Gänsehaut nach Bauers Führungstreffer

Für fünf Minuten: "Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin"

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Nach dem Führungstreffer durch Maxi Bauer waren die Hachinger Fans aus dem Häuschen.

SpVgg Unterhaching - Tapfer gekämpft und doch verloren! Der Außenseiter Unterhaching hat wieder im Pokal gezaubert – dieses Mal allerdings reichte es nicht zur ganz großen Sensation.

Im Achtelfinale unterlag die SpVgg am Dienstagabend Spitzenklub Bayer Leverkusen mit 1:3 (1:1). Nach dem 2:1 in Runde eins gegen Bundesliga-Aufsteiger FC Ingolstadt und dem 3:0 gegen Zweitligist Leipzig ist die Pokalreise der Oberbayern nun beendet.

Der erst 20-jährige Maximilian Bauer ließ die SpVgg im mit 12 500 Zuschauern gefüllten Sportpark mit der Führung in der 27. Minute träumen. Wenig später aber glich Leverkusens Chicharito (31.) aus. Nach der Pause erhöhte Stefan Kießling (55.), Karim Bellarabi (83.) markierte den Endstand. Damit blieb das herbeigesehnte Motto Déjà-vu 2000 für Haching unerfüllt. Rückblick: Am 20. Mai vor 15 Jahren hatte sich Unterhaching im Bundesliga-Duell überraschend gegen Leverkusen durchgesetzt und Bayer die sicher geglaubte Meisterschaft noch abgenommen. Stattdessen reckte damals der FC Bayern die begehrte Schale in die Höhe.

Am Dienstag wiederholte sich diese Geschichte nicht. Trotzdem überwog bei Hachings Mannschaft und Trainerteam der Stolz auf die eigene Leistung. „Wir haben eine geile Pokal-Story geschrieben“, sagte Unterhachings Trainer Claus Schromm. „Ich glaube, dass wir eine richtig geile Truppe haben“, schwärmte er, um dann schmunzelnd zu ergänzen: „Aber Leverkusen hat schon auch eine richtig gute Truppe.“

Die Vorstädter hatten sich einiges vorgenommen. „Wir wollen alles geben und versuchen, den Fans möglichst lange einen attraktiven Pokal-Fight zu liefern“, hatte Schromm angekündigt – und die Schützlinge lösten das Versprechen ein. Vom Anpfiff weg spielte die junge Truppe aus der Vorstadt genauso frech und unbefangen, wie in den vorangegangen Partien gegen Ingolstadt und Leipzig. Dass Leverkusen noch vor einer Woche in der Champions League gegen den FC Barcelona angetreten war und zuletzt Borussia Mönchengladbach mit 5:0 düpierte, damit hielten sich die Oberbayern nicht lange auf.

Begleitet von den Anfeuerungen der zahlreichen Anhänger, die jede gelungene Aktion der Unterhachinger frenetisch feierten, kam der Regionalligist in der ersten Hälfte zu vielen guten Chancen, die beste war jene von Markus Einsiedler (24.), dessen Ball Admir Mehmedi auf der Linie klärte – was die Fans wiederum honorierten.

Nach dem Tor durch Bauer skandierten sie sogar: „Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin.“ Die Leverkusener schienen davon wenig beeindruckt, zeigten mehr und mehr ihre Klasse. Doch auch die Vorstädter stemmten sich bis zuletzt gegen eine Niederlage, Ulrich Taffertshofer (60.) und Alexander Sieghart (76.) hatten das 2:2 jeweils auf dem Fuß.

Selbst die Gäste lobten den Underdog. Bayer-Sportdirektor Rudi Völler sagte: „Wir mussten die Hachinger erst mal knacken.“ Leverkusens Cheftrainer Roger Schmidt fügte an: „Es war ein hartes Stück Arbeit, aber wir haben einen klaren Kopf behalten.“

Denn nach einer gelbroten Karte für Taffertshofer (79.) und dem anschließenden Bellarabi-Tor ließ der Glaube ins Wunder von Haching bei den heimischen Fans nach. Ihr Applaus aber hielt bis weit nach dem Abpfiff an. Man war schließlich nicht untergegangen. Man musste lediglich einsehen, dass der Gegner eben ein, zwei, drei Ligen höher spielt.

Quelle: fussball-vorort.de

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