Eishockey DEL 2

Fünf schlampige Minuten

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Gut abgeschirmt wurde in dieser Szene Tyler McNeely (schwarzes Trikot) von der Frankfurter Defensive, doch der Stürmer erzielte den einzigen Treffer der Tölzer bei ihrer 1:2-Heimniederlage.

Ersatzgeschwächte Tölzer Löwen verlieren gegen Frankfurt mit 1:2, werden aber von ihren Fans mit Applaus belohnt. 

VON OLIVER RABUSER

Bad Tölz - Bereits vor dem Match gab´s ein Wechselbad der Gefühle. „Sitzplätze ausverkauft“, vermeldete Löwen-Controllerin Birgitt Breiter 80 Minuten vor dem ersten Bully. Und tatsächlich: Die Halle war eigentlich rappelvoll. Umso mehr verwunderte die offizielle Besucherzahl von nur 3222 zahlenden Augenzeugen. Der wirkliche Dämpfer traf die Isarwinkler in personeller Hinsicht: Top-Center Max French musste wegen einer  Blessur am Fuß passen. Schon in Crimmitschau lief der Kanadier nur mit Hilfe von Schmerzmitteln auf. Ein Einsatz am Samstag wäre zu risikoreich gewesen; die medizinische Abteilung ist nunmehr bestrebt, French zumindest die Heimpartie am Montag (18.30 Uhr) gegen Dresden zu ermöglichen. „Ich gehe morgen in die Kirche und bete dafür“, unkte Coach Kevin Gaudet. So musste Neuzugang Mark Heatley einen Tag nach seiner Ankunft in der Kurstadt sogleich die Sturmreihe um Tyler McNeely und Shawn Weller vervollständigen. Lubor Dibelka wurde an die Seite von Marco Pfleger abkommandiert.

Heatleys neue Nebenleute waren es dann auch, die ohne Zutun des Neuzugangs für den Führungstreffer der Löwen sorgten. Wellers intuitiver Rüchhandpass seitlich des Frankfurter Gehäuses brachte McNeely in beste Abschlussposition – 1:0. Und es wäre mehr möglich gewesen. Dibelka verpasste das offene Tor, Gaudet trauerte der „guten Chance“ hinterher. Doch gaben die inzwischen um eine komplette Sturmreihe dezimierten Tölzer den Vorsprung unnötig aus der Hand. Frankfurts Ausgleich fußte auf dem  Fastbreak bei eigener Überzahl. Weller konnte ein ungenaues Zuspiel von Marco Pfleger nicht kontrollieren, letztlich war Ex-Löwe Stephen MacAulay der Nutznießer. „Blöder Fehler“, räumte Gaudet ein. 

Carter Profts 1:2 hatte indes seinen Ursprung in einem Wechselfehler der Hausherren. Ärgerlich, denn die Löwen boten dem hochkarätig bestückten Kontrahenten ansonsten in jeder Phase des Spiels absolut Paroli. Mehr noch: Sie hatten eine Handvoll herausragender Tormöglichkeiten. Lubor Dibelka etwa zweimal im Mittelabschnitt, danach folgen Matt MacKenzie (Pfosten im Powerplay) und Luca Tosto. Zu allem Überfluss hielt Gäste-Schlussmann Patrick Klein auf hohem Niveau. Vielleicht wäre es gar nicht soweit gekommen, hätten sich die Hessen auf ihr Spiel beschränkt und nicht die Buam durch diverse Provokationen immer wieder angestachelt. So blieb eine Stockattacke in das Gesicht von Stefan Reiter trotz längerer Beratung der vier Unparteiischen ohne Folgen. Als Reiter dann auch noch von Proft mit dem Stock gecheckt wurde, äußerte sich die Wut des Tölzer Außenstürmers in einer Rauferei mit Marius Erk. 

Das eigentlich Unfassbare war aber der verhaltene Vortrag der mit vier kompletten Blöcken angereisten Gäste. Beinahe das gesamte Schlussdrittel spielte sich in der Zone der Hessen ab. „40 Minuten für diesen Sieg gekämpft“, formulierte Frankfurts Coach Matti Tiilikainen seine Sicht der Dinge. Tatsache aber war: Tölz drückte aufs Gaspedal. „Keinen Vorwurf an die Mannschaft“, stellte Gaudet klar. Allein, der Puck wollte kein weiteres Mal hinter Tormann Klein einschlagen. Obgleich Gaudet früh Goalie Martinovic vom Eis nahm, endete – kaum zu glauben – auch das zweite Spieldrittel in Folge zweier offensivstarker Teams torlos.

Tölzer Löwen – Löwen Frankfurt 1:2 (1:2,0:0,0:0).

Tore: 1:0 (05:22) McNeely (Weller, Edfelder), 1:1 (13:52) MacAulay (Mitchell, 4-5), 1:2 (17:36) Proft (Ranta, Delisle) Strafminuten: Bad Tölz 8, Frankfurt 14. - Schiedsrichter: Marcus Brill, Stephan Vogl. - Zuschauer: 3222

Quelle: Merkur.de

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