BFV informiert Vereine

Fußball: Ligapokal kommt auch für Kreisliga, Kreisklasse sowie A-, B- und C-Klasse – auf freiwilliger Basis

Der Bayerische Fußball-Verband (BFV) will den Ligapokal von der Bayernliga bis zur C-Klasse durchziehen.
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Der Bayerische Fußball-Verband (BFV) will den Ligapokal von der Bayernliga bis zur C-Klasse durchziehen.

Der Ligapokal des Bayerischen Fußball-Verbands (BFV) kommt bis zur C-Klasse runter. Den Siegern winkt der Aufstieg, Final-Verlierer erhalten einen besonderen Trostpreis.

Landkreis – Es hatte sich angedeutet, jetzt herrscht Gewissheit: Alle oberbayerischen Fußball-Amateurligen von der Kreisliga bis runter in die C-Klasse sollen ihre eigenen Ligapokale bekommen, sofern die unterbrochene Saison 2019/20 planmäßig fortgesetzt werden kann. Für die Bezirks-, Landes- und Bayernligen ist das bereits seit einigen Wochen bekannt. Mit dem Ligapokal will der Bayerische Fußball-Verband (BFV) einen attraktiven Zusatzwettbewerb schaffen, um einerseits die Vereine bei Laune zu halten und andererseits die ligaspielfreien Wochenenden in der doch arg gestreckten Corona-Saison zu überbrücken.

Ligapokal des BFV in Oberbayern: Ein Aufsteiger pro Liga-Ebene

Die Vereine aus dem Kreis Zugspitze waren am Mittwochabend die ersten in Oberbayern, die vom BFV über die Planungen bezüglich der Kreisliga abwärts informiert wurden. In einem Webinar stellten Kreisspielleiter Heinz Eckl und seine Kollegen das Prozedere vor. Demnach soll für jede Spielklassen-Ebene ein Ligapokal kommen, bei dem am Ende jeweils ein zusätzlicher Aufstiegsplatz als Belohnung für den Sieger winkt. „Das heißt, unsere 29 Kreisligisten aus dem Kreis Zugspitze spielen einen zusätzlichen Aufsteiger in die Bezirksliga aus, unsere 57 Kreisklassisten spielen einen zusätzlichen Aufsteiger in die Kreisliga aus, und so weiter“, erklärte Eckl.

Die Regularien für den Pokal sehen – ähnlich der Vorstellungen in Bezirks-, Landes- und Bayernligen – zunächst eine Gruppenphase vor. Die Vierer- bis Sechsergruppen würden mit Blick auf kurze Fahrtstrecken und Derbycharakter in den Duellen möglichst nach regionalen Gesichtspunkten bestückt, teilte Eckl mit. Offen ließ er die Frage, ob dabei nur Teams aus einer Staffel aufeinandertreffen, oder ob theoretisch auch unter den Staffeln gemixt wird.

Ligapokal des BFV: Tagesturnier als Zwischenrunde denkbar

Abhängig von verschiedenen Faktoren soll laut Kreisspielleiter anschließend entweder komplett im K.o.-Modus (Elfmeterschießen bei Unentschieden) verfahren oder noch eine Zwischenrunde in Turnierform Mitte März eingefügt werden. Dann könnten beispielsweise die letzten 16 Teams einer Ligapokal-Ebene vier Turniere mit je vier Mannschaften bestreiten – jeder gegen jeden, drei Spiele à 45 Minuten. Die Sieger stünden in diesem Fall im Halbfinale. Auch ob es im Halbfinale und Finale Hin- und Rückspiel oder nur jeweils eine Partie gebe, stehe noch nicht fest.

Abhängig ist all das vom Wetter, vom Verlauf der Corona-Pandemie sowie von der Anzahl der teilnehmenden Teams, denn: Jedem Verein ist freigestellt, ob er beim Zusatzangebot des BFV dabei sein möchte oder nicht. Fest steht nur: Ein Reserve-Team darf nur im Ligapokal mitspielen, wenn die Erste auch meldet, eine Dritte sogar nur dann, wenn erste und zweite Mannschaft teilnehmen. Die Vereine haben bis Mittwoch, 22. Juli, Zeit, über die Teilnahme ihrer Teams zu entscheiden.

Ligapokal des BFV: Nachrücker für den Aufstieg

Sollte der Ligapokal-Sieger ohnehin als Aufsteiger feststehen, greife ein vom Verbandsspielausschuss (VSPA) festgelegtes Nachrückerprinzip, erklärte Eckl. Sollte er über die Liga als Absteiger feststehen, stiege er nicht auf, sondern bekäme als Belohnung „höchstens den Klassenerhalt“, so der Kreisspielleiter. Details müsse ebenfalls der VSPA noch klären. Neu für den Spielbetrieb gemeldete Mannschaften werden übrigens in die Meisterschaft 2019/20 außer Konkurrenz integriert und dürfen am Ligapokal teilnehmen.

Eckl bat die Vereine, sich die Teilnahme gründlich zu überlegen. Je nach Anzahl der teilnehmenden Mannschaften und der noch ausstehenden Nachholspiele könne es für einige Teams zu einem sehr straffen Zeitplan kommen – Spielverlegungen wegen möglicherweise geschrumpften Kaders seien dann kaum mehr möglich. Es gebe zudem keine Garantie für gemeinsame Heimspieltermine der eigenen Teams im Ligapokal, und auch ein bis zwei Wochenspieltage seien möglich.

