Johannes Waldherr im Interview

Gaißachs Waldherr: „Beim SV Bad Tölz hatten wir eine Zwei-Klassen-Gesellschaft“

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Schwieriges Spiel: Durch die Niederlage gegen Sachsenkam sind die Gaißacher um Johannes Waldherr (li.) auf den Relegationsplatz abgerutscht.

Die Entwicklung bei den Fußballern des SC Gaißach ist alles andere als erfreulich. In der Saison 2014/15 spielte die Mannschaft noch in der Bezirksliga, doch dann folgten zwei Abstiege.

Gaißach – Mittlerweile ist die Mannschaft in die Kreisklasse abgerutscht – und befindet sich spätestens seit der 0:3-Niederlage gegen den SV Sachsenkam am vergangenen Wochenende schon wieder im Abstiegskampf. Erstmals in dieser Saison steht das Team auf einem Relegationsplatz. Über die Gründe für diese Misere sprach unser Mitarbeiter Patrick Staar mit Verteidiger Johannes Waldherr, der vor dieser Saison vom SV Bad Tölz zum SC Gaißach gewechselt ist.

Herr Waldherr, schaffen Sie mit Ihrer Mannschaft den Klassenerhalt?

Ja. An den meisten Niederlagen sind wir selbst Schuld, weil wir Fehler machen. Vorne haben wir nicht das nötige Glück. Wenn wir uns das erarbeiten, dann gewinnen wir bestimmt genügend Spiele, um den Klassenerhalt zu schaffen.

Welche Rolle spielt Misere das Verletzungspech?

In der Vorbereitung hatte sich eine Startelf herauskristallisiert. Im Laufe der ersten zwei Spiele sind dann aber fünf, sechs Spieler weggebrochen. Die Viererkette ist jedes Mal komplett anders aufgestellt. Außerdem sollen zwei A-Junioren für frischen Wind sorgen. Auf all das muss man sich erst mal einstellen. Diejenigen, die übrig sind, müssen voll mitziehen, damit wir uns einspielen können.

Besteht Hoffnung, dass die Verletzten bald wiederkommen?

Drei Leute werden wohl längerfristig ausfallen, zwei müssten immerhin bald wiederkommen. Wie lange Thomas Pföderl nach seiner Roten Karte gesperrt wird, wissen wir noch nicht. Wenn er vorne mitspielen kann, schaut es bei uns wieder ganz anders aus.

Wie sieht es mit Nachrückern aus dem Junioren-Bereich aus?

In diesem Jahr haben wir schon zwei A-Junioren in die 1. Mannschaft raufgezogen. In der nächsten Saison kommen noch mal fünf oder sechs A-Junioren dazu. Die spielen in einer Spielgemeinschaft mit Wackersberg in der Kreisklasse vorne mit. Stefan Simon ist ihr Trainer – da kommen gute Leute nach. Kommendes Jahr sind wir wieder ganz gut aufgestellt.

In der Partie gegen Sachsenkam waren Sie an den entscheidenden Szenen beteiligt. Müssen Sie zwei Gegentreffer auf Ihre Kappe nehmen?

Vor dem 0:2 machen wir einen simplen Fehler im Aufbauspiel. Im folgenden Laufduell habe ich den Kürzeren gezogen. Ich komme noch an den Ball hin, fälsche ihn aber ausgerechnet so ab, dass er genau zwischen Torwart-Hand und Pfosten reinrutscht. Vor dem 0:3 gehe ich ungestüm zum Ball hin und rutsche vorbei. Das lag an den schwindenden Kräften – ich bin schon verletzt in das Spiel gegangen. Da ging es einfach nicht mehr.

Sie haben eine heftig blutende Risswunde am Knie. Hängt es damit zusammen?

Am Knie habe ich mich aufgeschürft – halb so wild. Ich habe eher mit den Waden Probleme. Beim Aufwärmen haben die Muskeln plötzlich zugemacht – ich weiß nicht warum. Während des Spiels hat das dann immer wieder gestochen.

Vor der Saison sind Sie vom SV Bad Tölz zum SC Gaißach gewechselt. War der Wechsel vom Kreisklassen-Absteiger zum Kreisklassen-Abstiegskandidaten richtig?

Die Gegebenheiten, die Leute und das Umfeld in Gaißach sind einfach top. Abgesehen von der Tabellensituation macht es richtig viel Spaß. Der Tabellenplatz ist den Verletzungen und teilweise dem eigenen Unvermögen geschuldet. Ich war ja auch für die Auswärtsniederlage in Weyarn mitverantwortlich. Der Treffer zum 1:2 ging auf meine Kappe. Wir müssen weiterhin daran arbeiten, dass wir noch konzentrierter auf dem Platz stehen und nicht mehr solche Fehler machen.

Was ist in Gaißach anders als in Bad Tölz?

Das Miteinander. Beim SV Bad Tölz hatten wir eine Zwei-Klassen-Gesellschaft. Es gab den einen Haufen und den anderen. In Gaißach gibt es dagegen keine Grüppchenbildung. Jeder wird überall mit einbezogen. Jeder ist da, wenn es ums Helfen geht. Im Verein gibt es einen totalen Zusammenhalt. Das ist schön.

Quelle: Merkur.de

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