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Kostenexplosion beim Sportzentrum West III: Millionen-Darlehen für klamme Brucker Vereine?

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Von: Thomas Benedikt

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Seit gut zwei Jahren laufen die Arbeiten am neuen Sportzentrum West III. Seit dieser Aufnahme aus dem Mai 2021 hat sich viel getan auf der Baustelle. Kurz vor der Fertigstellung droht nun ein Baustopp.
Seit gut zwei Jahren laufen die Arbeiten am neuen Sportzentrum West III. Seit dieser Aufnahme aus dem Mai 2021 hat sich viel getan auf der Baustelle. Kurz vor der Fertigstellung droht nun ein Baustopp. © Dieter Metzler

Der Bau des Sportzentrums West III in Fürstenfeldbruck wird wohl deutlich teurer als geplant. Nun soll die Stadt mit einem Millionen-Darlehen helfen.

Fürstenfeldbruck – Ursprünglich waren für das Bauvorhaben Kosten von rund 4,8 Millionen Euro veranschlagt. Etwa 3,7 Millionen Euro sollte es von der Stadt als Zuschüsse geben, rund 770 000 Euro als Förderungen vom Bayerischen Landessportverband (BLSV) und dem Bayerischen Sportschützenbund (BSSB). Den Restbetrag sollten der TSV West und die Sportschützenvereinigung Fürstenfeldbruck aufbringen, die in dem Sportzentrum ihre neue Heimat finden.

Doch im Juli erklärten die Vereine der Stadtverwaltung, dass die Baukosten erheblich steigen würden. Das geht aus den Unterlagen zur Sitzung des Ferienausschusses am kommenden Dienstag hervor, die dem Tagblatt vorliegen.

Kostensteigerung um bis zu zwei Millionen Euro

Darin ist die Rede von Mehrkosten von bis zu zwei Millionen Euro. Mit einem zinsfreien Darlehen in dieser Höhe soll jetzt die Stadt den klammen Vereinen aus der Patsche helfen. Darüber abstimmen wird der Ferienausschuss des Stadtrats in nicht öffentlicher Sitzung. OB Erich Raff wollte sich gegenüber dem Tagblatt nicht zu den Vorgängen äußern.

Wie hoch die zusätzlichen Kosten tatsächlich sind und wie sie überhaupt zustande kamen, muss laut Sitzungsunterlagen noch abschließend geklärt werden. Es ist unter anderem von Planungsfehlern, nicht erbrachten Eigenleistungen der Vereine und der allgemeinen Preisentwicklung in der Baubranche die Rede.

Im schlimmsten Fall droht den Vereinen die Insolvenz

Die Vereine stehen jetzt unter enormem Zeitdruck. In den Sitzungsunterlagen heißt es, dass schon sämtliche Zuschüsse, Darlehen und Eigenmittel der Vereine aufgebraucht seien. Noch offene und bald anstehende Rechnungen könnten deshalb nicht beglichen werden. Sollte nicht bald eine Lösung gefunden werden, drohe sogar der Baustopp beim fast fertigen Sportzentrum und es müssten Insolvenzanträge gestellt werden.

Deshalb wird die Thematik schon jetzt im Ferienausschuss behandelt. Die Stadtratsmitglieder stehen vor der Entscheidung, ob sie weiteres Geld in den Bau stecken sollen. In den Unterlagen ist davon die Rede, dass das städtische Darlehen nach Abschluss der Arbeiten in einen Zuschuss umgewandelt werden könnte. Die Alternative wäre, zwei Vereine in die Insolvenz gehen zu lassen und ein nicht fertiges Sportzentrum zu haben. Ein solches Negativszenario würde auch die Fußballer vom BVTA treffen. Denn die sollten eigentlich nach Fertigstellung des neuen Sportzentrums auf das frei werdende Gelände des TSV West ziehen. (Thomas Benedikt)

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