Heinz Eckl, Kreisspielleiter Zugspitze des Bayerischen Fußball-Verbands (BFV), erklärte den Vereinen per Webinar die Konzepte ab Herbst - sofern Corona mitspielt.

Ligapokal des BFV: Toto-Pokal Trostpreis für Final-Verlierer

Außerdem verpflichte man sich mit der Teilnahme am Ligapokal dazu, ein mögliches Halbfinale im rudimentär ausgetragenen Toto-Pokal auf jeden Fall zu spielen. Die Teilnahme an diesem winkt den Verlierern der Ligapokal-Endspiele von Kreisliga, Kreis- und A-Klasse (siehe Exkurs unten). „Da kommt ja auch ein bisschen Geld bei rum“, sagte Eckl über den Trostpreis.

Trotz der geballten Ladung an Informationen blieben noch einige Fragen ungeklärt. Allen voran, ob Ligapokal und Restsaison überhaupt wie geplant durchgeführt werden können. Das liege schließlich nicht in der Hand des Verbands, sagte Robert Schraudner, Bezirksvorsitzender Oberbayern und BFV-Vizepräsident. Entscheidend seien die Lockerungen und Auflagen der Bayerischen Staatsregierung.

BFV kündigt an: Liga geht vor, Ligapokal kann abgebrochen werden

Das ausgearbeitete Konzept und der Rahmenterminplan greifen nur, wenn wie geplant Ende Juli wieder mit Körperkontakt trainiert und gespielt werden darf und Anfang September mit dem Pflichtspielbetrieb gestartet werden kann. Sollte sich der Zeitplan coronabedingt um einen Monat verschieben, werde der Ligapokal wieder gestrichen, bei einer zweiten großen Pandemie-Welle abgebrochen, teilte Heinz Eckl mit.

Zu möglichen Auflagen, Bedingungen und Hygienevorschriften für den Spielbetrieb konnten die BFV-Funktionäre noch nichts sagen. Oberstes Prinzip bei der Fortsetzung der Saison 2019/20 sei neben allen Pokalwettbewerben die ordnungsgemäße Durchführung der Meisterschaftsrunde in allen Ligen, erklärte der Verband. Im Mai 2021 sollten alle Auf- und Absteiger feststehen. Sollten aus irgendwelchen Gründen die Termine für Spieltage knapp werden, werde der Ligapokal abgebrochen. Für diesen gebe es zudem keine Garantie für vorhandene Schiedsrichter-Kapazitäten, die Besetzung erfolge „von oben nach unten“.

Der Zeitplan des BFV für die unterbrochene Saison 2019/20

• Erstes Ligapokal-Spiel in erster Septemberwoche möglich

• Vier bis fünf Liga-Spieltage im September und Oktober

• Spiele des Ligapokals im Oktober und November

• Acht bis neun Liga-Spieltage von März bis Mai

• Restliche Ligapokal-Spiele bis spätestens Ostern (5. April)

• Toto-Pokal-Halbfinale 20/21 bis spätestens 21. April

• Saisonende 15./16. Mai, anschließend Relegation

• Toto-Pokal-Finale: Termin noch offen

Informationen zum Toto-Pokal 2019/20 und 2020/21

Der Toto-Pokal für die Saison 2020/21 wird nicht komplett ausgespielt, stattdessen beginnt er direkt mit dem Halbfinale. Wer dabei ist, entscheidet sich im Ligapokal. Die Verlierer der Ligapokal-Endspiele auf den drei Ebenen Kreisliga, Kreisklasse und A-Klasse erhalten als Trostpreis das verpflichtende Startrecht im Toto-Pokal-Halbfinale (Termin: spätestens 21. April). Der vierte Platz ist für einen Bezirksligisten reserviert, auf welchem Weg dieser generiert wird, muss die Bezirksspielleitung noch entscheiden. Sollte kein Bezirksligist dazustoßen, rückt auf den freien vierten Platz der Ligapokal-Sieger der Kreisliga-Ebene nach.

Sollte einer der vier Halbfinalteilnehmer eine zweite Mannschaft sein (Reserven sind im Toto-Pokal generell nicht startberechtigt), rückt der jeweilige Ligapokal-Sieger in der Reihenfolge Kreisliga, Kreisklasse, A-Klasse nach – notfalls wird auf Finalist oder Sieger auf B-Klasse-Ebene zurückgegriffen. Der Termin für das Toto-Pokal-Finale 2020/21 ist noch offen.

Das noch ausstehende Zugspitz-Finale im Toto-Pokal 2019/20 zwischen dem SC Weßling und dem 1. FC Penzberg findet laut Zeitplan des Verbands am Wochenende 12./13. September 2020 statt – sollte es Corona zulassen. Freitagabend, 11. September, wäre ebenfalls denkbar. Der Sieger steht in der ersten BFV-Hauptrunde am Samstag, 3. Oktober, dann angesetzte Spiele aus anderen Wettbewerben werden verlegt.

mg

Quelle: Merkur.de

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