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Fünf Jahrzehnte an der Pfeife

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Von: Wolfgang Herfort

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Aufmarsch der Funktionäre (v.l.): Gruppenschiedsrichterobmann (stv. GSO) Peter Bayer, Gruppenschiedsrichterobmann (GSO) Thomas Heinze, Jubilar Peter Moossmann, Vize-Präsident BFV Robert Schraudner und Bezirksschiedsrichterausschuss-Beisitzer (BSA) Gerhard Kirchbichler.
Aufmarsch der Funktionäre (v.l.): Gruppenschiedsrichterobmann (stv. GSO) Peter Bayer, Gruppenschiedsrichterobmann (GSO) Thomas Heinze, Jubilar Peter Moossmann, Vize-Präsident BFV Robert Schraudner und Bezirksschiedsrichterausschuss-Beisitzer (BSA) Gerhard Kirchbichler. © Robert Schopp

Anzing – Die Auszeichnung kam ein wenig zu früh, und doch genau richtig. Peter Moossmann, der am heutigen Freitag seinen 75. Geburtagstag feiert, wurde im Rahmen eines Festabends der Schiedsrichter-Gruppe München Ost/Ebersberg ausgezeichnet. „Er ist ein Schiedsrichter, der sich wie kein Zweiter um die Schiedsrichtergruppe verdient gemacht hat“, würdigte Gruppenschiedsrichterobmann (GSO) Thomas Heinze den Anzinger, der seit 50 Jahren zu den Herren in Schwarz gehört, im Rahmen seiner Laudatio.

VON WOLFGANG HERFORT

„Das reicht doch“, sagte der Jubilar, der sich erst kürzlich von allen Ämter – sei es politisch, gesellschaftlich oder eben sportlich – verabschiedet hat. Moossmann kann es aber nicht lassen, mitzumischen und anzupacken. „Das Tribünendach (im Anzinger Stadion – Anm. d. Red.) wird noch fertig gemacht. Dafür muss ich noch Geld einsammeln.“ Schließlich habe er den Ausbau mit angestoßen, „dann muss sich auch schauen, dass es fertig wird“.

Immer aktiv, dafür ist der heute 75 Jahre alt gewordene Fußball-Verrückte bekannt. Ein Faktotum im besten Sinn und weit über de Landkreisgrenzen bekannt. Nicht zuletzt durch seine Tätigkeit als Landesliga-Spielleiter.

Moossmann ist selber erstaunt, dass es bereits 50 Jahre her ist, dass er sein erstes Spiel pfiff. „Ein Schülerspiel“, erinnert er sich, „FC Schwabing gegen, ich glaube, Feldmoching muss es gewesen sein“.

In Erinnerung ist dem Anzinger auch seine erstmalige Spielleitung in der Bezirksliga geblieben. „Das war in Waldperlach, ich war eigentlich nicht als Referee vorgesehen, aber Schiri Manfred Amerell hatte derart Nasenbluten, dass ich kurzfristig einspringen musste.“

Auch der erste Platzverweis hat sich in sein Gedächtnis eingegraben. Moossmann stellte im Spiel FC Perlach gegen MSV München einen Spieler vom Platz, „der hat förmlich drum gebettelt. Mehrfach. Der wollte es haben und durfte marschieren.“ Was ihm vom damaligen Schiedsrichterbeobachter „übel angekreidet“ worden sei. „Ich hätte beruhigend auf ihn einwirken sollen. Die Entscheidung sei zu früh gekommen.“

Doch Peter Moossmann war immer ein Mann deutlicher Worte und klarer Entscheidungen. Eine davon habe er allerdings bereut. „Damals habe ich mich fürchterlich blamiert“, gesteht er. Da es damals noch keine Gelben und Roten Karten gab, lag es an der Formulierung, mit der ein Spieler gemaßregelt wurde. „Ich habe dem Spieler gesagt, sie können zum Duschen gehen. Zehn Minuten später stand er wieder am Spielfeldrand und sagte: Herr Schiedsrichter, ich habe geduscht.“ Zeitgleich habe der Spielbeobachter signalisiert, dass er zu ihm kommen solle: „Du musst ihn wieder reinlassen. Du hast ihn nicht richtig des Feldes verwiesen, nur zum Duschen geschickt.“

„Für die Zuschauer war es bestimmt die lustigeste Aktion eines Schiris, für mich aber die blamabelste“, so Moossmann. Die Folge damals: Während der Spieler 14 Tage gesperrt wurde, bekam Peter Moossmann eine Verwarnung.

Diese und weitere Anekdoten werden heute sicherlich im Moossmann-Heim aufgefrischt, wenn die Gratulanten in Anzing anrücken, um einen Mann zu feiern, der wie kaum ein anderer den Landkreis-Fußball geprägt hat.

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