Erste Mannschaft zurückgezogen

FT Starnberg schreibt nächstes deprimierendes Kapitel

+
Gekickt wird im Starnberger Herrenbereich erst mal nicht mehr.

Der Verfall der FT Starnberg setzt sich fort. Jetzt musste der ehemalige Landesligist seine Herrenmannschaft aus der untersten Liga zurückziehen - aus Spielermangel.

StarnbergDie Freie Turnerschaft Starnberg hat keine Herrenmannschaft mehr. Der Verein zog vergangene Woche sein Team aus dem Spielbetrieb der C-Klasse 5 zurück. Damit schreibt der Klub von der Ottostraße sein nächstes deprimierendes Kapitel.

Eigentlich hatten die Turner den kompletten Neuanfang geplant, als sie vor eineinhalb Jahren vom Bayerischen Fußball-Verband in die unterste Spielklasse strafversetzt wurden. Die Meisterschaft und der Aufstieg in die B-Klasse waren das erklärte Ziel der Freien, die früher viele Jahre in der Landesliga zu Hause waren. Aber mehr als ein ernüchternder vierter Platz in der Fußball-Ödnis sprang nicht heraus. In dieser Runde nahmen die Probleme offenbar noch zu. Beim ersten Saisonspiel am 3. September in Wangen traten die Starnberger spontan gar nicht erst an. Eine Woche darauf folgte eine 2:4-Heimpleite gegen die Reserve des TSV Tutzing. Beim zweiten Auswärtsspiel am 17. September in Königsdorf tauchten die Freien wieder nicht auf. Und dann war Schluss. „Ich bin froh und erleichtert, wir haben eine Baustelle weniger“, kommentiert Katrin Rumland die Entscheidung des Vereins. Die Jugendleiterin war die einzige Verantwortliche der FT 09, die für eine Stellungnahme zu erreichen war oder sich zur Situation äußern wollte.

Lesen Sie auch: Die Fußballer des TSV Weilheim steigen weiter ab - und kämpfen um ihre Existenz. Der Klub wird nur noch von Zugereisten am Leben erhalten. Und die erheben schwere Vorwürfe.

Als richtigen Schritt bezeichnet FT-Jugendleiterin Katrin Rumland die Abmeldung der ersten Mannschaft.

Rumland leistet seit Jahren vor allem im Kleinfeldbereich hervorragende Arbeit in Starnberg, die auch von den Münchner Großklubs hoch geschätzt wird. Dank ihrer vielfältigen Kontakte hat sie es geschafft, auch heuer wieder kompetente Trainer für den gesamten Nachwuchsbereich anzuheuern. Die zahlreichen Fahrräder, die auf dem Parkplatz vor dem Vereinsheim stehen, sieht sie als Beleg, dass es zumindest im unteren Jugendbereich aufwärtsgeht. Aber reicht dies als Basis aus, um irgendwann wieder bei den Herren Fuß zu fassen und ein neues Team aufzubauen? „Das kann man nicht von heute auf morgen biegen, das braucht Zeit“, sagt Rumland, die in größeren Dimensionen denkt. „Wenn es irgendwann 15 bis 20 Jungs gibt, die Bock haben, C-Klasse zu spielen, können wir wieder eine Mannschaft melden.“

Das wird wohl noch eine gewisse Zeit dauern, denn die Leitung des Vereins scheint noch nicht in der Gegenwart angekommen zu sein. Die Internetseite der Freien Turnerschaft nennt noch Dieter Glavanich als Trainer der Herren-Mannschaft. Aber diese Information ist längst überholt. Radek Biernat und Manuel Riedmeier haben das Team seit seinem Zwangsabstieg in die C-Klasse betreut. Allerdings nicht sehr lange. Im vergangenen Winter schmissen sie hin, was im Internet-Auftritt der FT auch noch keine Berücksichtigung fand. „Wir hatten viele Spieler aus München, die nicht gerade die Zuverlässigkeit in Person waren“, erinnert sich Riedmeier. Er selbst nimmt das Ende des Herren-Fußballs in Starnberg nicht weiter tragisch. „Ob ich in der C-Klasse spiele oder keine Mannschaft habe, ist nicht viel Unterschied.“

Es ist für den Fußball in Starnberg schon so grausam genug. Bei ihrem einzigen Spiel in dieser Saison gegen den TSV Tutzing betreute Mirko Mihailovic die Freien. Zwölf Spieler standen ihm noch zur Verfügung. Nur vier von ihnen befanden sich auch schon am letzten Spieltag der vergangenen Runde im Aufgebot.

A-Junioren halfen heuer keine aus. Inzwischen bildet die Freie Turnerschaft mit dem TSV Perchting-Hadorf und dem SV Söcking eine Spielgemeinschaft in der ältesten Jugendklasse. Fünf von ihnen kommen von der FT, aber keiner von ihnen wohnt in Starnberg. Alle stammen aus dem Raum München. „Das ist schon eine traurige Entwicklung“, gibt Mehmet Bastug zu. Der Trainer der Spielgemeinschaft hat früher selbst für den FC Starnberg gespielt, als dieser noch in der Bayernliga zu Hause war. Bastug hält den Schlussstrich unter das Kapitel Herren-Fußball in Starnberg für den „vielleicht richtigen Schritt“. Es fällt schwer, ihm zu widersprechen.

hch

Quelle: Merkur.de

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Türkgücü München rüstet auf: Ex-Bundesliga-Profi und -Nationalspieler wechselt zum Viertligisten
Türkgücü München rüstet auf: Ex-Bundesliga-Profi und -Nationalspieler wechselt zum Viertligisten
Volles Programm für Basketballer des TV Miesbach
Volles Programm für Basketballer des TV Miesbach
Waldkraiburg sagt Spiel gegen Aschheim ab 
Waldkraiburg sagt Spiel gegen Aschheim ab 
6:0 für 1. FC GAP - Müller, Poniewaz und Diaby treffen doppelt
6:0 für 1. FC GAP - Müller, Poniewaz und Diaby treffen doppelt

Kommentare