VfB Hallbergmoos 

„Für ganz oben muss vieles passen“

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Anselm Küchle: Der sportliche Leiter will Dinge im Verein und in der Mannschaft kritisch hinterfragen. 

Hallbergmoos – Eine Verletzung stoppte ihn als Spieler. Als neuer sportlicher Leiter war Anselm Küchle im Sommer eine hoch interessante Personalie beim VfB Hallbergmoos. Der Funktionär gestaltet derzeit die Zukunft der Landesliga-Mannschaft, verlängerte mit jungen Spielern und erläutert im Interview seine Ideen. Die letzte Partie des Jahres in Rosenheim wurde abgesagt.

Herr Küchle, wie haben Sie Ihre ersten Monate als sportlicher Leiter des VfB erlebt?

Küchle: Es hat viel Spaß gemacht. Ich war wieder nah dran an den Themen und es war ereignisreich.

Ihre ersten Zeichen waren langfristige Vertragsverlängerungen. Das passt zu Ihrer ruhigen Art…

Mir ist es wichtig, glaubwürdig und authentisch zu sein. Auch mit einer ruhigen Umgangsform kann man klar sein und darf in gewissen Momenten nicht immer der liebe, nette Kerl sein. Man muss Dinge kritisch hinterfragen, wobei damit nicht der Trainer gemeint ist, sondern alles.

Sie sehen das große Ganze und nicht nur eine Landesliga-Mannschaft, die gerne eine Liga höher spielen würde. Wie beschreiben Sie Ihre Philosophie?

Wir wollen eine gute Mischung aus Jung und Alt haben mit Spielern aus der Region. Wir arbeiten daran, der zweiten Mannschaft ein positiveres Bild zu geben, Wir wollen in der Kreisklasse der Klassenerhalt schaffen, auch wenn es da momentan nicht so gut aussieht. Hallbergmooser Fußballer sollen bleiben. Wir wollen unsere Trainer intern weiterbilden, die Mannschaften enger verbinden und Spieler aus der eigenen Jugend voranbringen. Zur ersten Mannschaft ist das schwer, wäre aber sehr schön. Es ist auch ein Erfolg, die zweite und dritte Mannschaft mit eigenen Jugendlichen zu verstärken. Wir haben da sportliche und gesellschaftliche Ziele.

Ist das Jugendleistungszentrum des SE Freising ein Vorbild?

Vorbild ist das falsche Wort. Sicher hat Freising gut gearbeitet. Wir wollen unseren eigenen Weg gehen und unsere Trainer weiterentwickeln. Bei der Jugend soll der Spaß ganz oben stehen.

Das Landesliga-Team war in den vergangenen Jahren immer wieder phasenweise eine Spitzenmannschaft, aber auf lange Sicht fehlte die Konstanz in den Leistungen. Was können Sie dazu beitragen, dass man bald eine Spitzenmannschaft hat?

Leider kann ich da nicht mehr auf dem Feld helfen. Wir wollen Planungssicherheit haben, weil viel Fluktuation im Fußball selten positiv ist. Wir sprechen viel mit den Spielern, aber man kann nicht immer nur nett sein, sondern muss auch Kritik üben. Da braucht es die richtige Mischung. Wenn man sich zu viel reflektiert, nimmt man sich das Selbstvertrauen.

Was wird am Ende dieser kuriosen Saison stehen, wo man nach zwei Siegen Erster ist und nach zwei Niederlagen Zehnter?

Wir wollen unter den ersten Fünf stehen. Für ganz oben muss vieles passen. Jeder wünscht sich, dass wir da oben stehen. Nach der Winterpause sind die Verletzten da, wir machen ein Trainingslager und werden dann heiß da raus gehen. Unsere starke Rückrunde der letzten Saison kann da ein Vorbild sein.

Noch so eine Rückrunde wie letzte Saison und man ist Meister…

...das ist klar. Die Siegesserie war aber außergewöhnlich. Wir haben eine Mannschaft mit geilen Typen.  

Interview: Nico Bauer

Quelle: Merkur.de

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