Kapitän Durr über das enfant terrible des FC Garmisch-Partenkirchen

Diaby nach Suspendierung wieder auf dem Feld

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Am Boden: Momo Diaby musste zuletzt zweimal zusehen beim 1. FC Garmisch-Partenkirchen. Inzwischen zählt er wieder zum Kader.

Nach dem Auftakt gegen Olching suchte man Momo Diaby zwei Partien lang vergeblich im Aufgebot des 1. FC Garmisch-Partenkirchen. Der Grund: eine Disziplinarstrafe für den emotionalen Mittelfeld-Abräumer. Mal wieder. Kapitän Stefan Durr äußert sich zu den Umständen.

Er ist ein begnadeter Fußballer, beliebt im Umfeld und aufgrund seiner galligen Spielweise nahezu unverzichtbar für den 1. FC Garmisch-Partenkirchen. Zuletzt aber wurde Momo Diaby für zwei Spiele aus dem Kader des Landesligisten gestrichen. Nicht das erste Geschehnis dieser Art. Immer wieder muss sich der Klub mit den Eskapaden seines Enfant terribles beschäftigen. Der jüngste Zwischenfall: Sein unrühmlicher Auftritt zum Auftakt nach der Winterpause gegen den SC Olching samt Platzverweis und anschließender Suspendierung durch Trainer Christoph Saller.

Ohne Frage: Diaby ist mittlerweile fester Bestandteil des Vereins, war an beiden Aufstiegen maßgeblich beteiligt. „Wir mögen ihn alle“, betont Stefan Durr. Der Kapitän verteidigt seinen Kollegen bis zu einem gewissen, für das Team vertretbaren Punkt. „Momo spielt emotional und trägt seine Gefühle nach Außen“, sagt Durr. Der Senegalese wisse aber um seine Fehler. Nicht allein die Ampelkarte in der Nachspielzeit erregte die Gemüter. Vielmehr waren es eine Reihe von Aktionen, die deutlich früher zu einem direkten Ausschluss hätten führen können. „Es war sicher viel Frust im Spiel.“ Hinzu kamen Verspätungen oder unentschuldigtes Fehlen beim Training während der Wintervorbereitung. Auch eine neuerliche Spuck-Attacke soll es bei einem Testspiel gegeben haben. Der zweiwöchige Ausschluss war unabdingbar, stellt Durr klar. „Er schadet nicht nur sich selbst, sondern der gesamten Mannschaft.“

Diaby ist beileibe kein Ersttäter. Bereits im Mai 2016 wurde er nach wiederholter Lama-Imitation und brachialen Tacklings für eine Partie vom 1. FC aus dem Verkehr gezogen. Eigentlich hieß es damals, dass die Tage des 25-Jährigen am Gröben bei weiteren Vorkommnissen dieser Art gezählt wären. Doch dazwischen liegen nicht nur zwei Aufstiege, sondern vor allem ein tadelloses Verhalten. „Er war jetzt lange Zeit sehr vorbildlich“, unterstreicht Durr. So ganz erklären kann er sich den Rückfall in vergessen geglaubte Muster auch nicht. Klar ist: Diaby hat verstanden, was falsch läuft. „Die Suspendierung hat Wirkung gezeigt“, versichert der Spielführer. Die Entschuldigung fand vor versammelter Mannschaft statt. „Und sie kam von Herzen.“

Generelle Zweifel an Diaby gibt es laut Durr ohnehin keine. „Momo liebt den Verein und will Erfolg.“ Ein Indiz hierfür war die Tatsache, dass sich der Mittelfeld-Abräumer während seiner Zwangspause nicht von den Teams des 1. FC abkapselte. Vielmehr trainerte er bei der Reserve und ließ sich auch im Vereinsheim blicken. Diabys Rückkehr auf den Platz fand vergangenen Samstag nach 54 Spielminuten in Neuburg statt. Auf Durr, der für ihn das Feld verließ, machte er einen „sehr motivierten Eindruck“. Die 0:3-Niederlage konnte Diaby nicht verhindern. Dennoch: Der schlaksige Antreiber könnte in den kommenden schicksalsträchtigen Wochen für die Garmisch-Partenkirchner durchaus von hohem Wert sein. Die Zeit der „Doppelpässe und Übersteiger“ ist vorbei, stellt Durr klar. „Jetzt sind Spieler mit seiner Präsenz gefragt.“ Die nächste Chance für Diaby, seine wichtige Rolle für das Team unter Beweis zu stellen – ohne weitere Aussetzer, versteht sich.

Quelle: Merkur.de

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