Geldgeber  – droht mit Sammelklage

Fürstenfeldbruck - Der Vizepräsident des SC Fürstenfeldbruck, Eckard Lutzeier, wetterte, dass Sponsoren ihre versprochenen Zahlungen nicht leisten würden. Nun geht es rund.

Die Vorwürfe, die Eckard Lutzeier in der Freitagausgabe des Tagblatts erhoben hatte, blieben nicht lange unbeantwortet. Der SCF-Vizepräsident hatte sich beschwert, dass sich einige private Geldgeber um ihre vertraglich zugesagten Zahlungen drücken würden. Die meisten der so genannten Premium- Sponsoren widersprachen nun energisch. Einige wollten der Redaktion sogar den entsprechenden Überweisungsbeleg zur Verfügung stellen. Drei Geldgeber bestätigten aber, die Zahlungen entweder ganz eingestellt oder die Beträge gekürzt zu haben. Ein Sponsor, der „momentan noch nicht“ namentlich in der Öffentlichkeit auftreten will, sprach deutliche Worte: „Es kümmert sich keiner um uns. Dem Präsidium geht es nur um Geldmacherei.“ Sollten die ausstehenden Gelder vom Verein gerichtlich eingeklagt werden – so hatte es Lutzeier angedroht –, kündigt der vergrätzte Geschäftsbesitzer eine Retourkutsche an: „Dann gibt es eine Sammelklage wegen Geschäftsschädigung von allen unzufriedenen Mäzenen. Da bin ich knallhart.“ Zwar nicht als zahlungsrückständigen, aber als einen Sponsor, der seinen Betrag reduziert hat, outete sich gegenüber dem Tagblatt Harry Faul. Der Maisacher Bräuwirt und ehemalige SCF-Vizepräsident will seinen auf ein Jahr abgeschlossenen Vertrag nur zu günstigeren Konditionen fortsetzen. Grund: „Das Sponsoring bringt nicht das, was man dafür ausgibt.“ Er hat mittlerweile offenbar eine bessere Verwendung für sein Geld gefunden: „Ich habe mir für die Differenz, die ich nicht an den SCF überwiesen habe, ein größeres Auto gekauft.“

Sponsor ohne Vertrag

Völlig von den Socken war Erwin Winterholler, der Chef eines auch in Fürstenfeldbruck ansässigen Autohauses, als er vom Tagblatt erfuhr, dass sein Unternehmen auf der Internet-Seite des SCF als Premium-Sponsor geführt wird. „Dabei zahle ich doch nur für die Bandenwerbung.“ Ein Vertrag existiere ohnehin nicht, was von Vereins-Chef Sigi Müller bestätigt wird: „Das war ein Versäumnis meiner Vorgänger.“ Winterholler wundert sich über derartige Geschäftspraktiken „sehr stark“. Und auch der Geldgeberkollege, der noch anonym bleiben will, erklärte, dass er damals zwar „etwas unterschrieben hat“, doch das sei nur ein Zettel gewesen, der ihm ohnehin erst auf seine Anfrage hin zwischen Tür und Tresen zugeschoben worden sei.

Geburtstagsfeier im Streit

Solche Praktiken weist Müller zurück. Der Präsident gehört ebenso wie Lutzeier und Vizepräsident Andreas Weiß (Fredo) zum Sponsorenpool. Verantwortlich dafür sei das damals zuständige Führungsgremium unter der Leitung von Marlon Cecic gewesen. Dessen Firma gehört auch nach seinem Rückzug aus den Funktionärsämtern zu den Geldgebern des SCF. Auf der Heimreise vom Urlaub erklärte Cecic am Freitag: „Ich habe weiterhin Interesse, den Verein zu unterstützen.“ Der Zufall will es, dass am Freitagabend die Differenzen eigentlich im großen Kreis hätten besprochen werden können: Harry Faul feierte in seinem Bräustüberl den 40. Geburtstag und hatte dazu fast alle am Sponsor- Hickhack betroffenen Personen eingeladen – schon lange bevor der ganze Ärger öffentlich wurde.

von Peter Loder

Quelle: fussball-vorort.de

Auch interessant

Meistgelesen

Trotz Unterstützung der Mannschaft: SpVgg Langenpreising feuert Trainer Hösl
Trotz Unterstützung der Mannschaft: SpVgg Langenpreising feuert Trainer Hösl
Grüne Heide feiert 2:2 gegen SVH-Reserve wie einen Sieg
Grüne Heide feiert 2:2 gegen SVH-Reserve wie einen Sieg
Uffinger Herbstdepression: SVU verliert auch gegen Real Kreuth
Uffinger Herbstdepression: SVU verliert auch gegen Real Kreuth
Abwehr-Routinier Johannes Heinle mit wichtigem Siegtor für den VfB Durach
Abwehr-Routinier Johannes Heinle mit wichtigem Siegtor für den VfB Durach

Kommentare