SC Fürstenfeldbruck: Eine mehr als überzeugende Vorstellung

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Ohne Elan, ohne Kraft: Der FC Falke Markt Schwaben (in Rot) überzeugte beim Gastspiel in Fürstenfeldbruck in keinster Weise. Wie vor zwei Jahren wurden die Falken auch diesmal mit einer 0:5-Packung nach Hause geschickt.

Markt Schwaben - Der sechste Spieltag wurde den Fürstenfeldbruckern zum Glücksfall: Sie dominierten den FC Falke Markt Schwaben und gewannen überzeugend.

Im Techno- Markt-Stadion setzten sich die schon chronischen Startschwierigkeiten – zum vierten Mal lagen die Falken mit 0:1 im Rückstand – nahtlos fort. Ausgerechnet der sonst so zuverlässige Torhüter Florian Preußer patzte. Ein Missverständnis mit seinen Nebenleuten im Strafraum nutzte Koray Altina und brachte die Hausherren in Führung.

Eingeschüchtert von der Brucker Härte gingen für die Gäste aus Markt Schwaben die wichtigsten Zweikämpfe verloren; zudem hing das Mittelfeld durch, die beiden Angreifer Matthias Bareuther und Stefan Denk waren auf sich allein gestellt. „Leute, aufwachen, wir müssen enger am Mann sein!“ schimpfte Manndecker Benedikt Mach nach völlig verschlafenen 30 Minuten lautstark seine Mitspieler. Gebracht hat der Weckruf nichts, heraus kam lediglich ein zartes Schüsschen von Tobias Grünewald auf das Tor des SC Fürstenfeldbruck (34.).

Die Falken brachten keine Linie ins Spiel, in der Abwehrarbeit gab’s Fehler im Minutentakt. Peter Beierkuhnlein konnte gerade noch auf der Torlinie retten (34.). Kurz vor der Pause dann der Doppelschlag: Matthias Lokietz erzielte das 2:0 (44.) und das 3:0 (45.) für die Hausherren.

Falke-Trainer Robert Lexa versuchte durch die Einwechslung von Michael Steppan und Nicolas Frerichs nach der Pause mehr Schwung ins Spiel zu bringen. Das gelang auch. Obwohl völlig frei suchte Beierkuhnlein aus kurzer Distanz einen Abnehmer, statt selber den Torschuss zu wagen (46.). Kopfbälle von Bareuther (48.) und Denk (54.) segelten knapp über das Brucker Gehäuse. Diesmal spielte Fortuna im Gegensatz zum Mittwochspiel gegen Pipinsried nicht mit. Vielleicht hatte die Glücksgöttin keine Lust, weil es den Falken an Esprit und Spielwitz mangelte?

Aus einem Freistoß entstand dann das 4:0 durch Christian Lippert (70.). Das 5:0 durch Altinay in der 85. Minute machte das 0:5 aus Sicht der Falken komplett. Nicht zum ersten Mal, wie Kapitän Andi Schmalz nach dem Spiel bemerkte: „Hier haben sie uns vor zwei Jahren auch schon eine 0:5 Packung verpasst.“

SC FÜRSTENFELDBRUCK – FC FALKE MARKT SCHWABEN. 5:0

Fürstenfeldbruck: Sebastian Steidle, Josef Welzmüller, Florian Baier, Janis Crone, Thomas Krovinovic, Koray Altinay, Christoph Ullmann, Wilson Onyemaeke, (74. Sebastian Heiss), Andreas Staude (64. Stefan Strasser), Matthias Lokietz, Christian Lippert (87. Dardan Gashi).

Markt Schwaben: Florian Preußer, Thomas Bonnet, Benedikt Mach, Robert Lexa, Peter Beierkuhnlein, Jimmy Sylejmani (46. Michael Steppan), Tobias Grünewald (77. Marco Sirch), Alexander Mrowczynski (46. Nicolas Frerichs), Andi Schmalz, Stefan Denk, Matthias Bareuther.

Tore: 1:0 Altinay (8.), 2:0 (44.), 3:0 (45.), beide Lokietz, 4:0 Lippert (70.), 5:0 Altinay (85.)..

Schiedsrichter: Jonas Portele (TB Regenstauf/Opf).

Gelbe Karten: Altinay, Staude, Lokietz – Mach, Lexa.

Beste Spieler: Altinay, Lokietz – bei Falke Fehlanzeige.

Zuschauer: 200.

Stimmen zum Spiel: „Katastrophen-Fußball“

Nach dem Spiel versuchte Robert Lexa, Trainer des FC Falke Markt Schwaben, gar nicht lange um den heißen Brei herumzureden: „Heute soll sich jeder an die eigene Nase fassen. Das war Katastrophen- Fußball, da gibt es nichts zu beschönigen. Wir bekamen vorne keine Bälle. Nach zwei Ballkontakten war der Ball schon wieder in unserem Strafraum. Jetzt weiß jeder, dass in der Liga ein rauer Wind bläst und selbst ein Tabellenletzter uns schwer zusetzten kann.“

Auch Torwarttrainer Sepp Penninger sah viele Kritikpunkte: „Vielleicht hätte Florian Preußer beim 0:1 energischer zum Ball gehen sollen. So verließen sich die beiden neben ihm stehenden Abwehrleute auf sein Eingreifen. Der Schütze hatte dann nur noch das leere Tor vor sich. Auch bei den beiden nächsten Treffern gingen individuelle Fehler voraus. Heute wurde der unbedingte Siegwille, Biss und die Leidenschaft vermisst. Wir können nur hoffen dass diese deftige Klatsche keinen Knacks hinterlässt.“

Manfred Steppan, Vater von Falke-Spieler Michael Steppan, wunderte sich: „Die Mannschaft war gegenüber den letzten Spielen nicht wiederzuerkennen. Es mangelte am Spielverständnis, so kam kein Kombinationsfluss auf. Ich finde, die Falken brauchen einen Zehner, der in der Offensive die Richtung angibt.“ Trotz der 0:5-Schlappe ist Steppan hoffnungsfroh: „Nächsten Samstag läuft es gegen Thannhausen bestimmt wieder besser, das war heute ein Schuss vor den Bug.“

Das sah auch Edel-Fan Fonse Bäumler so: „Lieber fünf Gegentore als knapp verloren. Diese Packung kann für die vielen jungen Spieler sehr lehrreich sein.“ Falke- Coach Lexa hofft: „Mit einem Sieg gegen Thannhausen können wir unsere Fans wieder zufriedenstellen.“

Von Alois Moser

Quelle: fussball-vorort.de

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