Pullach siegt und verliert Torschützen 

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Zwei Brüder auf zwei Seiten: die Trainer Dirk Teschke (l.) vom SC Fürstenfeldbruck und Carsten Teschke vom SV Pullach.

Pullach - Von Hundert auf Null: So könnte man die Partie von Pullachs Maximilian Thurnhuber beschreiben. Zuerst schoss er mit dem Tor des Tages die Raben zum 1:0 Sieg über Fürstenfeldbruck. Danach vehinderte er mit einer Notbremse den Ausgleich und sah dafür folgerichtig die Rote Karte.

Statistik

SV Pullach: Shohat – Benzinger, Malige, Königer, Berchtold, Schuff, Thurnhuber, Cukur, Duswald, Schlichting, Rauch
Tor: 1:0 Thurnhuber (55.)
Rote Karte: Thurnhuber (63., Notbremse)

Es war der vielleicht tristeste Spätnachmittag, den der aktuelle Herbst bislang zu bieten hatte. Doch, so nass, kalt und grau die Stimmung über dem Fußballplatz an der Gistlstraße auch anmutete: Die Spieler des SV Pullach ließen sich davon nicht anstecken. Von wegen Trübsal! Heiterkeit war das Gebot der Stunde nach dem 1:0 Sieg der Raben über den SC Fürstenfeldbruck.
Der ausgelassene Jubel nach dem Schlusspfiff war nur der Aufgalopp. „Das wird gefeiert“, versprach SVP-Trainer Carsten Teschke, dessen Team schließlich eine kleine Ewigkeit auf so einen Augenblick hatte warten müssen, genau acht sieglose Partien lang, seit dem 3:1 über Affing am 14. August.

Neben der langen Durststrecke waren es vor allem die Umstände des Erfolgs, die diesen so wertvoll machten. „Die Mannschaft hat alles abgerufen, sich voll reingehängt und um jeden Quadratzentimeter gekämpft“, lobte Teschke die Seinen, die allerdings vor der Pause, bis auf einige flotte Minuten zu Beginn, sehr verkrampft wirkten. Nach vorne lief so gut wie gar nichts zusammen. Hinten ließen die Hausherren indes wenig anbrennen. Ein Distanzschuss des Bruckers Koray Altinay landete am Querbalken (18.), das war’s.

Pullachs Flügelspiel macht den Unterschied

Der ereignisarmen ersten Halbzeit folgte eine umso aufregendere zweite. Das erste Ausrufezeichen setzte Sebastian Heiß für die Gäste, nach einem Pullacher Abwehrfehler jagte er den Ball völlig freistehend in die Wolken (48.). Dann kamen aber endlich die Raben, weil sie sich auf ein altbewährtes Mittel besannen: Ihr gekonntes Flügelspiel. Nach einer Flanke von Stefan Benzinger von rechts köpfte Maximilian Thurnhuber noch knapp vorbei (54.), als der Ball nur eine Minute später von der anderen Seite durch Toni Rauch präzise nach innen kam, nickte Thurnhuber zum 1:0 ein (55.). Nach einer weiteren Rechtsflanke, diesmal von Christian Duswald, traf Rauch das Außennetz (60.). Und es ging intensiv weiter: Teschke nahm seinen gelb-rot-gefährdeten Kapitän Florian Königer vom Feld (61.). Die deshalb umgestellte Pullacher Innenverteidigung gewährte prompt Altinay freie Fahrt, Thurnhuber musste ihn kurz vor dem Strafraum per Notbremse stoppen. Rot war die logische Folge (63.). Thurnhuber so wurde zum tragischen Helden des Spiels, als Torschütze des Tages und vermutlicher Verhinderer des Ausgleichs. „Er hat sich geopfert“, wusste Teschke. Um den Lohn für den selbstlosen Einsatz mussten die Pullacher allerdings noch kräftig bangen, denn Altinay traf noch einmal die Latte (75.), Andreas Staude zwang SVP-Keeper Gil Shohat zu einer Großtat (78.), und als Altinay Shohat endlich mit einem Lupfer bezwungen hatte, retteten Sebastian Schuff und Michael Berchtold mit vereinten Kräften auf der Linie (81.).

Raben-Coach Teschke lobt Moral

„Natürlich haben wir auch Glück gehabt“, gab Teschke zu. „Wir haben in dieser Saison oft nicht gewusst, warum wir verloren haben. Heute wissen wir vielleicht nicht, warum wir gewonnen haben. Aber die Moral war traumhaft.“

Umberto Savignano

Quelle: fussball-vorort.de

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