Nach Berwein-Doppelpack: Tür zur Landesliga für 1. FC weit offen

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Der Chef spricht: Christoph Saller schwört die Mannschaft bereits auf das Heimspiel am Samstag ein.

Auch in der zweiten Relegationsrunde legt der 1. FC Garmisch-Partenkirchen mit einem Auswärtssieg vor. Abermals schlüpfte Maximilian Berwein in die Rolle des Matchwinners. Durch den 2:1-Erfolg beim TV Erkheim hat der 1. FC nun alle Trümpfe in der Hand, tatsächlich in der Landesliga zu bleiben.

Erkheim– Selten sind Verwarnungen bei Fußballern ein Objekt der Begierde. Dennoch gibt es Gelbe Karten, die ein Spieler notgedrungen auf sich nimmt – und keiner im Umfeld unkt. Die Ampelkarte für Florian Langenegger in der späten Phase der Partie am Mittwochabend in Erkheim war so ein Fall. Der FC-Sechser unterband mit seinem Foul auf der halblinken Abwehrseite einen letzten aussichtsreichen Versuch der Unterallgäuer, den Spielstand vielleicht noch zu egalisieren. „Sauber Langenegger“, plärrte der FC-Anhang von der Bank in Richtung Feld.

Dann gibt es freilich jene Karten, deren Ausgabe aus Sicht des Regelwerks unabdingbar sind – aber rein aus Euphorie über einen speziellen Glücksmoment geschehen: So passiert in der 87. Minute, als Maximilian Berwein den Siegtreffer für die Garmisch-Partenkirchner erzielte, sich das Trikot vom Leib riss und in Hochgeschwindigkeit auf eine hysterische Menschentraube aus Trainern und Wechselspielern zusteuerte. Schlicht egal war dem 23-Jährigen die Verwarnung. Ehe er den Unparteiischen überhaupt an sich heranließ, tanzte und feixte er noch mit Momo Diaby.

Berwein war es, der einmal mehr den Unterschied machte. In einer Partie, in der dem 1. FC über weite Strecken deutlich mehr abverlangt wurde als noch eine Woche zuvor in Bubesheim. Obendrein hielt Berwein Wort, der im Merkur-Interview in diesen Tagen versprochen hatte, dass sich Erkheim strecken könne, wie es wolle – der 1. FC werde definitiv in der Landesliga bleiben. Er wolle seinen Abschied feiern und nicht in traurige Gesichter blicken.

Allen herzen Maxi Berwein: Stefan Lorenz (l.) und Vorbereiter Moritz Müller (r.) mit dem zweifachen Torschützen

Berwein und sein jetziges Team sind auf dem besten Weg. Sechs Treffer steuerte die wieder angeworfene Tormaschine bei. Die jüngsten Jubelmomente des Oberauers, der sich in Richtung Regionalliga in den Münchner Norden nach Garching verabschiedet, waren beileibe keine Zufallsprodukte, sondern echte Hingucker. Per Absatzkick glich Berwein am Mittwoch die Erkheimer Führung beinahe postwendend aus. Er war dabei Profiteur einer brillanten Aktion von Moritz Müller. Der Offensiv-Kollege setzte sich am rechten Flügel gegen drei Erkheimer durch, zog unaufhaltsam Richtung Grundlinie und fand letztlich Berwein nahe des Fünferecks. „Überragend vorbereitet“, merkte Coach Christoph Saller an. Müller gehörte auch beim Siegtor zu den Einfädlern. Er brachte Leon Brudy in beste Flanken-Position, und weil sich alle drei Erkheimer Abwehrspieler zum kurzen Pfosten orientierten, hatte Berwein ausreichend Raum, den Ball volley unter die Querlatte zu knallen.

Wichtig: Der 1. FC ließ sich weder von den knapp 900 Zuschauern beeindrucken noch von einem ihm gegenüber despektierlichen Liveticker, der vor Polemik strotzte. „Brutale Motivation für uns“, stellte Saller klar – schon in Richtung Rückspiel am Samstag (16 Uhr).

Generell fand der Coach lobende Worte für das unaufgeregte Auftreten seines Teams in dieser Atmosphäre. „Die Stimmung macht schon etwas aus, aber entscheidend war, dass wir dagegengehalten haben.“ Dass man sich anfänglich „zu spät“ auf die langen Bälle der Unterallgäuer eingestellt habe und so in Rückstand geraten sei, war insoweit ohne Belang, als man in der Folge den Erheimern „keine einzige wirkliche Torchance“ mehr gestattet habe.

In Sachen Zwischenfazit schlägt Saller freilich moderate Töne an. „Unsere Ausgangsposition ist nicht schlecht, aber das wird am Samstag ein hartes Stück Arbeit.“ Damit meinte der 45-Jährige nicht die Saisonabschlussfeier, die im Anschluss im Vereinsheim über die Bühne geht.

Quelle: Merkur.de

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