Tyce soll Miskovics Assistent werden

Bruck weint Ebeling keine Träne nach

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Zwei gehen, einer bleibt: Nach Wilson Onyemaeke (M.) hat sich Marcel Ebeling (r.) verabschiedet. Torjäger Christian Lippert (l.) hält davon noch nichts.

SC Fürstenfeldbruck - Er ist zwar nach Florian Baier und Wilson Onyemaeke schon der dritte namhafte Leistungsträger, der den SC Fürstenfeldbruck verlässt. Doch Marcel Ebeling weinen die Funktionäre keine Träne nach.

von Christoph Seidl und Peter Loder

Marcel Ebeling ist sich mit dem von Ex-Löwen-Macher Karsten Wettberg trainierten Regionalligsten SV Seligenporten einig. Vom SC Fürstenfeldbruck hat er bereits seine Freigabe erhalten, den Spielerpass holte sich Ebeling persönlich bei Abteilungsleiter Alfred Thurner ab – ohne zunächst ein Ziel zu nennen. Sportdirektor Dylan Hughes war deshalb am späten Donnerstagabend ebenso so platt wie Vizepräsident Eckhart Lutzeier, als das Online-Portal fussball-vorort.de den Transfer als Blitzmeldung ins Netz stellte.

Tags darauf wurde die Lage sondiert. Da wurde klar: Beim SCF ist keiner traurig, dass Ebeling das Weite sucht. „Er war sehr unzuverlässig“, tarockte ein Präsidiumsmitglied nach und unterstrich seine Meinung mit einem Erlebnisbericht: „Er hat einmal wenige Stunden vor einem wichtigen Spiel angerufen und gesagt, dass er nicht kommen kann, weil er sich gerade tätowieren lässt.“

Immerhin: Seligenporten bezahlt für den erst im Sommer aus Ismaning zum SCF zurückgekehrten Ebeling eine Ablösesumme, über deren Höhe aber Stillschweigen vereinbart wurde. Der Stürmer sagte dem Online-Portal: „Das ist einfach noch mal eine große Chance für mich, in der Regionalliga zu spielen.“ Es ist nicht nur eine große Chance. Es ist wohl auch seine letzte, um noch einmal auf sich aufmerksam zu machen.

In der Jugend galt Ebeling als großes Talent, spielte beim FC Bayern und dem TSV 1860. „Ich weiß, dass ich das Zeug für ganz oben habe. Die Frage ist, ob es nicht schon zu spät dafür ist.“ Beim TSV Aindling erlebte Ebeling seine beste Zeit im Amateurfußball, traf wie am Fließband. Danach ging es bergab. In Ismaning erlebte Ebeling seinen Tiefpunkt. Erst traf er nicht, dann folgte eine Verletzung. Am Ende beförderte er sich mit einer Roten Karte selbst ins Aus.

Hinzu kamen private Schicksalsschläge. „Mein Trainer sagte damals zu mir, ich sei der beste Fußballer, den er je hatte. Aber menschlich verstehe er sich einfach nicht mit mir.“ Mit seiner Vergangenheit will Ebeling jetzt abschließen. Auch das Intermezzo bei seinem Heimatverein Fürstenfeldbruck hat er abgehakt.

Die schwierige Situation beim SCF habe bei seinem Wechsel keine Rolle gespielt: „Ich spiele einfach lieber in der Regionalliga um die ersten fünf Plätze, als in der Bayernliga gegen den Abstieg. Das wird jeder Fußballer verstehen können.“ Auf seinem Weg zum Durchbruch soll Karsten Wettberg helfen. Unter der Trainer-Legende will Ebeling an alte Erfolgszeiten anknüpfen. „Ich habe mal mit Aindling gegen Wettberg gespielt. Damals kam er vor dem Spiel zu mir und hat gesagt, ich soll langsam machen.“ Am Ende traf Ebeling drei Mal, ein Tor wurde ihm jedoch aberkannt. Der Ex-Löwen-Coach glaubt an Ebeling: „Er ist mit 21 Jahren noch so jung. Ich sage das jetzt mit aller Vorsicht. Aber ich glaube, dass wir es miteinander schaffen, dass er dort hinkommt, wo er hingehört.“ Wettberg meint damit den Profi-Bereich.

Dort war auch Roman Tyce schon mal eine feste Größe. Zuletzt war der Ex-Löwe für Vertragsverhandlungen in Bruck. Medienberichten, wonach der Deal schon geplatzt wäre, dementierte Sportdirektor Hughes umgehend: „Tyce hat sich Bedenkzeit ausgebeten, entschieden ist noch gar nichts. Wir sind weiter optimistisch.“ Der noch beim FC Deisenhofen gemeldete Routinier soll beim SCF als spielender Assistent von Neu-Trainer Sasa Miskovic fungieren.

Quelle: fussball-vorort.de

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