihre Kosten.

Die Dauerbrenner

Laut der Statistikerhebung von FuPa gab es sechs Spieler, die nicht nur in jeder Partie, sondern auch jede Minute auf dem Platz gestanden haben. Gleich drei Akteure der SpVgg Zolling sind dabei vertreten: Andreas Kreitmeier, Maximilian Schmid und Martin Fischer. Hier gesellen sich noch Leon Kirschner (SG Eichenfeld-Freising), Marius Mergenthaler (SV Marzling) und Simon Piterna (SV Hörgertshausen) dazu. Lediglich vier Minuten weniger hat Matthias Pfab vom SV Ilmmünster auf dem Konto, und fünf Minuten weniger sind es bei Markus Ujwari (SG Eichenfeld-Freising) sowie Sebastian Voit (SV Hörgertshausen).

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Quelle: Merkur.de

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