„Im Ligapokal fehlt die Sinnhaftigkeit“

Gautinger SC: Erfolgreicher Tanz auf nur einer Hochzeit

+
Trainer Uwe Lehner würde gerne eine weitere Saison beim Kreisklassisten Gautinger SC arbeiten.

Der Gautinger SC steht derzeit auf Platz vier in der Kreisklasse - ganz anders und viel besser als anfangs erwartet. Trotz Corona sind die Fußballer zufrieden.

Gauting – Nach dem kurzen Intermezzo im Herbst ist der Gautinger SC so gut wie aller Abstiegssorgen ledig. Mit 34 Punkten nehmen die Fußballer des GSC den vierten Tabellenplatz in der Kreisklasse 1 ein. „Das tut uns richtig gut“, freut sich Uwe Lehner über den erfolgreichen Zwischenspurt.

Mit neun Punkten aus vier Begegnungen und drei Siegen in Serie sorgte die Mannschaft von der Würm für eine kleine Überraschung, mit der selbst ihr Trainer nicht gerechnet hatte. Denn die Vorbereitung auf den Neustart der Liga war alles andere als optimal verlaufen. Die Gautinger begannen zwar schon wieder im Juni mit dem Training, aber richtig einspielen konnten sie sich nicht. Im August wurde ein Spieler positiv auf Corona getestet. Das gesamte Team begab sich für zwei Wochen in Quarantäne. „Die Leute sind da schon zusammengezuckt“, so Lehner. Es gab aber bald Entwarnung. Keiner seiner Mitspieler hatte sich mit dem Virus angesteckt.

Gautinger SC: „Sehen keinen Sinn im Ligapokal“

Die Gautinger gehörten zu den Mannschaften, die sehr besonnen mit dem Thema Corona umgingen. Der Verein sprach sich überhaupt dagegen aus, die Runde fortzuführen und plädierte für ihren Abbruch. Und auch dem neu geschaffenen Ligapokal verweigerte sich der GSC komplett. „Wir haben die Sinnhaftigkeit des Ganzen nicht gesehen“, begründet Lehner die Entscheidung.

Und die erwies sich als richtig, denn ihre personellen Kräfte hätten für einen Tanz auf zwei Hochzeiten nicht ausgereicht. Schnell stand fest, dass sie ohne sieben Stammspieler in den Herbst gehen würden. Mit Benjamin Golden und Norbert Merkl fiel die Innenverteidigung aus. Auch die Mittelfeldspieler Benedikt Brauner, Kilian Sagner, Deniz Pueseli und Leon Schwarzenbach mussten ersetzt werden. Von den Angreifern meldete sich Moritz Rindermann ab. Manche Spieler waren verletzt, andere studierten im Ausland, und einer hielt es für ratsam, mit Rücksicht auf seinen Arbeitgeber wegen Corona erst einmal mit dem Fußball auszusetzen. „Für uns war nur die Liga wichtig“, sagt Lehner, nach nur einem Vorbereitungsspiel gegen den ASV Biburg lag der Fokus ganz auf der Meisterschaft.

In der ersten Begegnung setzte es gegen Spitzenreiter VSST Günzlhofen die obligatorische Niederlage (2:4). „Mit ein bisschen Glück hätte es auch eine kleine Überraschung geben können“, meint Lehner. Mit etwas Pech hätte sein Team hingegen gegen den SV Germering verlieren können, behauptete sich aber mit 2:0. In der Partie gegen Weßling (5:2) präsentierten sich die Würmtaler unheimlich abgebrüht. „Wir haben uns nicht verunsichern lassen“, lobt der Coach. Es folgte zum Abschluss ein 9:0-Kantersieg gegen Bruck West.

Gautinger SC zieht Jugendspieler zu den Herren hoch

„Wir sind vom Verletzungspech verschont geblieben“, nennt Lehner einen wichtigen Grund, warum seine Kicker im Herbst so erfolgreich waren. Hinzu kam die perfekte Zusammenarbeit mit Reserve-Coach Bernd Ziehnert, der bereitwillig mit Personal aushalf, wenn in der Ersten Not am Mann war. Aber auch Torwarttrainer Klaus Rusche leistete wertvolle Dienste. Am meisten profilierte sich das Team. Lehner würdigt seine Mannschaft für ihren großen Zusammenhalt und unbändigen Willen: „Das ist eine eingeschworene Truppe.“ Und die würde er „gerne weiter führen“.

Denn noch hat er die Entwicklung des Teams nicht abgeschlossen. Im Frühjahr sollen frische Kräfte aus der A-Jugend die ersten Gehversuche bei den Erwachsenen machen. Der Trainer kann sich die Experimente leisten. Denn in den neun noch ausstehenden Begegnungen wird seine Elf sicherlich ein paar Punkte zusammenklauben.  

(Christian Heinrich)

Auch interessant

Kommentare