Bitteres Wochenende für Wolfratshausen

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Unter dem Eindruck von Karl Murböcks schwerer Beinverletzung fanden die BCF-Kicker (Mitte: Lamine Guèye) kaum mehr Mittel, um die 1:3-Niederlage in Schwabmünchen abzuwenden.

Wolfratshausen - Die 1:3-Niederlage Farchets in Schwabmünchen steht ganz im Schatten der schweren Verletzung von Karl Murböck. Dem Kapitän droht nach einer Fraktur des Unterschenkels ein unwürdiges Karriereende.

Über die Dauer von 38 Spielminuten war es ein absolut gewöhnlicher Landesliga-Nachmittag im Ivo-Moll-Stadion. Zwei Mannschaften

Statistik

BCF: Klinkmüller – S.Kluge, J. Taffertshofer, L. Kasperek, Jell (46. Rauch), Panholzer, Guèye, Murböck (39. Miedl), Pratz (46. Scheck), Amanquah, Fischer;
Tore: 1:0 (15.) Maly, 2:0 (47.) Spreizer, 2:1 (71.) Amanquah, 3:1 (77.) Bergmann.
Gelbe Karten: Dischl – Miedl, Amanquah. – Schiedsrichter: Matthias Böglmüller (TSV Steingaden)Zuschauer: 150

bekämpften sich auf mittelmäßigem Niveau, hinter dem Areal plätscherte die Wertach. Ein lauter Knall veränderte alles, ein Geräusch, das jedem Fußballer das Blut gefrieren lässt. Schienbein gegen Schienbein waren sich Karl Murböck und Schwabmünchens Christian Lang begegnet. Der Kapitan des TSV konnte nach kurzer Behandlungspause weitermachen. Murböck hatte weniger Glück: Der Lenggrieser krümmte sich am Boden, jammerte vor Schmerzen. Die kleine Wölbung unterhalb des Knies offenbarte die Schwere der Verletzung. Schien- und Wadenbein des 32-Jährigen sind durch – und damit die Karriere der BCFLegende womöglich abrupt zu Ende. Nach dieser Saison wollte Murböck Schluss machen mit der aktiven Kickerei.

Ob die Genesung bis zum Ende der Serie soweit fortgeschritten ist, dass Murböck noch einmal wird auflaufen können und ob er sich wegen ein paar weniger Einsätze überhaupt noch einmal quälen möchte, ist zum jetzigen Zeitpunkt völlig unklar. Gönnen würde man dem „Langen“ einen würdigen Abschied. Mit dem Rettungswagen wurde der Langgrieser ins Krankenhaus nach Bobingen transportiert und noch am frühen Abend operiert. Einem sichtlich bewegten Andi Bruner würde es „wahnsinnig Leid tun, wenn das sein letztes Spiel gewesen wäre“. Während Murböck medizinisch versogt wurde, beschimpfte ein kleiner Kreis Schwabmünchener Pöbler alles, was auch nur annähernd den Wolfratshausern zuzuordnen war, mit übelsten Verbalinjurien. Sicher, Murböck war in besagter Situation der foulende Spieler gewesen und hatte – wie gewohnt – weder sich noch den Gegner geschont. Aber hier wurde die Grenze des guten Geschacks weit überschritten.

Fußball gespielt wurde bisweilen auch. Die Platzherren gingen 1:0 in Führung, als Tino Klinkmüller nicht auf der Höhe des Geschehens war und eine harmlos Hereingabe von der Seite passieren ließ. Bei den Gästen spielten gleich mehrere Akteure weit unter Form. Im Fall von Manuel Pratz ging Brunner sogar so weit zu sagen, mit ihm „haben wir zu zehnt gespielt“. Der eingewechselte Florian Scheck traf ebenso die Latte wie Franz Fischer mit einem Freistoß. Schwabmünchens 2:0 kurz nach dem Seitenwechsel war vorentscheidend. Den BCF-Anschlusstreffer durch Amanquahs sehenswerten Distanzschuss konterten die Schwaben kurze Zeit später. Brunner hätte Gründe genug gehabt, härter mit seinen Eleven ins Gericht zugehen. Doch auch der 44-Jährige war in Gedanken einzig bei seinem schwer verletzten Kapitän. „Alles andere rückt an so einem Tag in den Hintergrund.“

von Oliver Rabuser

Quelle: fussball-vorort.de

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