Das übliche Derby-Theater

Garching verteidigt im Derby Platz eins

+

In einem hitzigen Bayernliga-Duell siegt Garching glücklich in Heimstetten 2:0 und verteidigt damit Platz eins.

Man kennt sich. Nur elf Kilometer trennen Heimstetten und Garching. Die beiden ortsansässigen Fußballvereine, der SV Heimstetten und der VfR Garching, waren im Vorjahr gemeinsam aus der Regionalliga Bayern abgestiegen. Beide erst in der Relegation, in der beide am FC Amberg gescheitert waren. So waren große Überraschungen also kaum zu erwarten, als die beiden Nachbarn am Gründonnerstag in Heimstetten zur Bayernligapartie verabredet waren. Auch, dass sich Ewald Matejka, der Präsident des SVH, und sein Sohn Michael, Heimstettens Sportlicher Leiter, anschließend über den Schiedsrichter echauffierten, durfte unter der Rubrik „das übliche Theater“ verbucht werden.

Nach der 0:5-Hinspielschlappe hatte Heimstetten auch das Rückspiel auf eigenem Platz mit 0:2 verloren. Zuvor war die Mannschaft von Trainer Heiko Baumgärtner sieben Partien in Serie unbesiegt geblieben und hatte damit den Rückstand auf Spitzenreiter Garching, mit zudem einem Nachholspiel in der Hinterhand, bis auf sieben Punkte verkürzt. Die Niederlage im Lokalduell schmerzte, keine Frage. Dass sie vor allem der ungenügenden Chancenverwertung geschuldet war, stand nicht zur Debatte. Und dennoch mokierten sich die beiden SVHGranden nach Abpfiff über Referee Matthias Zacher. Mangelndes Fingerspitzengefühl und arrogantes Auftreten warfen sie dem Unparteiischen vor, insbesondere bei Gelb-Rot für Heimstettens Torjäger Orhan Akkurt.

Der 18-fache Torschütze berichtete, er habe den Mann mit der Pfeife lediglich gefragt, „ob er nicht checkt, dass die auf Zeit spielen“. Allerdings lief da schon die Nachspielzeit, die Begegnung war entschieden. „Spätestens mit der Roten Karte“ für Maximilian Hintermaier, wie auch der 33-jährige SVH-Coach später einräumte. Der Außenverteidiger hatte sich wegen einer Notbremse – zurecht – verabschieden müssen (81.). Dabei hätte man zur Halbzeit „mindestens 3:0“ (Michael Matejka), wenn nicht gar „6:0“ (Ewald Matejka) führen müssen. In der Tat hatte die Baumgärtner-Elf im ersten Abschnitt ein deutliches Chancenplus verzeichnet, doch auch die Garchinger waren bereits vor Alexander Rojeks Führungstreffer (45.) mehrfach gefährlich vor Heimstettens Schlussmann Marijan Krasnic aufgetaucht.

Trotzdem war Garchings Pausenführung glücklich, wie auch VfR-Coach Daniel Weber später bekannte. Nachdem Akkurt jedoch die nächste große Möglichkeit vergeben (52.) und der VfR durch Mario Staudigl auf 2:0 erhöht hatte (70.), war der Widerstand der Platzherren gebrochen. In der Schlussphase hätte das Ergebnis „sogar noch höher ausfallen können“, wollte auch Baumgärtner nichts beschönigen. Sein Vorwurf richtete sich aber nicht an den Schiedsrichter, sondern an die eigene Mannschaft. „Fahrlässig“ sei man mit den Möglichkeiten umgegangen, monierte er, „zumindest ein Tor musst du in der ersten Halbzeit machen“.

Sein Pendant indes freute sich darüber, dass „wir jetzt über Ostern Tabellenführer sind“ und der prestigeträchtige Sieg im Lokalvergleich immerhin garantiere, „dass wir bis zum Ende oben dabei sind“. Als größten Konkurrenten machte Weber ohnehin den SV Pullach aus, den die Garchinger kommende Woche zum nächsten Spitzenspiel empfangen.

Quelle: fussball-vorort.de

Auch interessant

Meistgelesen

Eching: Beide Keeper fliegen vom Platz
Eching: Beide Keeper fliegen vom Platz
Pipinsried: Im Angriff läuft es nicht bei Hürzelers Team
Pipinsried: Im Angriff läuft es nicht bei Hürzelers Team
Petrovic macht alles klar: Buchbach holt in Unterzahl Sieg
Petrovic macht alles klar: Buchbach holt in Unterzahl Sieg
1:5-Klatsche! Derby-Desaster für Unterföhring
1:5-Klatsche! Derby-Desaster für Unterföhring

Kommentare