VfR-Macher im Interview

Garchings Fußballchef tritt nach zwölf Jahren zurück

Franz Hölzl: „Jetzt ist eine gute Basis da und kein Trümmerhaufen. Wir haben die Möglichkeiten für die Zukunft.“ Foto: Michalek

Nach dem großen Heimspiel gegen den TSV 1860 München ließ Franz Hölzl die Bombe intern platzen. Der Fußball-Abteilungsleiter des VfR Garching erklärte seinen Rücktritt. 

Hölzl arbeitet noch bis Saisonende im Verein mit, aber bereits jetzt übernimmt der Vorsitzende Uwe Cygan einen Großteil der Arbeit Hölzls. Im Interview sprach er über die Gründe seines Rückzugs und den Erfolg in seiner Ära.

Sie haben diese Woche Ihren Rücktritt öffentlich bekanntgegeben. Was sind die Gründe dafür?

Ich habe mich eigentlich schon beim Punktspielauftakt für den Rücktritt entschieden, dies aber erst nach dem Sechzger-Spiel bekannt gegeben. Ich wollte nicht den Saisonstart und das Highlight-Spiel stören. Die Gründe liegen im privaten und beruflichen Bereich. Ich bin beruflich stark eingespannt und habe auch gesundheitliche Probleme. Da muss jetzt einfach einmal Schluss sein.

Aber so ein Funktionär mit Herz und Leidenschaft kann nicht von heute auf morgen aufhören.

Ich habe bei der Bekanntgabe meines Rücktritts angeboten, dass ich die Herrenmannschaften bis Saisonende weiter betreue. So soll der Spielbetrieb nicht gestört werden.

Das bedeutet, dass der Übergang fließend erfolgen soll?

Es ist schwierig, einfach einen Cut zu machen. So gäbe es Probleme und das möchte ich nicht. Es muss ja auch jemand für die Position gefunden werden und es soll gut weitergehen beim VfR.

Werden die VfR-Fans Sie in anderer Funktion sehen, etwa als Stadionsprecher oder Helfer im Hintergrund?

Nein, das definitiv nicht. Ich bin bis zum Saisonende bei jedem Spiel dabei. Ich arbeite organisatorisch bis zum Saisonende mit, treffe aber keine Entscheidungen mehr. Nach dieser Spielzeit übernehme ich keine Funktion mehr. Natürlich gebe ich mein Wissen gerne weiter und helfe, wenn es einmal brennen sollte.

Welche Rolle spielte bei dem Rücktritt dieses extrem anstrengende halbe Jahr, in dem der Verein um die finanzielle Basis für einen Regionalliga-Verbleib gekämpft hat?

Das hat natürlich auch einen Teil zu der Entscheidung beigetragen. Die Zeit war sehr belastend und sehr stressig. Da habe ich auch gesundheitliche Probleme bekommen.

Sie können stolz gehen, nachdem Sie den Verein als ganz normalen Bezirksligisten übernommen haben.

Ich war ja zuvor schon 2. und 3. Abteilungsleiter. Vor zwölf Jahren habe ich begonnen und dann Daniel Weber als Trainer geholt. Wir haben dann das zusammen aufgebaut.

Hätten Sie gedacht, als Regionalligist aus dem Amt zu gehen?

Nein, das sicher nicht. Wir haben im Sommer das Bestmögliche versucht, um den Verein zu retten. Gottseidank hat es geklappt. Jetzt ist auch eine gute Basis da und kein Trümmerhaufen. Wir haben die Möglichkeiten für die Zukunft.

Sitzen Sie künftig als Alt-Internationaler auf der Tribüne und erklären auch, was der Trainer alles falsch macht?

(lacht) Das habe ich bisher nicht getan und werde es auch zukünftig nicht tun.

Dem VfR bleiben Sie aber als Fan erhalten?

Das ist ja logisch. Es ist ja kein böses Blut geflossen. Aber ich muss jetzt einfach einmal an mich und meine Familie denken. Es geht nicht, dass ich jeden Tag zehn Stunden arbeite, zu Hause esse, Fußball und dann schlafen.

Quelle: fussball-vorort.de

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