Ausschreitungen bei Bayernliga-Meisterschaftsspiel

Fan rastet aus: Futsal-Topspiel zwischen FC Penzberg und BSK Allgäu abgebrochen

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Das war der negative Höhepunkt: Ein Fan der Allgäuer ging auf Penzberger Spieler und Verantwortliche sowie auf die Schiedsrichter los.

Im entscheidenden Spiel um den Titel in der Futsal-Bayernliga lieferten sich Gastgeber FC Penzberg und der BSK Futsal Allgäu ein Duell auf hohem Niveau. Doch das interessierte am Ende niemanden mehr. Kurz vor Schluss kam es zu Ausschreitungen, die Partie wurde abgebrochen.

Hochklassiger und spannender Sport, 200 Zuschauer in der Penzberger Wellenbadhalle. Das Endspiel um die Meisterschaft in der Futsal-Bayernliga zwischen den punktgleichen FC Penzberg und dem BSK Allgäu hatte alle Zutaten für ein Finale furioso. Doch alles kam anders, die Partie endete mit einem handfesten Skandal. 14 Sekunden vor dem Ende löste der ausgelassene Jubel von Marco Hiry vor der gegnerischen Bank nach dem 4:2 der Penzberger eine fatale Kettenreaktion aus, die nach Verbalattacken, Rudelbildung mit Schubsereien bis hin zu Fanausschreitungen eskalierten, was schließlich zum Spielabbruch führten und in einem Polizeieinsatz gipfelte.

„Das ist unwahrscheinlich bitter, denn das war ein richtig geiles Spiel“, zeigte sich Penzbergs Coach Thomas Dötsch danach völlig konsterniert. „Beide Mannschaften haben so ein tolles Spiel gezeigt, beide könnten locker in der Regionalliga mitspielen. Und dann passiert so etwas.“ Dötsch konnte es nicht fassen, dass die Situation nach dem mutmaßlichen Siegtor seines Teams derart aus dem Ruder lief. Richtig übel wurde es, nachdem zwei Fans der Allgäuer irgendwie auf das Spielfeld gelangt waren. Darunter war der Vater eines BSK-Spielers, der handgreiflich wurde und nach Spielern, Verantwortlichen und auch den Schiedsrichtern mit einer leeren Plastikflasche schlug.

„Das ist eine schwarze Stunde für den Sport. Es gibt keine Möglichkeit, das Spiel fortzusetzen“, erklärte daraufhin Spielleiter Michael Tittmann, obwohl sich die Situation nach mehreren Minuten wieder beruhigt hatte und beide Teams in der Kabine waren. Den Pokal, den er dem Meister nach Spielschluss aushändigen wollte, musste er notgedrungen wieder einpacken. Die Entscheidung, wie das Spiel gewertet wird, fällt jetzt das Sportgericht. „Wir werden wohl eine Geldstrafe bekommen, weil wir als Hausherr nicht verhindert haben, dass die Fans aufs Spielfeld gekommen sind“, mutmaßte einer der Penzberger Verantwortlichen. „Sportlich sollte es aber keine Frage nach dem Sieger geben.“

Zuvor hatten sich die beiden herausragenden Teams der Liga fast 40 Minuten einen intensiven Schlagabtausch geliefert. Die Taktik der Hausherren, den Ausnahmespieler der Gäste, Matthias Franke, auszuschalten, ging auf. „Ihn in Schach zu halten, war der Knackpunkt“, urteilte Dötsch, dessen Truppe den Allgäuern weitgehend das Spiel überließ, um selbst auf Konter zu lauern. Diese Taktik ging auf: Kapitän Maximilian Kalus brachte die Penzberger in Führung (5.). Tasso Fytanidis erhöhte auf 2:0 (10.). Kurz vor dem Wechsel brachte Franke die Gäste auf 1:2 heran (17.), die nach der Pause vehement auf den Ausgleich drängten. FC-Torhüter Davor Antunovic brachte die Allgäuer mit seinen Paraden jedoch schier zur Verzweiflung. Fazlican Verep sorgte schließlich mit seinem 3:1 für Erleichterung auf Penzberger Seite (23.). Nach mehreren abgewehrten Großchancen gelang Erduan Topalla aber der neuerliche Anschlusstreffer für den BSK (35.). Zwei Minuten vor der Sirene nahm der BSK seinen Torwart für einen weiteren Feldspieler vom Platz, um den Ausgleich zu erzwingen. Das gelang aber nicht. Stattdessen machte Hiry das vierte Tor für den FCP. Kurz darauf begannen die Tumulte.

Quelle: Merkur.de

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